Schau an: Ägypter sind wie Du und ich

Sie sind nicht so häufig, die Tage, an denen du so fasziniert wie fassungslos vor deiner Glotze sitzt und miterlebst, wie anderswo etwas ganz Großes passiert. So ist das heute, angesichts der Ereignisse in Ägypten. Sie zeigen uns, wie viel Menschen bewegen können, wenn sie gemeinsam ihre Angst überwinden. Dann wird auch ein gefürchteter Despot zum Flüchtling.

Was Tunesien vor ein paar Tagen erlebt hat und was gerade in Ägypten passiert, ist für uns ausgesprochen lehrreich. Über Jahre hinweg hatten uns vor allem die Fernsehbilder westlicher Sender ein sehr einseitiges Bild der Araber(innen) eingetrichtet. Nämlich eines von dumpfen religiösen Fanatikern, die irgendwelche Mullahs anbeten und laut schreiend dänische oder andere Fahnen verbrennen. Und denen durch Geistesgrößen wie Georg W. Bush erst einmal die Demokratie beigebracht werden muss.

Nun zeigt sich urplötzlich dieses: Anscheinend haben Menschen überall auf der Welt die gleichen Träume. Sie wollen möglichst frei über ihr Leben entscheiden, gleiche Chancen haben und gerecht behandelt werden. Auch in Ländern wie Tunesien oder Ägypten. Es sind, so gesehen, Menschen wie Du und ich. Warum eigemtlich ist das für uns erstaunlich?

Man kann den Menschen nur die Daumen drücken, dass ihr Präsident ins Exil verschwindet, bevor es großes Blutvergießen gibt. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat einer ersten Reaktion die für sie typisch läppische Erklärung geschafft, dass das ägyptische Regime doch bitteschön friedliche Demonstrationen erlauben möge. Glückwunsch, für diese geistig-moralische Wucht.  Aber sie hat ja andere, deutsche Probleme. Sie muss klären, ob es in Ordnung war, dass der Kapitän der Gorch Fock Wasserski gefahren ist…

2 Kommentare in “Schau an: Ägypter sind wie Du und ich

  1. Pingback: Politblogger » Der Muslim an sich ist auch nur ein Mensch

  2. Jetzt im „Nachhinein“ ist es ja einfach, was zu schreiben….

    Ich war zwar nur ein paar Tage in einem arabischen Land, aber ich habe mir die Menschen dort etwas genauer angeschaut.

    (Ironie an)
    Überraschung: Das sind Menschen!
    Überraschung: Die leben dort ganz normal vor sich hin!
    (Ironie aus)

    Der Unterschied zu „uns“: Die meisten Leute sind freundlich, gehen öfter mal zum Beten, und die haben da andere Ladenöffnungszeiten.

    Und keiner hat mich verprügelt, weil ich ein Ausländer war. Das ist der Unterschied.

Kommentare geschlossen.