Sepp Blatter – unser Präsident für die Ewigkeit!

Er denkt wahrhaft global: Sepp Blatter

Er denkt wahrhaft global: Sepp Blatter

„Sepp Blatter ist ein Schweizer, wie es keinen Schweizer mehr geben wird.“ Dieser Satz stammt zwar aus einer Franz-Beckenbauer-Parodie, jedoch: Bestimmt ist der Präsident des Welt-Fußballverbandes Fifa als Mensch ein wunderbarer Solitär. Denn gerade haben wieder alle Zweifler erfahren, dass er und nur er weiß, wo es auf diesem Planeten entlanggeht.

Wer das nicht glaubt, soll doch bitte mal sagen, welchem Menschen es sonst noch vergönnt ist, dass seine Grundschule zu seinen Lebzeiten nach ihm benannt wurde. In Visp in der Schweiz, wo dazumal der kleine Sepp auf der Schiefertafel herumgekratzt hat, ist das so. Und sind von diesem Mann Momente des Scheiterns überliefert? Außer bei seinem erfolglosen Vorschlag aus dem Jahr 2004, die Bekleidung von Fußballerinnen femininer zu machen? Blatter dachte damals (sicher) an Volleyballhöschen und (eventuell) an Fußballschuhe mit Absätzen und aufgemalten lackierten Zehen. Dafür war die Zeit noch nicht reif.

Die jüngsten Entscheidungen seiner Fifa haben jedenfalls Weltökonomie und Klimawandel im Blick. Blatter weiß, dass sich bis 2018 mit Öl und Gas noch mächtig Geld verdienen lässt. Also schickt er die Kicker ins russische Riesenreich. Der Umstand, dass dieses Land nur halbdemokratisch regiert wird und dass an allen Ecken und Enden die Mafia lautert, mag manchen abstoßen. Ein Fifa-Funktionär, und erst recht der Alpha-Rüde des Weltfußballs, kennt das aus der täglichen Arbeit.

Bekannt ist aber auch, dass das Öl immer knapper und teurer wird. Also gilt es, während späterer Wettbewerbe kostspielige Mannschaftstransport-Flüge zu vermeiden. In Katar 2022 klappt das. Dieses Land entspricht von seiner Größe her – einem 80 Kilometer breiten Streifen zwischen Nürnberg und München. Es liegt am Meer, was schön ist und bietet ansonsten als Sehenswürdigkeiten vor allem Hochhäuser. Das ist übersichtlich. Man muss bloß die Fußballstadien so platzieren, dass man sie nach der WM wieder abreißen kann. Brauchen wird man sie ja nicht mehr.

Ja, Sepp Blatter weiß, was er tut. Gilt er doch auch als nimmermüder Reformator des Fußballs. Und eine WM der kürzesten Wege bietet doch zum Beispiel die Möglichkeit, die Zahl der teilnehmenden Nationalmannschaften  zu verdoppeln (TV-Rechtevermarktung!). Schließlich würde die 15-minütige Halbzeitpause genügen, damit  Teams die Stadien wechseln und nebenan ein neues Spiel beginnen.

Sein wahrer Plan ist aber ein ganz anderer. Blatter hat insgeheim genug von neureichen Rohstoffvermarktern. Er will dorthin, wo das große Geld seit fast zwei Jahrtausenden zuhause ist, nämlich in den Vatikan. 2026 wird die Fußball-WM in dem aus dem Petersplatz gestampften „Josephs Dome“ eröffnet. Vor Anpfiff des Finales bekommt unser Fifa-Sepp, inzwischen 90-jährig, im Anstoßkreis vom Papst persönlich die letzte Ölung.

Und dann ist er das, als was er sich schon seit langem sieht: Unser Präsident für die Ewigkeit!

3 Kommentare in “Sepp Blatter – unser Präsident für die Ewigkeit!

  1. Du „ärgerst“ dich darüber, das ein kommerzielles Ereignis an den meistbietenden verhöckert wird?

    Wenn dein Lieblingssänger in einer Konzerthalle auftritt, schreibst du dann einen bösen Artikel über den Konzertveranstalter? Oder einen Bericht über das Konzert?

    Ich versteh diese Fußballfans einfach nicht. Profi-Fußballer ist eine Berufsbezeichnung. Die rennen nicht über das Feld, weil sie euch glücklich machen wollen. Sondern weil sie dafür bezahlt werden. Ich schreibe meine Programme auch nicht für den Applaus der Kunden. Bin ich jetzt ein schlechter Mensch?

    Vielleicht sollten einige mal ihre „romantischen“ Vorstellungen der Wirklichkeit anpassen….

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