Nicht nur in der SPD: Ein alter Sabberkopf gehört dazu

Niemand kann sich seine Angehörigen aussuchen. Das geht, wie heute auf zirka 72 deutschen Fernsehsendern zu erleben, Britanniens neuer royaler Stil-Ikone Kate Middleton so. Aber es kann auch alte Tanten treffen. Wie die SPD, die sich irgendwie  mit ihrem Migrantenschreck Thilo Sarrazin arrangieren muss. Weil sie ihn nicht rauswirft.

Die Angelegenheit ist tragisch, trifft aber viele. Im Grunde beruht jede menschliche Beziehung auf der Hoffnung, dass sich der jeweils andere irgendwann im eigenen Sinn ändern könnte. Weiter lesen

Prinzessin Kate, Du tust uns leid

Wie ist das nun mit der Ehe? Ist sie der Weg zum Glück? Oder fangen mit ihr die Sorgen erst richtig an? Zumindest bei der künftigen Prinzessin Kate Middleton denkt man unwillkürlich an dieses Problem: Wer heiratet, fängt sich damit auch die Verwandtschaft des Partners ein.

Womit die Frage, ob diese bis jetzt lebenslustige junge Frau zu beneiden ist, eigentlich beantwortet wäre. Never. Ihre Schwiegeroma, die Queen, spielt ihre Rolle seit Urzeiten stocksteif bis zur Perfektion. An der Seite eines Ehemannes, der eigentlich schon seit Jahrzehnten ein schrulliger alter Kauz ist. Der künftige Schwiegervater ist ein frustrierter Nachwuchsmonarch, der es vielleicht nie von der Ersatzbank auf den Thron schafft. Weiter lesen

Ein sauberes Buch zum sauberen Bier

Welch ein Datum: Der heutige 23. April ist ein doppelter Gedenktag von hoher Aktualität.

Ich sehe ihn besonders interessiert als “Tag des Deutschen Bieres”. Niemand wird bestreiten wollen, dass das vor 495 Jahren erlassene Bayerische Reinheitsgebot ein segensreicher Entschluss war. Zwar panschen die Brauereien inzwischen alle möglichen Säfte ins Bier. Aber wer es sauber haben will, kann es kriegen.

Speziell bei Doktorarbeiten ist das mit der Reinheit nicht so einfach. Wie wir inzwischen wissen. Trotzdem: Heute ist auch Welttag des Buches und des Urheberrechtes. Wollen wir mal hoffen, dass es noch Autoren gibt, die ihre Texte ohne Copy und Paste formulieren. Sonst gibt’s irgendwann nix Neues mehr zu lesen.

Und: Zwar klingt die liberale Abschreiberin Silvana Koch-Mehrin vom Vornamen her nach Weißwein. Dafür kommt Ex-Doktor Karl Theodor zu Guttenberg aus einer Gegend, in der es originelle Biersorten in Hülle und Fülle gibt. Setzt Euch doch mal zusammen, ihr beiden. Trinkt oberfränkischen Gebräu – und lasst Euch die Kraft der Reinheit mal richtig in die Birne fahren.

Wir sollten das auch tun. Wenn auch aus anderen Gründen. Prost!

Das Fernsehen macht uns sooo müüüde…

Sehen wir den Dingen ins Auge: Wir sind ein Volk der müden, nervösen und traurigen Menschen geworden. Aufstehen und Bäume ausreißen war gestern. Heute fühlen wir uns ausgebrannt, bevor auch nur das kleinste Feuer gelodert hat. Und wer ist schuld? Ich sage, das Fernsehen.

Der Beruf mag eine Rolle spielen. Die Arbeitsverdichtung nimmt ebenso zu wie der Druck, mit elektronischer Unterstützung mit wachsendem Zeitaufwand sinnlose Dinge zu tun. Und diese für wichtig zu halten. So wie und das weiß behemdete Bahnfahrer mit Laptop vorführen.

Aber die Ursache unserer Müdigkeit haben wir schnell gefunden, wenn wir an frühere Zeiten zurückdenken. Ja, es war tatsächlich so, dass es drei Fernsehprogramme gab, von denen 80 Prozent eine wichtige Sendung (Edgar Wallce, Raumschiff Orion etc.) angeschaut haben. Arbeitsbeginn war gegen 7 Uhr. Und aus Rücksicht auf die werktätigen Massen kamen die bedeutenden Sachen früh genug, damit man ausschlafen konnte. Nach 23 Uhr wurde ein buntes Testbild gesendet.

Heute ist das anders. Da schauen 4,4 Millionen Menschen das spanische Fußball-Pokalfinale, welches mit Verlängerung bis kurz vor Mitternacht dauert. Sie haben erlebt, wie “Der Checker” bei “Let’s Dance” den alten Samba-Mimen Bernd Herzsprung hinausgeworfen hat und liegen lange wach, um zu ergründen, wie das geschehen konnte. Sie haben Jutta Ditfurth bei “Hart, aber fair” diskutieren sehen und sind aufgewühlt bis unter die Milz. Von den heißen Tränen, die nach Beckmanns nächtlichen Psycho-Seancen vergossen werden, ganz zu schweigen.

Das Problem unserer Zeit ist dieses: Unser Arbeitsbeginn ist so früh, wie er immer war. Aber das Fernsehen lässt uns immer später ins Bett.

Wohl dem, der am Arbeitsplatz dösen kann. Noch wohler dem, der im Wortsinn abschalten.

Die bösen Finnen und der Zorn bei uns

Europa hat ein neues Schreckgespenst: Die “Wahren Finnen”. Sie also sind es, die unseren geliebten Euro weich machen, die wie einst die Hardrock-Monster beim Eurovision Song Contest aus Wäldern und mückenumtosten Seen auftauchend in unsere beschaulichen Städte stürmen und dort Angst und Schrecken verbreiten. Werden wir den Frontalangriff dieser 19-Prozent-Partei überstehen?

Man muss ja erstmal dahin kommen, diese Partei ernsthaft zu betrachten. Gut, es gibt seltsame Parteinamen. Berlusconi “Haus der Freiheiten” oder sein “Furz für Italia” etwa. Aber “Wahre Finnen”? Das klingt wie “Alter Schwede”, wie der Stammtisch eines Karnevalvereins oder  nach einer 80er-Jahre Neue-Deutsche-Welle-Combo, aber nicht nach harter Politik.

Aber die Finnen waren uns ja schon immer suspekt. Wir denken da an die Neigung zum Komasaufen, an die hohe Selbstmordrate oder an jenen Skispringer Janne Ahonen, der selbst im Moment größter Freude grundsätzlich keine Miene verzogen hat.  Dass Finnland die Heimat der Weltmeisterschaft im Ameisenhaufensitzen sowie im Handy- und Gummistiefelweitwurf ist, passt ins Bild. Andererseits: Wenn Kinder, die diese seltsame Sprache lernen müssen, trotzdem jeden Pisa-Tests gewinnen, spricht das doch sehr dafür, dass im hohen Norden höchste Intelligenz versammelt ist.

Nein, man darf den Protest gegen den Euro nicht unterschätzen. Denn es brodelt auch bei uns. Ich selber habe vor ein paar Tagen in der Nürnberger Fußgängerzone nur einen Sonnenschirm mit dem Logo meiner Gewerkschaft aufgespannt – und wurde sofort in Gespräche über die Ungerechtigkeiten in diesem Land und über Versagen aller möglichen Institutionen verwickelt.

Die Äußerungen waren wirklich massiv. Wollen wir hoffen, dass das den “Wahren Deutschen” nicht hilft.

Philipp Rösler und die Rente mit 100

Ist es gut? Schlecht? So zwischendrin? Unser Leben besteht zu einem großen Teil aus einem “Einerseits – Andererseits” Im Grunde genommen sind wir ständig auf der Suche nach dem kleineren Übel. Nur unverbesserliche Optimisten sehen immer und überall neue Chancen. Den anderen vergeht der Spaß zumindest ab und zu.

Nehmen wir zwei Artikel aus meiner Lieblings-Sonntagszeitung “Sonntagsblitz”. Erstens: “Rösler feilt an seinem Personaltableau”. Tatsächlich, der designierte FDP-Chef hat einiges zu tun. Mit einer neuen Führungsriege soll er das Volk begeistern. Aber wen hat er schon greifbar? Zum Beispiel zwei Herren namens Lindner. Der eine, Martin, ein ondulierter neoliberaler Alleswisser. Der andere, Christian, ein höchbegabter hyperaktiver Klugscheißer.

Bringt’s das? Eigentlich kann es Rösler gelassen sehen. Weiß man doch aus dem Fußball, dass jeder, der eine Mannschaft auf deren Tiefpunkt übernimmt,  immer gut aussieht. Weil es ja nur besser werden kann. Aber noch toller würde es laufen, hätte die FDP auf das Ergebnis meiner Umfrage in Sachen Westerwelle-Nachfolge gehört: 48,39 Prozent plädierten für Sylvie van der Vaart, 41,94 Prozent für Gabriele Pauli. Da fehlte der Mut zur Frau. Andererseits: Philipp Rösler bekam in dieser Umfrage 6,45 Prozent. Seine Partei wäre da schon froh.

Bericht Nummer zwei: “Er wurde 114 Jahre alt.” Es handelte sich um einen Nachruf auf den gerade verstorbenen mutmaßlich ältesten Mann der Welt, den US-Amerikaner Walter Breuning. Auch hier gilt das “Einerseits – Andererseits.” Schade, dass er tot ist. Schön, dass er so lange leben durfte.

Letztlich aber beunruhigt er uns. Weil wir wissen, dass sein Altersrekord schon bald überholt werden und seine Lebenserwartung normal werden wird. Was Folgen hat. Wenn man nämlich davon ausgeht, dass die Rente so lange sicher ist, wie sie – wie heute – um die 15 Jahre lang bezahlt wird, bedeutet das ja nichts anderes, als dass irgendwann die Rente mit 100 eingeführt werden muss.

Wollen wir das wirklich? Nein, nicht mal Philipp Rösler will das. Er möchte mit 45 mit der Politik aufhören. Was Walter Breuning dazu sagen würde?

Gabriele Pauli redet göttlich wirres Zeug

Den heutigen Beitrag der allseits beliebten Serie “Was macht eigentlich….?” widmen wir heute unserem vormaligen Politikstar Gabriele Pauli. Die einstige “schöne Landrätin, Stoiber-Vernichterin und Spülhandschuh-Göttin war zuletzt immer mehr in Richtung Esoterik abgedriftet. Nun ist sie dort angekommen. Im Bayerischen Landtag forderte sie in einer reichlich wirren Rede einen “Göttlichen Haushalt”. Franz-Josef Strauß dankt für den Auftrag…
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Der Fluch der ständigen Erreichbarkeit…

In diesem lustigen Fußball-Video spiegelt sich ein großes Leid unserer Zeit wieder: Wir müssen immer und überall auf Empfang sein. Im konkreten Fall traf es Matthias Hilbrands, Abwehrspieler beim ostfriesischen Kreisligisten Jemgum. Weil er als Hausmeister des Krankenhauses für Notfälle erreichbar sein muss, wurde er während des Spiels ans Handy geholt. Mit bösen Folgen für einen Gegenspieler…
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Zu Guttenberg netter als van Gaal? Vielleicht nicht

Ja, dieser Karl Theodor zu Guttenberg war ganz anders: Unbestechlich, unabhängig, energisch und dennoch sympathisch. Einer, der den Taliban im schicken Wüsten-Outfit Dampf unterm Hintern machte und auch ansonsten die schwierigsten Aufgaben mit einem strahlenden Lächeln löste. Doch immer stärker zeigt sich, dass wir uns getäuscht haben. Dass einer wie er “trickreich” dissertiert, dann aber vor der Verantwortung desertiert, hätten wir nie und nimmer gedacht.

Dabei galt uns Guttenberg als exaktes Gegenstück zu Fußballtrainer Louis van Gaal. Dieser hätte den Verdacht des Abkupferns mit den Worten “Ich bin wie Gott. Ich weiß alles” kommentiert. “Als Trainer top. Als Mensch ein Arsch”, hätten wir geantwortet und ich heim ins Tulpenland geschickt. Uns war immer klar, dass dieser Egomane scheitern musste.

Jetzt aber zeigt sich: Auch Baron zu Guttenberg weist eine schwierige Persönlichkeitsstruktur auf. Er war zunächst nicht bereit, Fehler zuzugeben und flüchtete sich dann in Ausreden. So wie einst Roland Koch kündigte er an, bei einer brutalstmöglichen Aufklärung seiner Affäre vorneweg zu marschieren. Aber jetzt, wo sie ihm an der Uni Bayreuth offenbar auf die Schliche gekommen sind, will er seine Anwälte eine öffentliche “Würdigung” seiner Doktorarbeit verhindern lassen. Und auch die Bayerische Staatsregierung ist bemüht, die Angelegenheit diskret, sprich ohne Strafverfolgung zu regeln.

Na gut, Egoisten sind wir alle. Aber, ehrlich, wer ist uns letztlich lieber? Das ehrliche Ekelpaket aus den Niederlanden oder der smarte Vertuscher aus Oberfranken? Hm!