Menschenrechte? Es gibt immer was zu tun

„Es gibt immer was zu tun.“ In unserer durchgeregelten und mitunter etwas gelangweilten Gesellschaft kommt dieser Satz am Ende einer Baumarkt-Werbung. Irgendwann aber sind Gartenteich und Carport fertig. Weshalb sich der Blick auf ein Thema lohnt, bei dem unsere Eingangs-Feststellung vermutlich bis zur Ewigkeit stimmen wird. Nämlich auf die Menschenrechte.

Der 10. Dezember ist der von den Vereinten Nationen ausgerufene Tag der Menschenrechte. Seit 1948. Der erste Satz in der dazugehörigen Erklärung lautet: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“ Das liest sich auf den ersten Blick gar nicht kompliziert. Es ist ja nur logisch, dass ein Kind, unschuldig wie es ist, genauso viel wert sein muss wie alle anderen, die zur gleichen Zeit auf die Welt kommen.

Tja, aber beim zweiten Blick zeigt sich, dass es möglich ist, in einer schlichten Satz mit elf Wörtern eine schier unlösbare Aufgabe zu verpacken. Man muss ja nicht einmal in Gegenden schauen, in denen die Mächtigen ihre ganz persönlichen Menschenrechte definieren, an denen sich die Untertanen gefälligst zu orientieren haben. Man muss gar nicht daran denken, dass unfassbar oft Herkunft, Hautfarbe oder Geschlecht darüber entscheiden, ob man ein Leben lang unten oder oben steht. Es wäre ja schon schön, wenn es zumindest bei uns gleiche Würde, gleiche Rechte und gleiche Chancen gäbe.

Nicht mal dazu reicht es. Aber soll man deshalb aufgeben? Der zurzeit geradezu kultisch verehrte alte Mann namens Helmut Schmidt hat einmal gesagt: „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.“ Mag sein, dass er recht hat. Weitaus sympathischer ist mir aber ein Zitat von Che Guevara: „Seien wir Realisten. Wagen wir das Unmögliche.“

Auf dieser Basis könnte sich jede/r für die Menschenrechte engagieren. Allerdings: Beim Bau eines Gartenteichs ist der schnelle Erfolg wahrscheinlicher.