Nicht nur in der SPD: Ein alter Sabberkopf gehört dazu

Niemand kann sich seine Angehörigen aussuchen. Das geht, wie heute auf zirka 72 deutschen Fernsehsendern zu erleben, Britanniens neuer royaler Stil-Ikone Kate Middleton so. Aber es kann auch alte Tanten treffen. Wie die SPD, die sich irgendwie  mit ihrem Migrantenschreck Thilo Sarrazin arrangieren muss. Weil sie ihn nicht rauswirft.

Die Angelegenheit ist tragisch, trifft aber viele. Im Grunde beruht jede menschliche Beziehung auf der Hoffnung, dass sich der jeweils andere irgendwann im eigenen Sinn ändern könnte. Das geht schon in genügend Partnerschaften schief.  Aber auch im Verhältnis zur Verwandtschaft. Schwiegereltern werden der oder dem Liebste/n des eigenen Kindes immer mit Skepsis und einer mehr oder weniger großen Dosis Besserwisserei begegnen. Wenigstens so lange, bis sie über 80 Jahre alt geworden sind und  sich ehrlich darüber freuen, dass sie überhaupt noch Besuch kriegen. Es dauert eben.

Aber grundsätzlich ist es auch so, dass es in jeder Familie ein schwarzes Schaf gibt. Das können Cousinen oder Tanten sein, die sich entweder konsequent unanständig benehmen oder aber dramatisch ins Esoterische abdriften und ein Leben am Rande des Nirwanas fristen. Genauso hat aber fast jede Familie einen alten, launischen Sabberkopf, der angetrunken vom Lehnsessel aus von der unübertrefflichen Kameradschaft in Schützengräben brabbelt oder in Diskussionen das ganze Leid dieser Welt erklärt. Bevorzugt mit Hinweisen auf die faule Jugend, die unfähigen Politiker und die ungewaschenen Wirtschaftsflüchtlinge.

Man kann solche Leute von Einladungslisten zu Familienfeiern streichen. Damit sägt man aber an einem Ast seines Stammbaumes. Die andere Möglichkeit ist es, sie zu ertragen. Was so einigermaßen geht, wenn man weghört und nicht auf ihre Thesen eingeht.

Nicht einmal ignorieren – in Sachen Sarrazin ist das für die SPD der einzig richtige Weg. Wenn man oder wenn er sie denn lässt…