Kinderlos im Duft der Rosen

Da war er also wieder, der „Tag der Liebenden“. Massenhaft sind sich Menschen im Gedenken an Bischof Valentin im Duft der im Pestiziddunst gepflückten Rosen in die Arme gefallen. Aber ob das gegen die Überalterung dieser Gesellschaft wirklich etwas hilft? Eher mal nicht. Die Geburtenquote wird wegen den Blumensträußen nicht explodieren.

Sage keiner, die Regierung habe es nicht probiert. Ursula von der Leyen hat mächtig Geld herbeigeschaufelt, um die Zeugungs- und Gebärfreude im Land zu fördern. Ihre Nachfolgerin Kristina Schröder geht sogar höchstpersönlich mit gutem Beispiel voran. Und stürzt sich ins Abenteuer Elternschaft, obwohl Sie und ihr Ehemann von läppischen knapp 20.000 Euro brutto im Monat leben müssen.

Aber was lässt die Menschen so sehr verzagen, was treibt sie in die Windelphobie? Erstens unsichere berufliche Perspektiven sowie das Geld an und für sich. Gemäß einer von der Zeitschrift „Eltern“ in Auftrag gegebenen Umfrage wird das von einer überragenden Mehrheit beklagt. Zweitens, und das ist noch schlimmer: Jeder zweite Mann und jede dritte Frau erklären, dass sie die richtige Partnerin oder den passenden Partner nicht gefunden haben.

Da fragt man sich doch: Wie machen das bloß die Ägypter und andere Araber? Im Land der Pyramiden herrscht große Armut, trotzdem sind 50 Prozent der dort lebenden Menschen jünger als 25 Jahre. Am reichen Kindersegen ändert sich auch nichts dadurch, dass im islamischen Kulturkreis viele Ehen arrangiert sind.

Keiner fragt nach Liebe, trotzdem kommen Kinder. Und so hat es den Anschein, als stünden die Ägypter und ihre benachbarten Brudervölker fester auf dem Boden der Bayerischen Verfassung. In ihrem Artikel 125 heißt es wörtlich: „Kinder sind das köstlichste Gut eines Volkes“.

Mit allzu langem Nachdenken verträgt sich dieser Grundsatz nicht. Aber weil wir zuerst Karriere machen wollen, unbefristete Jobs vor dem 50. Lebensjahr aber selten geworden sind, wird es doch nichts und das Berufsleben mündet auf direktem Weg im Pflegenotstand.

Manchmal haben’s die Ägypter leichter…

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