Pkw-Maut: Wird die CSU jetzt grün?

Über die Politik wundert man sich immer wieder. Warum, so frage ich mich, drängt ausgerechnet die CSU auf die Einführung einer Pkw-Maut? Warum machen das nicht die Grünen? Oder die Piraten?

Die CSU war doch immer der Devise „Leben und leben lassen“ verpflichtet. Nich umsonst hat zum Beispiel der freie Zugang zu den bayerischen Seen im Freistaat Verfassungsrang. Also sollte doch das Benutzen der Autobahnen frei sein. Zumal die „Schwarzen“ bei anderen Fragen wie Tempolimits immer fest an der Seite des ADAC gestanden sind. Der Slogan „Freie Fahrt für frei Bürger“ wurde immer politisch mitgetragen.

Erleben wir also eine Mutation der CSU zur Ökopartei? Will sie die Grundlage schaffen, um nach der nächsten Landtagswahl mit den Grünen koalieren zu können? Oder geht es ihr tatsächlich um schlaglochfreien Asphalt und staufreien Verkehrsfluss? Wir werden es genauer wissen, sobald die Sache akut werden sollte.

Aber eine Frage stellt sich doch noch: Warum möchte die CSU die Pkw-Maut nur per Vignette einführen? War nicht die elektronische Lkw-Maut der große Beweis für die hohe Qualität des Technologiestandortes Deutschland? Ein potentieller Exportschlager erster Güte? Warum also kann dieses famose System nicht für Autos genutzt werden?

Tja, ich hätte da eine Vermutung: Auf den Autobahnen sind routinemäßig Geschäftswagen und flottere Fahrzeuge der Firmen BMW und Audi unterwegs. Die kleinen Kisten aus Korea werden im Stadtverkehr und nur selten auf den Schnellstraßen bewegt. Wer aber dort auch nur einmal unterwegs sein will, muss sich die Vignette anschaffen.

Die Kleinen zahlen also überproportional für die Großen mit, während bei einem elektronischen System für die konkrete Nutzung bezahlt werden würde. Man nennt das Solidarität – auf konservativ-liberale Art. Richtig nett, oder?