Gibt es den Krieg gegen den Euro?

Der FDP-Humorbeauftragte Rainer Brüderle hat gerade zu Protokoll gegeben, dass er kein Freund von Verschwörungstheorien sei. Aber manchmal falle es schwer, den Eindruck zu widerlegen, dass amerikanische Rating-Agenturen gegen die Euro-Zone arbeiten. Aber wie ist es wirklich? Stellen wir doch einfach ein paar Fragen.

Die Agentur „Standard & Poor’s“ gibt es seit 70 Jahren. Sie wurde von den berühmten Märkten beachtet, war aber nie ein großes Thema für die breite Öffentlichkeit. Wie kommt es, dass sich plötzlich alle Welt für diese Firma interessiert? Wer bringt sie mit solcher Macht in die Nachrichten? Ist diese Agentur wirklich unabhängig vom Staat? Ist es Zufall, dass sie gerade jetzt so massiv auftritt, wo es der US-Wirtschaft so schlecht wie noch nie seit dem Zwiten Weltkrieg geht? Hängt die internationale Bedeutung von „Standard & Poor’s“ und anderen US-Agenturen davon ab, dass der US-Dollar die Welt-Leitwährung bleibt?

Könnte es sein, dass die USA einen starken Euro als Bedrohung für ihre Währung und für ihre Stellung als Weltmacht ansehen? Was würde zum Beispiel ölfördernde Staaten erwarten, wenn sie ihre Kontrakte auf Euro umstellen würden? Was würde es für die USA bedeuten, wenn sich China dem Euro zuwenden würde, zu Lasten des Dollars?

Kann man Krieg auch an den Börsen führen?

Und dann hätte ich noch ein ganz anderes Problem: Was passiert, wenn das globale Finanzgewerbe feststellt, dass Diktaturen wie China mehr Geld generieren als demokratische Staaten?

Ich finde, diese Fragen darf man stellen.

4 Kommentare in “Gibt es den Krieg gegen den Euro?

  1. Spätestens seit Frühjahr 2007 befinden wir uns in einem internationalen Währungskrieg der großen Währungsblöcke. Dabei versuchen vor allem die USA eine deflationäre Grundtendenz durch Inflationierung des Dollars und entsprechender Abwertung zu ihrem Vorteil zu nutzen. Wichtig ist dabei, dass der Dollar seinen Status als Weltreservewährung und Rohstoffwährung nicht zu verlieren. Deswegen seit 3 Jahren und mehr die massiven Angriffe auf den Euro, auch durch den USA-Marionettenstaat Großbritannien. Sie fragen sich HEUTE ob man diese ihre Fragen stellen kann? Guten Morgen, Herr Schrage, da haben sie ja glatt die letzten Jahre verpennt.

  2. Mit Verlaub Herr Wolferl, wer Herrn Schrage kennt weiß dass er immer so unschuldig (hinter)fragt.
    Aber jetzt wird´s spannend, ja wir sind in einer Auseinandersetzung die zwar ohne herkömmliche Waffen aber genauso brutal und erbittert geführt wird. Die Neue nicht modernere oder humanere Form der Auseinandersetzung. Großbritannien wird das tun was der heimische Finanzmarkt und die USA ihnen erlauben und ein bisschen mehr in vorauseilendem Gehorsam.
    Erschreckender, ernüchternder und vielleicht die Welt verändernder könnte die letzte Frage sein, weil dann Diktaturen durch finanzielle Großoffensiven bald auf den Vormarsch wären.

  3. interessanter artikel, nur einen haken hat die sache:
    dieser artikel ist heute wortwörtlich so im sonntagsblitz erschienen (11.12.2011, „Paulas welt“, S.31)
    wer hat den jetzt von wem geguttenbergt?
    sie von paula?
    oder paula von Ihnen?

    ist paula am ende gar ein mann?
    oder ist herr schrage eine kunstfigur, hinter der jemand ganz anderes stecktß

    es wäre sehr nett, wenn sie dass mal aufklären würden. danke

    sabine

  4. Die Frage ist leicht beantwortet: Paula ist eine Kunstfigur. Unter Ihrem Namen schreiben Frauen und Männer. Die Sonntagsblitz-Redaktion verwendet auch einmal gerne einen Beitrag aus diesem Blog. Das ist abgesprochen und deshalb völlig in Ordnung.Herr Schrage, also ich, lebt und heißt auch wirklich so.

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