Rösler und die Taschentücher: Wir winken zum Abschied

“Schluss mit der Trauer, Schluss mit den Tränen: Es ist Zeit, die Taschentücher wegzustecken”. Ach, wie ist er doch knuffig, der FDP-Vorsitzende Philipp Rösler. Er hat genug davon, dass seine Partei unter ständigen Wahlniederlagen ächzt. Also erklärt er das Problem für beendet. Kann das gehen?

Rösler erinnert an einen Menschen, der sich krankhaft vor Dunkelheit fürchtet, aber unbedingt in den Keller muss. Also steigt er – scheinbar – vergnügt pfeifend oder singend die Treppen hinunter, an deren Ende irgendein Grauen lauern könnte. Der FDP-Chef, der in seinem früheren Leben als Arzt seine jüngsten Patienten als Bauchredner aufgemuntert hat, probiert es also mit Humor. Oder was er dafür hält.

In seiner Parteitagsrede philosophierte er darüber, dass sich SPD-Chef Sigmar Gabriel zuletzt deshalb von den Grünen distanziert habe, weil diese eine Sondersteuer für dicke Menschen planten. Und die Meldung, dass Oskar Lafontaine und Sarah Wagenknecht ein Paar seien, kommentiert er so: “Sie hat ganz kleine Augen. Ich kenn mich damit aus.” Wahrhaft ein Hammer-Gag!

Würde Philipp Rösler einsehen, dass sein Kollege Rainer Brüderle der begabtere Humorist ist, würde das ihm und seiner Partei sehr helfen. So aber gibt es keinen Grund, die Taschtücher wegzustecken. Ganz im Gegenteil: Wir werden sie brauchen – um der FDP zum Abschied zuzuwinken.

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