Gottschalk und der Werther-Effekt

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Ein Grund dafür, warum sich anständige Medien mit Berichten über Suizide zurückhalten, ist der so genannte „Werther-Effekt“. Dieser besagt, dass spektakuläre Abschiede von dieser Welt, über die viel geschrieben und gefunkt wird, immer Nachahmer finden. Nun ist auch jeder Rücktritt ein kleiner Tod. Und somit hat Hosni Mubarak einen solchen Nachfolger gefunden. Thomas Gottschalk ist der neue Werther.

Gut, seine Rücktrittsankündigung in der gestrigen „Wetten, dass…?“-Sendung war uns irgendwie klar. Nach dem schlimmen Unfall des Kandidaten Samuel Koch vor gut zwei Monaten war Gottschalks Entertainment-Konzept – inhaltsschwache, harmlose Dampfplauderei, sinnlose Wetten, schamlose Schleichwerbung – definitiv erledigt. Schon damals wäre ihm niemand böse gewesen, wenn er aufgehört hätte. Richtig klar war die Sache jedoch, als die „Bild“-Zeitung am Samstag auf Seite 1 in Größtbuchstaben fragte, ob der Showmaster live seinen Rücktritt ankündigen würde. Jedem, der nicht völlig naiv ist, war  klar, dass das nur scheinheilig war und dass die Info direkt vom ZDF stammte.

In einem Punkt hat Gottschalk den Ägypter Mubarak allerdings übertrumpft: Er konnte den Zeitpunkt seines Abgangs selbst bestimmen. Nachdem in den letzten Wochen wochenlange Protest-Außenwetten am Brandenburger Tor ausgeblieben waren, wird die Mallorca-Show im Sommer zu seiner großen Abschiedsparty. Das gibt mehr Tränen als bei einem noch so dramtischen Stierkampf.

Wetten, dass…?

3 Kommentare in “Gottschalk und der Werther-Effekt

  1. Ein Großer Darsteller und Entertainer verläßt die Bühne des Fernsehens. Auch, wenn ich Thomas Gottschalk am Anfang nicht so leiden konnte, hätte ich nie gedacht, dass er es so lange aushält. Wirklich Schade darum. Aus nach 24 Jahren: Thomas Gottschalk wird die Moderation von „Wetten, dass..?“ zum Sommer aufgeben. Im ZDF sagte er, für ihn sei „Schluss mit lustig“. Nach dem schweren Unfall des Wettkandidaten Samuel Koch in der vergangenen Sendung könne er nicht weitermachen wie bisher. Die Gründe sind meines Erachtens durchaus nachvollziehbar.

  2. Ich glaube, dass dieser Unfall nur eine Ausrede war. Gottschalk hat wahrscheindlich keine Lust, diese Sendung zu moderieren. Er lebt doch in Amerika, hat wahrscheinlich genug Geld und braucht diesen ganzen Stress nicht mehr.

  3. Nebenbei angemerkt: Ihr habt seine Möchtegernmoderatorin vergessen zu erwähnen. Aber scheinbar war die schon lange keinen Gedanken (mehr) wert. Ihr braucht man dann auch keine Träne nachzuweinen, weil sie schon von jeher vergessen war. Gut so!

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