Loddar Guttenberg: Keiner braucht ihn

Wer ist der wahre Loddar Matthäus? Er?

Wer ist der wahre Loddar Matthäus? Er?

Oder er?

Oder er?

Wie schön, wenn man treue Freunde hat. So wie unser verflossener Polit-Held Karl Theodor und sonstwas zu Guttenberg. Der überraschend schnell vergessene Ex-Verteidigungsminister will nach einer Schäm-Frist zurück auf die große Politik-Bühne. Die Kumpels von Bild helfen mit. Und sogar die noble „Zeit“ ist zur Stelle.

Wie anders ist es zu erklären, dass der Auftritt eines zwecks Charakterlosigkeit geflüchteten Politikers bei einer Sicherheitskonferenz im kanadischen Halifax eine solche Aufmerksamkeit findet? Bei jedem anderen wäre ein solches Comeback mit ähnlicher Intensität verfolgt worden, wie das Platzen eines Reissackes an einer Ausfallstraße nahe Shanghai. Aber es ist „Gutti“. Also bricht da ein Genie von Rang sein Schweigen und liest der Politik, den Regierungen und dem Rest der Welt der Leviten. Um nebenbei ein Buch mit dem Titel „Vorerst gescheitert“ anzukündigen. Ein 208-seitiger Band, der Gespräche zu Guttenbergs mit „Zeit“-Chefredakteur Giovanni die Lorenzo dokumentiert.

Es ist der Auftakt zu einer typischen „Bild“-Inszenierung. In der nächsten Stufe werden zirka vier prominente Parteifreunde sowie Arnulf Baring, Peter Scholl-Latour und Johannes B. Kerner dem Volk erklären, warum Deutschland, Europa, die Welt und der Mond man auf dieses überragende politische Talent keinesfalls verzichten dürften. Erstmal erklärt das Boulevardblatt seinen Lesern den „neuen Guttenberg“. Wobei es zuallererst – man weiß eben, was bei Guttenberg wirklich wichtig ist – auf das Aussehen eingeht. Kein Gel mehr, Haare nach vorne gescheitelt, keine Brille mehr. Dass das wie ein kräftiger Bruder von Lothar Matthäus aussieht, erwähnt Bild nicht. Geradezu als befreit wird er geschildert. Der Ex-Verteidigungsminister könne sogar wieder ohne Bodyguards Bus fahren.

Ja, dann bleib doch dort, lieber Gutti. Genieße Dein Leben, fahr mal rüber zu Sarah Palin und schieß Dir ein paar Elche. Lass Dir beim Heimaturlaub von der Jugendfeuerwehr-Kapelle Unterzipfelbach „Highway to Hell“ vorspielen. Aber dann lass es auch wieder gut sein.

Du siehst nicht nur aus wie Loddar Matthäus, Du hast auch sein Problem: Wir vermisssen Dich nicht, wir brauchen Dich nicht.