Warum Lebensmittel häufig Müll sind

Es lebe die Dose! Es werde Müll!

Es ist ein Skandal, ein Mega-Skandal, ein Wahnsinn: In Deutschland landen jedes Jahr 6,6 Millionen Tonnen genießbare Lebensmittel im Müll. Zum Großteil originalverpackt. Essbares im Wert von 25 Milliarden Euro. Was ist da los?

Sicher liegt es daran, dass wir verlernt haben, die Qualität von Lebensmitteln zu erkennen und diese entsprechend zu verarbeiten. Wir schauen auf dem Preis – und folgen zudem spätestens seit McDonald’s der angelsächsischen „Genuß“-Tradition. Diese hat der britische Literatur-Nobelpreis-Träger von 1932, John Galsworthy, so auf den Punkt gebracht: „Die Franzosen kochen, die Engländer öffnen Dosen.“

Kochen ist andererseits teuer. Das merkt man spätestens dann, wenn man eine Küche braucht. Die zu kaufen, geht gerne mal so: Im Prospekt sieht man eine tolle Genussmöbel-Kombination zum Preis von 4999 Euro. Das hat man gerade, man geht also mit seinem Wohnungs-Grundriss ins Möbelhaus.

Dort erfährt man, dass man beim Betrachten der Werbung den klitzekleinen Zusatz „Angebot wie abgebildet“ übersehen hat. Bezogen auf die eigene Wohnung brauche es schon einige Umplanungen. Und das eine oder andere Extra.

Macht dann zusammen 30.000 Euro, also einen Betrag, mit dem man sich zehn Jahre lang jeden Abend eine Pizza kaufen könnte. Oder 27 Jahre lang täglich einen Döner.

Der Küchenkauf lohnt sich also nur bedingt. Zumal wir im Autoland Deutschland immer ein neues Fahrzeug brauchen. Neuwagen kosten hierzulande im Schnitt 45.000 Euro.

Umgerechnet wären das weitere dreizehneinhalb Jahre lang ein Döner pro Tag. Aber eben auch acht, neun Jahre in einer neuen Küche gut gekocht.

Das bedeutet: Würde öfter mal ein Auto vor dem Verkauf im Müll landen, könnten wir richtig lecker essen. Wir haben die Wahl.