Schnäppchenjagd beim StressStresstest

Es ist erstaunlich, dass „Stresstest“ erst 2011 zum „Wort des Jahres“ geworden ist. Dabei kennen wir alle dieses Verfahren, die Grenzen unserer physischen und mentalen Belastbarkeit in einer besonderen Versuchsanordnung zu erproben, die meiste Zeit unseres Lebens. Einfacher gestrickte Menschen nennen es Weihnachtseinkauf.

Unser Jesuskind-Stresstest wird immer schwieriger. Reichte es früher, kurz vor dem Fest loszuziehen, so macht uns die Werbung der Einzelhändler längst klar, dass wir spätestens Ende September ans Schenken denken müssen. Weil danach die besten Stücke weg sind.

Und jetzt flattern vor dem vierten Advent die „Sale“-Fahnen im Wind. Was bedeutet, dass wir uns mitten im allgemeinen Getümmel auch noch darum kümmern müssen, bloß kein Schnäppchen zu verpassen. Man macht das wahrscheinlich, weil auch die Fernseh-Jahresrückblicke schon Anfang Dezember laufen. Aber das steigert die potentielle Belastung, bei Sat1 würden sie vom StressStresstest reden.

Aber wir werden es aushalten, wissen wir doch aus Ländern wie Bangladesch, Indien oder China, dass sich auch extremste Überbevölkerung alles in allem ertragen lässt. Der Mensch ist wohl doch ein Kuschelwesen. Bis an den Rand des rabattgehebelten Sale-Burnouts.

Übrigens: Ich finde, dass die Gesellschaft für deutsche Sprache die Kategorie „Verschwindende Begriffe“ einführen sollte. Mein Favorit für 2011 ist „FDP“. Aber bestimmt gäb’s da ja noch mehr.

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