Fußball macht keine Demokratie

Manchmal wirkt der politische Betrieb wie ein fester Bestandteil des allgemeine Unterhaltungsbetriebes. Es gibt offenbar keine Obergrenze für die Zahl verschrobener Debatten. Gerade läuft wieder eine solche. Die Fragestellung: Muss die Fußball-Europameisterschaft in der Ukraine boykottiert werden? Muss gar das ganze Turnier in ein in Sachen Menschenrechte unverdächtiges Land verlegt werden?

Man kann es wirklich übertreiben. Gut, da liegt also die frühere Ministerpräsidentin der Ukraine, Julia Timoschenko, mit einem Bandscheibenschaden im Gefängnis. Sie wird dort schlecht behandelt. Also wollen wir nicht mehr hin.

Sicher, das Verhalten der ukrainischen Regierung ist herzlos, schäbig und angesichts der Auswirkungen auf ihr internationales Ansehen reichlich doof. Aber hat die zu ihrer politischen Glanzzeit durchaus machtbewusste Frau Timoschenko den Rang einer Märtyrerin?

Das nicht. Da denke ich eher an die Menschen, die in Bahrain gefoltert wurden, während die schnellen Formel-1-Bubis in den Strampelanzügen vorbeidüsten. Millionäre, die für sich beanspruchen, doch nur ein bisschen Sport zu machen, die nur spielen wollen. Und wie brutal wurde und wird in Aserbaidschan “aufgeräumt”, damit der Eurovision Song Contest mit reichlich Glitzerkulisse ablaufen kann?

Es ist gut, wenn unsere Politiker(innen) ihre Möglichkeiten nutzen, um auf Unrecht hinzuweisen. Zum Beispiel, indem sie sich nicht auf Ehrentribünen setzen, sondern die EM-Spiele daheim anschauen. Aber wer gar so sensibel über das Schicksal der Julia Timoschenko klagt, sollte sich gerne der Frage widmen, wie mies zum Beispiel bei uns Bewohner(innen) von Pflegeheimen behandelt werden. Auch da gäbe es viel zu tun.

Man sollte den Sport nicht überschätzen. Ein paar Fußballern schaffen keine saubere Demokratie, genauso wenig, wie die Olympioniken China revolutioniert haben. Bleiben wir also auf dem Teppich. Oder auf dem grünen Rasen.

Der letzte Tango in Vietnam

Das elende Internet-Chaos um uns herum schreit danach, dass wir Struktur in unseren Alltag bringen. Wir brauchen aber auch Ideen, die unser Dasein bereichern und aufregender machen. Und die gibt esin Form der Gedenk- und Aktionstage dieser Welt.

Ich habe gerade wieder einen verpasst. Gestern war der Welttanztag. Was für ein verlogenes Datum! Da siehst du im Fernsehen, wie irgendwelche Promis rhythmisch, biegsam und geschmeidig werden. Sie haben nicht mal eine wesentlich besser Figur als du selbst, mutieren aber innerhalb weniger Wochen vom tapsigen Zirkusbären zum annähernden Turniertänzer. Während du dir bereits im Kurs für fortgeschrittene Anfänger einen mittleren Knoten in die Füße tanzt.

Du suchst das Glück – und bekommst das Leid. Und so sind ritualisierte Balzrituale wie Tango, Samba und Rumba ganz so wie das sonstige Leben. Ob man das als Freizeitvergnügen braucht, ist die große Frage.

Aber ab heute wird alles anders. Ich werde sehen, was anliegt. Und kräftig mitfeiern. Zum Beispiel beim heutigen Nationalfeiertag der Niederlande. Finde ich gut, denn ein Land das uns Rudi Carrell und Sylvie van der Vaart geschenkt hat, kann nicht so ganz schlecht sein. Außerdem ist Walpurgiusnacht. Also ein Event für wilde Hexen, dass schwer nach wilder Orgie, aber auch nach einem bösem Ende für die daran beteiligten Männer klingt.

Und dann ist dieser 30. April der “Tag der Vereinigung”. Allerdings nur in Vietnam. Ist mir recht. Sollen sie doch dort Tango tanzen.

Ich gehe morgen zum “Tag der Arbeit”. Denn mit sowas kenne ich mich aus…

Der welke Held und sein Finale

Wenn Helden verwelken, wird es gerne mal dramatisch. Gerhard Schröder hat nach seiner Abwahl herumgemotzt, Lothar Matthäus suchte nach immer jüngeren Frauen. Ein Dieter Bohlen ist (noch) anders. Er kämpft um seinen Ruhm. Notfalls gegen ein ganzes Land.

“Das klang wirklich wie ein offenes Raucherbein.” Wer so über andere herzieht, sollte ein bisschen Spott aushalten. Zum Beispiel eine ironische Zigarettenwerbung. Aber es läuft nicht mehr für den Dieter. Mit ihm als Oberjuror wäre früher jeder noch so sinnlose Wettbewerb zum Publikumserfolg geworden. Und was hat dieser Mann nicht alles gecastet? Sänger, biegsame Akrobaten, Schwertschlucker, besoffene Frauen, Panflötenspieler, tanzende Hunde und vieles mehr.

Jetzt aber schafft die neunte Staffel seiner Show mit den Superbubis nicht einmal mehr fünf Millionen Zuschauer. Weil offenbar der letzte Träumer bemerkt hat, dass hier niemals eine echte Karriere beginnen wird.

Die Spannung ist raus. Doch das Finale steht an. Was also tun? Logisch: Es braucht einen großen, aufsehenerregenden Skandal. Denn ein Titan macht keine Scherzchen.

Also zieht er gegen Deutschland vor den Europäischen Menschengerichtshof. Weil der Bundesgerichtshof die Spott-Werbung erlaubt hat. Die Beschwerden liegen schon seit 2009 beim Gericht. Aber es ist eben das wenig gefragte Finale. Welch Zufall, dass “Bild” gerade jetzt ganz groß berichtet.

Vielleicht bringt das nochmal eine Million Zuschauer, aber auf langer Sicht wird es nicht helfen. Dieter Bohlen wird, wie vor ihm Thomas Gottschalk oder Harald Schmidt, in den Ruhestand verschwinden. Und wenn er dann in einer Oldie-Show auftreten darf, wird ein Jung-Juror mit Dieters Worten vielleicht dieses sagen: “Wenn ich Auto fahre, und dich im Radio höre, da würde ich doch sofort bremsen und gucken, ob ich ‘ne Katze überfahrn habe.” Wie treffend.

Lärm als störend wird empfunden…

Flugzeuge, Lastwagen, Rasenmäher, Kinder, Tiere: Lärm ist überall. Und weil dieses Problem alle angeht, ist es auch ein internationales Thema. Am 25. April sind die Menschen weltweit naufgerufen, darüber nachzudenken, wie Krach vermieden werden kann. Und nicht nur dieses.

Am “International Noise Awareness Day” gibt es allerdings ein unlösbares Problem: Jeder empfindet Lärm anders. Während junge Eltern bei ihren herumtobenden Kleinen an die bayerische Verfassung denken, wonach Kinder „das köstlichste Gut eines Volkes“ sind, ist der Nachbar dem Wahnsinn nahe. Der wiederum meint, der Gemeinschaft zu dienen, wenn er mit dem Laubbläser Ordnung schafft. Während zwei Stockwerke höher ein verzweifelter Migränepatient mit dem Kopf gegen die Wände rennt.

Manche Menschen erleben, wie bei Technoklängen die Glückshormone sprudeln, während sie Volksmusik als üblen Lärm empfinden. Der eigene bellende Hund stört Herrschen oder Frauchen gar nicht, während der liebestolle Frosch im Gartenteich des Nachbarn Mordgelüste weckt.

Mit dem Lärm ist es also so, wie immer im Leben: Es kommt darauf an.

So diffus geht es dem gesamten 25. April. An diesem Tag wird an vieles und wird vielem gedacht. Es ist auch der Weltmalariatag und der Tag des Baumes. Auf den Faröern feiern sie den Flaggentag, während Italien den „Tag der Befreiung“ (Ist Berlusconi schon so lange weg?) begeht. In Australien, Neuseeland und Tonga erinnert man sich am „Anzac Day“ an den ersten Einsatz von Soldaten dieser Staaten im Ersten Weltkrieg.

Und schließlich ist der 25. April seit 2006 der Tag der Eltern-Kind-Entfremdung. Womit wir wieder beim Tag gegen den Lärm wären. Bietet doch ein intaktes Verhältnis von Groß und Klein die Aussicht auf weniger Geschrei. Die Anti-Krach-Devise lautet also „Seid nett zueinander“. Selbst wenn der Nachbar Rasen mäht…

Herr Rösler und der Weg der Mitte

Die Frage lautet: Was ist das Ziel der meisten Parteipolitiker? Die Antwort liefert Wikipedia: “Bei einer Strecke, einem Kreis, einer Kugel oder allgemein bei einer n-dimensionalen Sphäre ist der Mittelpunkt der Punkt, der von allen Punkten dieser Sphäre den gleichen (minimalen) Abstand besitzt.” Jawohl, es ist die Mitte.

Viele Jahrzehnte lang war die politische Mitte etwas, zu dem das Wort “minimal” auf gar keinen Fall passte. Fast jeder wollte dorthin und fühlte sich auch dort daheim: CDU/CSU, SPD, Grüne, FDP, die Grauen, die Bayernpartei, und, und, und… Die Mitte in der Politik, das war wie der Saturn. Ein riesiges Gebilde, das auf einer Ringstraße von ein paar unmaßgeblichen Halbirren umkreist wurde. Nur wer auf dem “Planeten Mitte” war, schien Chancen auf Wahlerfolge zu haben.

Inzwischen haben sich die Dinge verschoben. Es ist wieder schick geworden, sich “links” zu nennen. Auch die Rechten werden immer frecher. Aber ein solides Eigelb in einem Spiegelei ist die Mitte mindestens noch. Schließlich wird hier der ruhende Pol der Gesellschaft vermutet. Oder wie es der chinesische Philisoph Mo Ti vor 1600 Jahren darstellte: “Der edle Mensch verkörpert den Weg der Mitte, der gemeine Mann handelt dem Weg der Mitte zuwider. Der edle Mensch scheut keine Mühe, um das Leben anderer zu erleichtern.”

Gerade hier will sich nun Philipp Rösler festsetzen. Auf dem Bundesparteitag der Liberalen hat er erklärt, dass die “Bürgerliche Mitte” ausschließlich seiner stark geschrumpften FDP gehöre. Die Konkurrenz sei ja kollektiv auf dem Pfad nach links.

Und somit sind Saturn oder Eigelb zum Zehner auf einer Zielscheibe geschrumpft. Wenn Rösler zuletzt so viel daneben ging, müssen wir uns zumindest nicht mehr wundern.

Erst die Titanic, jetzt Gottschalk

Dank der zahlreichen Castingshows haben wir uns daran gewöhnt, dass Super- und Megastars heute kommen und spätestens übermorgen gehen. Moderne Stars sind wie U-Bahnen. Es kommt immer gleich eine andere.

Wie anders erschien uns da Thomas Gottschalk. Als bis vor kurzem größter Showmaster des Landes, als Luxusliner der TV-Unterhaltung, wagte er sich an eine neue Herausforderung. Mit einer Live-Wohnzimmer-Show wollte er dem öden Vorabendprogramm der ARD frisches Leben einhauchen.

Unsinkbar sollte er unter vollem Dampf durch die Todeszone des öffentlich-rechtlichen Fernsehens kreuzen. Mit spontanen Späßen und richtig berühmten Gästen. Ganz anders als die Privatsender mit ihren blutjungen Plaudertaschen oder seichten Daily Soaps.

Kein Eisberg sollte sich ihm in den Weg stellen. Und das tat auch keiner. Es kam noch ärger: Das schlimmste Eis für einen Moderator ist die kalte Schulter des Publikums. Sie lauert knapp unter dem Wasser und schlägt bei sinkendem Quotenpegel erbarmungslos zu.

Titanic ist überall. Am 7. Juni ist für Gottschalk in der ARD Schluss. Und wenn er sich nicht zum anderen Luxusdampfer MS Harald Schmidt auf die Altenheimterrasse setzen will, bleibt ihm nur noch eine Hoffnung: Dass sein Nachfolger Markus Lanz bei “Wetten, dass…?” versagt. Denn dort könnten sie den alten Chaoten immer brauchen. Ganz bestimmt.

Auf See qualmt nur der Dampfer

Käpt'n Söder sorgt für saubere Luft.

Käpt'n Söder kämpft für frische Luft.

Der Kampf schien vorbei, das Problem befriedet: Mit dem schärfsten Rauchverbot aller Zeiten wurde Frieden zwischen den Menschen mit und ohne Mundgeruch geschaffen. Schien es. Doch wir wissen, dass eine funktionierende Bürokratie und eine mitfühlende Politik für jedes Problem stets noch eine offene Frage findet.

In diesem Sinne ist unser Ex-Gesundheitsminister Markus Söder erfolgreich gewesen. Als neuer Finanzminister ist er der oberste Herr über Bayerns Schlösser und Seen. Er trägt damit auch die Verantwortung für die auf den Gewässern kreuzenden Ausflugsdampfern. Dort jedoch trafen bislang Nikotinfreunde und -feinde völlig unkontrolliert aufeinander. Das geht nicht. Also hat Söder ein Rauchverbot auf “seinen” Schiffen erlassen. Zum Schutz der mitfahrenden Kinder, wie es hieß.

An dieser Stelle dürften sich selbst erklärte Rauchgegner gewundert haben. Eine Schifffahrt ist ja in der Regel mit Fahrtwind verbunden. Weshalb der Qualm schnell verschwinden sollte.

Aber vielleicht liegt hier der wahre Verbotsgrund, nämlich der Schutz der an den Seeufern wohnenden Großkopferten á la Edmund Stoiber. Der Tabakqualm wird schließlich an die Berghänge geweht und erreicht die dort grasenden Gemsen. Diese werden krank – und die Metastasen landen über die Nahrungskette auf den Tellern der Kommandeure der Gebirgsschützenkompanien.

Nichts gegen diese fürsorgliche Regelung, aber so etwas wünscht sich auch das Volk. Und das geht so: Während der Öffnungszeiten von Biergärten wird ab sofort die Vorbeifahrt von Lastwagen strikt unterbunden. Erst dann wird abgasfreier Genuss richtig schön. Herr Söder, übernehmen Sie!

Der schärfste Breakdance des Planeten

YouTube Preview Image Da wir gerade in Zeiten von “Let’ s Dance” leben: Leider treten dort nur Prominente auf, während famoseste Talente trotz vorzüglicher Verfilmung ihrer Kunst keine Chance auf eine breite Öffentlichkeit haben. Wenn es um diesen Breakdancer geht, will ich, nein, muss ich in Sachen Karriere mithelfen. Nie hat man heißere Moves gesehen…

Eigener Herd ist Geldes wert

So ist's recht: Diese Familienidylle geht aber nur, wenn Mami am Herd bleibt.

So ist's recht: Diese Familienidylle geht aber nur, wenn Mami am Herd bleibt.

Wenn es um Mann, Frau, Kind und Familie geht, sitzt bei der CSU der Stachel der Moderne tief. Gerade Kinderkrippen sehen Teile unserer früheren Alleinregierungspartei noch immer als Teil einer sozialistischen Verschwörung an. Wurde dieses System doch in der früheren DDR eingeführt und erprobt.

Was solle denn bitteschön, hieß es in zurückliegenden Diskussionen, aus der Beziehung von Eltern und Kind werden, wenn schon kleinste Kinder von der Mutterbrust gerissen und in die Obhut staatlich ausgebildeter Fachkräfte gegeben würden? Auch das staatliche Familiengeld war lange Zeit nicht im Sinne der CSU. Deren Idealbild war die oberbayerische Vorzeigefamilie, in der die Kinder den Papa bei dessen Rückkehr aus dem rauen Alltag mit zünftiger Zither- und Hackbrettmusik empfangen und Mamas Schweinebraten mit einem innigen Tischgebet begrüßen.

Aber die Zeiten haben sich gewandelt. Selbst die naivste Frau weiß inzwischen, dass es für ihr Geschlecht drei entscheidende Karrierehindernisse gibt: 1. Die Möglichkeit, dass sie ein Kind bekommt. 2. Dass sie ein Kind bekommen hat. 3. Dass sie wegen eines Kindes für längere Zeit nicht mehr am Arbeitsplatz erscheint. Entsprechend handelt der Großteil unserer famosen Wirtschaft.

Also bleibt für die CSU nur das Betreuungsgeld als letztmögliche Brandmauer gegen die alles verderbende Kinder-Gleichmacherei. Die Mütter und Väter sollen „freiheitlich” ent­scheiden dürfen, ob sie ihre Kinder in eine Krippe geben oder sie zu Hause erziehen wollen. Und wer daheim erzieht, soll finanziell belohnt werden.

Parteichef Horst Seehofer will das bedingungslose Heimerziehungs-Grundgehalt mit ganzer Macht einführen. Verschiedentliche Zweifel hat er mit dem Satz gekontert: “Da wird kein Jota verändert.” Gut, allerdings wissen wir auch: Schon mehrfach in den letzten Jahren hat der Stellvertreter des bayerischen Löwen auf Erden laut gebrüllt. Doch wenn es ernst wurde, waren die Zähne immer weg. Also, schaumer mal.

Wer motzt, muss draußen bleiben!

Wer hat Angst vor’m alten Mann? Die Regierung Israels ganz öffensichtlich. So zumindest lässt sich das gegen Günter Grass verhängte Einreiseverbot am ehesten erklären. Es ist ein absurdes Ereignis in einer Affäre, die für manche zum Skandal wurde.

Ich habe die heftige Diskussion über den von Günter Grass verfassten Text vom Ausland aus mit einigem Erstaunen verfolgt. Überraschend war für mich, dass in Deutschland ein Dichterwort überhaupt eine derartige Aufregung auslösen kann. Es ist ja selten geworden, dass Schriftsteller in politischen Fragen beachtet werden.

Auch ich finde, dass dieses Gedicht nicht klug formuliert ist. Israel kann Iran gar nicht “auslöschen”, umgekehrt ist das wegen der geringen Fläche des Landes denkbar. Mir kommt vor allem zu wenig zur Geltung, dass der Text die derzeitige Regierung Israels attackieren soll. Diese hat reichlich Kritiker im eigenen Land. Es gibt eben nicht “das Israel”. Genauso wenig, wie es “den Iran” gibt.

Doch Günter Grass ist weder Politiker noch Diplomat. Ein Dichter muss sich nicht staatstragend, sorgsam ausgewogen oder mehrheitsfähig äußern. Er soll auch provozieren, um eine Debatte anzustoßen. Dass er das mit einem relativ müden Text tut, dem er mit dem Hinweis “mit letzter Tinte” den Rang eines Vermächtnisses gibt, wirkt aber schon sehr um Aufmerksamkeit bemüht.

Das Einreiseverbot kann ich nicht verstehen. Was hätten die Regierungen dieser Welt zu tun, wenn sie jeden Menschen zwangsweise fernhalten wollten, durch den sie sich zu Unrecht kritisiert oder beleidigt fühlen? Eine Demokratie muss das ertragen.

Gut, dass das auch respektable Persönlichkeiten in Israel so sehen. Unter unseren Politikern war bisher nur der Vorsitzende der Jungen Union, Philipp Mißfelder, anderer Meinung. Israel entscheide selber, “wer willkommen ist und wer nicht”, lautete seine Stellungnahme. Aber Mißfelder kennen wir ja. Er wurde unter anderem dadurch bekannt, dass er Kritik aus den Reihen der Union an Plagiator zu Guttenberg “unanständig” nannte. Auf ihn muss niemand hören – auch wenn er noch nicht alt ist.