Das "Supertalent" für Aasfresser und Titanen

Da ich in diesen Tagen unter erhöhtem Zerstreuungsbedarf leide, habe ich es getan: Ich habe das „Supertalent“ angeschaut, was ja laut RTL „die größte Show im deutschen Fernsehen“ sein soll. Ergebnis: Ich bin empört!

Nein, nicht wegen der Jury. Nicht wegen der drallen Frohsinnsbeauftragten Motsi Mabuse, die zwar von wenig eine Ahnung hat, aber dafür fast alles toll findet. Nicht wegen Sylvie van der Vaart, die superhübsch ist, aber manchmal wie ein Kalb schaut, das man versehentlich auf den Mars geschossen hat. Und nicht wegen des angeblichen Pop-Titanen Dieter Bohlen, der trotz seines fortgeschrittenen Alters engste Jeans tragen muss, so dass er nur sehr ungeschmeidig laufen kann.

Ich bin empört, weil ich die Inkarnation meines persönlichen Hassobjektes erleben musste. Einen Indio, der auf der Panflöte „El Condor Pasa“ spielt. Ich gebe ja zu, dass ich diese Anden-Version von „Komm, großer schwarzer Vogel“ mitgepfiffen habe, damals, als Simon & Garfunkel damit in 180 nationalen Hitparaden insgesamt 500 Wochen lang auf Platz eins standen. Aber kann es sein, dass damit heutzutage einer ins Finale einer Castingshow kommt? Haben wir noch nicht bemerkt, was da für ein abgekartetes Spiel läuft? Dass in Bolivien und Peru kurz vor der Adventszeit ganze Landstriche ewntvölkert werden, damit deren männliche Bewohner in Flugzeuge gesetzt werden, um dann unter unseren Weihnachtsbeleuchtungen das Lied vom depperten Aasfresser zu dudeln? Brauchen wir das auch noch Samstagnacht?

Das Telefonabstimmungs-Volk sagte Ja. Was aber vielleicht auch an der mäßigen Konkurrenz lag. Frauen hatten gar keine Chance. Dafür schafften es mit unserem Indianer ins Finale ein durchaus guter Sänger in einem Presswurst-Overall, ein Tänzer, der ohne Bühnenbild langweilig gewirkt hätte, ein biegsamer Mann in einem abartigen roten Froschkostüm sowie ein Punk aus Zürich, der ziemlich gut Klavier spielt. Was gut kommt, weil er nach Gitarre ausschaut.

Sie alle eint es, dass sie „Supertalent“ heißen. Sie müssen also schon vom Titel der Show her nichts können, sondern nur die Veranlagung zu großen Fähigkeiten haben. Das kann man bestätigen, wenn man nett sein will.

Schade nur um den Engländer, der alles mögliche Zeug schluckt, um es leicht bearbeitet wieder herauszuwürgen. Die Fans wollten das nicht mehr sehen. Ich glaube, er wird seine Kunst verfeinern und in Zukunft nach dem Verzehr von drei russischen Babuschkas, einem Feuerzeug und 100 Millilitern zitronen-Spülmittel extrem aromatische Kaffeebohnen kacken.

Auf Wiedersehen, beim „Supertalent 2012“!

1 Kommentar in “Das "Supertalent" für Aasfresser und Titanen

  1. Mein Beileid.
    Hoffe demnächst liegt eine DVD über ein Urlaubsland (aus z.b. Südamerika?) zum Entspannen bereit.

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