Atomkraftwerke: Verseuchte Gurken in Merkels Garten

Jetzt hat sie ihren ganz persönlichen radioaktiven EHEC-Salat, unsere Kanzlerin. Laut ZDF-Politbarometer glauben etwas mehr als zwei Drittel der Deutschen nicht mehr, dass Angela Merkels Regierung eine redliche Atompolitik macht. Nur noch 13 Prozent halten die im „Herbst der Entscheidungen“ beschlossene Laufzeitverlängerung für richtig. Was ist bloß geschehen?

Halten wir kurz inne. Wäre vor einem Jahr der Mond auf die Erde gefallen, hätte uns der Bayerische Umweltminister Markus Söder versprochen, dass dieser am Kühlturm von Isar 1 folgenlos abprallen würde. Viele hätten es geglaubt, auf dem Politischen Aschermittwoch hätte ihm die versammelte CSU für dieses Versprechen zugejubelt. Schließlich wurden doch – dank unserer überragenden Ingenieurleistungen – bei uns schon immer die sichersten Atommeiler der Welt gebaut. Nichts konnte passieren. Lästig war nur das Gebrabbel grüner/linker Kreise.

Aber stand dahinter eine Überzeugung? Nie und nimmer. Denn in dieser Regierung gibt es keine. Es kann doch nicht sein, dass sich das mit fester Stimmer gegebene Versprechen, dass unsere Kraftwerke Tod und Teufel trotzen würden, nicht mehr gilt, nur weil der große Airbus neuerdings zehn Meter länger ist. Oder weil ein Tsunami bei Landhut angesichts des weiteren Abschmelzens der Polkappen nicht einhundertprozentig ausgeschlossen werden kann?

Die deutsche Atompolitik ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Menschen verarscht werden, wenn sie es sich gefallen lassen. Weil Entscheidungen frei nach Winston Churchills berühmtem Satz gefällt werden: „Glaube nur dem Gutachten, das du selbst gefälscht hast.“ Notfalls mit einer grandios besetzten Ethik-Kommission.

Tja – und jetzt hat es das Volk gemerkt. Und lässt es sich nicht mehr gefallen, sondern geht auf die Straße. Wie heute in vielen Städten, unter anderem in Fürth.

Für unredliche Politiker/-innen ist das der Super-Gau. Verseuchte Gurken können schlimmer nicht sein.

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