Ein Hebel hilft nicht – nehmt Schweinwerfer!

Oh, Du heiliger Hebel! Da werden also der Euro und Europa überhaupt durch ein physikalisches Instrument gerettet. Zwar ist Jubel nicht mehr in diesen politisch schwierigen Zeiten. Aber es geht doch ein erleichterter Seufzer durch die Parlamente. Alleine, ich glaube nicht, dass jetzt alles gehebelt, ähm geregelt ist.

Als Schüler gehörte ich im Fach Physik stets zu den Dümmeren. Auch heute noch bin ich ein handwerklich unbegabter Mensch. Aber begriffen habe ich doch, dass es sich bei einem Hebel um einen Kraftwandler handelt. Man benutzt ihn, um Dinge zu bewegen, die ansonsten wie festgemauert in der Erden vor einem stehen würden. Ein Hebel hilft auch, eine Masse schneller zu bewegen. So etwa beim Rudern.

Bloß, das Ding, um das es geht, bleibt das gleiche Ding. Gelingt es mir also mit Hilfe eines Hebels, eine Waschmaschine in meine Wohnung zu wuchten, so wiegt diese, oben angekommen, genauso viel wie unten. Was bedeutet: Die 440 Milliarden Euro, um die es beim Rettungsschirm im Moment geht, bleiben auch im gehebelten Zustand 440 Milliarden.

Würde mein Chef mein Gehalt hebeln, könnte ich mir eigentlich auch nicht mehr kaufen. Es sei denn, es gäbe da einen Investor, der alle Kosten jenseits der Anzahlung übernimmt. Aber warum und wofür sollte der das tun? Das ginge nur über hohe Zinsen, die mein Chef, im übertragenen Sinn also das Volk, übernehmen müsste. Was mich angeht, wäre ich einverstanden. Aber mein Arbeitgeber macht es bestimmt nicht.

Irgendwo habe ich mal diesen Satz aufgeschnappt: „Es gibt nur einen mächtigen Hebel aller Zivilisationen: die Religion.“ Man müsste demnach vor allem an die Euro-Rettung glauben. Sorry. Ich war in Religion immer viel besser als in Physik. Aber das schaffe ich nicht. Nicht bei diesem Thema.

Und so vertraue ich auf die nächste Rettungsschirm-Idee. Mit einer Ariane-Trägerrakete werden Scheinwerfer ins All geschossen, die dann jeweils am Ende ihrer Umlaufbahn über Griechenland Scheine werfen. So schaffen wir es. Bis dahin entspanne ich mich vor der Glotze. Vielleicht läuft ja wieder mal „Willkommen bei Carmens Hebel“.