Flughafen-Profiling: Auch Promis kriegen Stress

Darf er ins Flugzeug? Doch eher nicht.

Darf er ins Flugzeug? Doch eher nicht.

Fast wäre dieser Winter langweilig geworden. Eis, Schnee und die Folgen beherrschten die Nachrichten der vergangenen Tage dermaßen, dass kaum Platz für die Veröffentlichung visionärer politischer Projekte vorhanden war. Doch nun taucht doch noch eine heiße Idee aus dem Winterloch auf: Deutsche Flughäfen sollen ihre Passagiere nach Risikogruppen einteilen. Wer einen terrorismusfreundlichen persönlichen Hintergrund hat und auch noch so aussieht, soll nicht mehr mitfliegen dürfen, mindestens aber extra-gründlich gefilzt werden. .

Jetzt sehen wir doch einmal unser linkes Bild an. Es zeigt uns einen Mann französischer Staatsbürgerschaft. Sein Gesichtsausdruck verrät, dass er mit seiner Umgebung nicht wirklich gut zurechtkommt und düsteren Gedanken nachhängt. Wir wissen von diesem Mann, dass er muslimischen Glaubens ist. Wir wissen, dass er bereits im Diesseits den Kontakt zu weiblichen Wesen sucht, die Jungfrauen sein könnten. Und dass dieser Franck Ribéry bei seiner Lieblingsbeschäftigung, dem Torjubel, wahrlich furchterregend aussieht.

Würden Sie also, wenn Ihnen einen Fluglinie gehören würde, diesen Mann mitfliegen lassen? Doch eher nicht.

Mit ihm Boden bleiben müsste zudem wohl der Herr hinter dem Link. Er stammt aus einem bestenfalls halb-demokratischen Staat. Zudem wird von ihm gemunkelt, dass er Sprengstoff in den Fäusten hat.

Nichtflieger 2

Ich nehme weitere Vorschläge für Nichtflieger gerne an und weise ansonsten auf zweierlei hin:

1. Wirklich sicher ist nur der Nacktflug. Das habe ich vor fast genau einem Jahr bereits erwähnt, nämlich  hier

2. Terroristen wandeln sich, wenn es der Sache dient. Nehmen wir die Frau auf unserem zweiten Bild:  Offensichtlich keine Muslimin, freundlich und offensichtlich ein bisschen doof. Ich bin sicher, Daniela Katzenberger fliegt nach den neuen Sicherheitsregeln überall hin. Und das, obwohl ihre bereits bekannten Aktivitäten manchem als Verbrechen an der Menschheit gelten…

Sie fliegt überall hin. Foto: dpa

Sie fliegt überall hin. Foto: dpa

Festtags-Schock: Die neue Lothar-Matthäus-Passion

Ich gebe zu, irgendwo macht mir die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr Angst.  Zu oft haben sich da in den letzten Jahren Katastrophen ereignet. Nehmen wir bloß den zweiten Weihnachtsfeiertag: Da rauschte 1999 ein verheerender Orkan namens Lothar durch Nord- und Westeuropa, 2003 wurde die historische Stadt Bam bei einem Erdbeben im Iran zerstört und 2004 forderten die Tsunamis nach einem Seebeben im Indischen Ozean weit über 200.000 Menschenleben. Ich war also vorbereitet, dass Schlimmes passieren oder bekannt werden würde. So ist es auch gekommen. Und schuld ist Lothar.

Zum Glück für die Menschheit erleben wir aber keinen neuen Orkan, sondern eine – jahreszeitlich unpassende – Matthäus-Passion. Unser fränkischer Fußballgott Lothar/Loddar ist im Hafen der Ehe bereits zum vierten Mal auf Grund gelaufen. Sylvia, Lolita und Marijana sind schon weg. Und jetzt hat Noch-Ehefrau Liliana vermutlich eingesehen, dass ihr Talent nicht für eine große Show-Karriere ausreicht. Trotz ihres weltberühmten Mannes.

Ihres Mannes, der einem auf seiner unglücklichen Suche nach wahrer Liebe so richtig leid tun kann. Was sogar die ansonsten eher unsensiblen Journalisten der “Bild”-Zeitung empfunden haben müssen, als sie ihren Ehe-Abgesang geradezu dramatisch begannen: “Die Gefühle verebbten und brandeten wieder auf, mal schwammen sie auf einer Glückswelle, dann brach alles über ihnen zusammen.”

Nein, hier tobte kein Orkan. Wir wissen nichts von einem Gefühls-Erdbeben. Aber am Ende war es, wie schon einmal an einem zweiten Weihnachtsfeiertag, ein astreiner Tsunami.

Doch einer wie Lothar Matthäus war beruflich lange genug mit Oliver Kahn zusammen, um zu wissen, dass es im Leben immer weiter geht. Was uns auch eine andere Katastrophen-Meldung dieses Tages signalisiert: Playboy-Gründer Hugh Hefner (84) hat sich mit einem 24-jährigen Playmate namens Crystal verlobt.

Lothar Matthäus ist gerade mal 49 Jahre alt. Wir sehen ihn also noch oft in diesem Theater…


Weihnachtsstress? Das Leben genügt – wenn man`s bedenkt

Liebe Gemeinde! Gestern habe ich eine Geschichte über so genannte “Weihnachtsverweigerer” gelesen. Also über Menschen, denen der ganze Trubel hemmungslos auf den Geist geht.

Ist das jetzt wieder so eine Erfindung der Neuzeit? Weil man kein besseres Thema hat, klopft man auf unser liebstes Fest ein? Nein, falsch gedacht. Weihnachtskritik gab es schon 1927. Niedergeschrieben in einem wunderbaren Gedicht von Erich Kästner. Ich finde, wir sollten es lesen – und danach mit viel größerer Gelassenheit feiern.

“Morgen, Kinder, wird’s nichts geben!
Nur wer hat, kriegt noch geschenkt.
Mutter schenkte euch das Leben.
Das genügt, wenn man’s bedenkt.
Einmal kommt auch eure Zeit.
Morgen ist’s noch nicht soweit. Weiter lesen

Schneechaos: Wo bleiben die Erfinder?

“Zuerst kaufe ich mir eine selbstreinigende Kaffeemaschine.” Dieser jüngst gesprochene Satz einer Kandidatin bei “Wer wird Millionär?” bekommt angesichts unserer aktuellen Schneemengen eine besondere Bitterkeit. Denn es wird  klar, dass die eigentlich so bewunderungswürdigen Erfinder versagen, wenn es um die wahren Probleme der Menschen geht. Die Frage ist: Warum gibt es keine Innovationen in Sachen Eis und Schnee? [polldaddy poll=”4284749″]

Wenn es die Menschen schon verlernt haben, mit Sommerreifen durch den Winter zu kommen, wenn Züge wegen vereister Bremsen stehen bleiben, wenn tausende Flugzeuge am Boden bleiben – dann darf das die Tüftler eigentlich nicht ruhen lassen. Aber stattdessen kümmern sie sich um sinnlosen Krampf wie selbstreinigende Kaffeemaschinen und investieren jede Menge Hirnschmalz in Maschinen, mit denen man wahlweise Menschen am Arbeitsplatz wegrationalisieren oder an Kriegsfronten töten kann.

Warum etwa gibt es massenhaft Fußballplätze mit Rasenheizung, aber keine beheizten Landebahnen? Warum gibt es keine Autos, die bei Bedarf Gummireifen ein- und Kufen ausklappen? Wo bleibt das Patent auf selbstschippende Gehsteige? Wo sind Luftkissen-Taxis, die über vereiste Flächen extra gut gleiten? Nein, nicht einmal Schaufelaufsätze für Schuhe gibt es, die Menschen befähigen würden, beim Gehen den Dreck zur Seite zu schieben.

Das Versagen der Denker ist eklatant und wohl nur so zu erklären, dass die Klimawandel-Propaganda zu einem Innovationsloch geführt hat. Palmenhaine wurden uns versprochen, Schnee haben wir gekriegt. Der ist jetzt da. Also, wacht auf, Ihr Tüftler dieser Erde!

Fast drei Prozent: Guido darf von Bord

Wie lange bleibt er? Wann fällt er um? Es scheint so, als habe ganz Deutschland einstimmig beschlossen, dass Guido Westerwelle unverzüglich abzuservieren ist. Obwohl für seine Partei die Abkürzungs-Variante “fast drei Prozent”  wahr zu werden scheint, hält der FDP-Vorsitzende  dagegen. Er streckt trotzig das Kreuz durch und verkündet mit fester Stimme: “Ich verlasse das Deck nicht, wenn es stürmt”.

Was will er uns damit sagen? Zunächst einmal ist sicher, dass sich Westerwelle zum Montagsauto unter den deutschen Außenministern entwickelt hat. Es ist schon eine hohe Kunst, ständig den Mächtigsten der Mächtigen die Hände zu schütteln, das globale Geschehen ein Stück weit mitzulenken, und trotzdem unbeliebter zu sein als Gregor Gysi oder Horst Seehofer. Dramatische Fehlbesetzung, würde man im Theater sagen. Weiter lesen

Im Schnee wird der Wutbürger zahm

“Wutbürger”, das Wort des Jahres, hat eine Diskussion darüber ausgelöst, wie stark die Ungehorsamkeitsneigung der Bevölkerung tatsächlich ist.

Sie ist gering. Der Winter bringt es an den Tag. Denn genauso, wie sich Raucher auf Bahnsteigen kreuzbrav in gelbe Vierecke stellen, geht der anständige Menschen jenen Weg, der ihm von der Obrigkeit vorgegeben ist. Der Lemming ist in uns – schauen Sie hin.

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Die "Wutbürger": Sauer, aber ziemlich doof

Jetzt mal ehrlich: Haben Sie in diesem Jahr auch nur ein einziges Mal “Wutbürger” in den Mund genommen? Ich nicht.  Kein anderer Mensch hat das zu mir gesagt. Schon deshalb finde ich die Entscheidung der Gesellschaft für Deutsche Sprache, diesen Ausdruck zum “Wort des Jahres” zu machen, sehr seltsam.

Außerdem finde ich dieses Wort grundsätzlich daneben. Nicht, weil mir die Inkarnationen Welt-, Staats-, Bildungs- und Kleinbürger reichen würden. Sondern weil ich es so verstehe, dass die Bürger schon mal zurecht sauer, aber dabei auch ziemlich doof sind. Vor allem derjenige, Weiter lesen

Nach Kerner, Steffi und KT: Schickt die RTL-Kasper ins Wüstencamp

Frontsoldaten wissen: Diese Frau ist eine Granate.

Frontsoldaten wissen: Diese Frau ist eine Granate.

Heute Abend also die Fernseh-Sensation des Jahres: Johannes B. Kerner sitzt gemeinsam mit Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg auf einer Bühne im Bundeswehr-Camp Mazar-e-Sharif und schildert der staunenden Nation, wie das Leben der Soldaten in Afghanistan wirklich ist. Bevor dieses Theater beginnt, sage ich: Eklatante Fehlbesetzung. Das wird nichts.

Unser christlich-sozialer “Sonnenbrillenträger des Jahres” passt hin, da gibt es gar nichts. Hat er doch wieder einmal für großartige Bilder aus der Wüste gesorgt. Wie er an der Seite seines blonden Schutzwesten-Engels Stephanie auf die Fotografen zumarschiert ist, war ein neuerliches Staatsschauspiel der allerersten Güte. Er wie Bruce Willis mit Haaren, sie wie Lilli Marleen ohne Laterne. Glaubwürdig, optimistisch, erfolgsorientiert.

Aber Kerner? Da ist doch einer nach Afghanistan geflogen, der seine Schlacht um die Zuschauer längst verloren hat. Beim ZDF war er für jeden und alles zuständig. Für Fußball, Kochen, Menschen und andere Sensationen. Sein Wechsel zu Sat1 ist ihm aber überhaupt nicht bekommen. Keiner mag ihn mehr sehen. Was sich auch daran zeigt: Sein todesverachtender Talkshow-Fronteinsatz wird erst ab 23.15 Uhr gezeigt. Nach “Out of Time – Sein Gegner ist die Zeit.” Stimmt. Kurz vor Mitternacht sind die Einschaltquoten eher schlecht.

Eine afghanische Fernseh-Sensation müsste ohnehin RTL übernehmen. Mitte Januar startet das neue Dschungelcamp, unter anderem mit Kachelmanns SMS-Tussi Indira Weis, Liebesgott Rainer Langhan, Spaßkugel Dirk Bach sowie unserer unvergleichlichen oberfränkischen Sex-Göttin Tatjana Gsell.

Dieses Grauen in Mannschaftsstärke müsste vorübergehend als “Wüstencamp” an den Hindukusch verlegt werden. Ungeziefer aller Art sollte reichlich vorhanden sein, als Mutprobe wäre ein Bergdorf-Burka-Lauf denkbar. Wir würden zusehen, bibbern, für unsere Kandidaten beten.

Und die Taliban würden vielleicht sogar kapitulieren. Denn eines würde ihnen mit aller Macht klar: Eine Gesellschaft, die trotz solcher Sendungen ohne Selbstmordattentate auskommt, kann man nicht besiegen.

Montags im Schnee stirbt die Liebe im Radio

Montagmorgen, Wetter, Verdauung, Liebeskummer: Nur zu gerne denken wir in unserer westlichen Wohlstandsgesellschaft, dass wir ganz besondere Menschen sind. Deshalb haben wir auch ganz besondere Probleme. Zum Beispiel können wir lange darüber nachdenken, welches Wetter-App für unser Handy extra-chic wäre. Wir übersehen dabei, dass wir letztlich auch nur einer von 6,9 Milliarden Menschen sind. Und dass es bei anderen Leuten nur deshalb ums nackte Überleben geht, weil sie zufällig in einer anderen Gegend geboren wurden.

Die vier Einstiegsworte indes zeigen, dass auch unser Dasein einfacher gestrickt ist, als wir oft denken. Heute ist Montagmorgen. Das ist schlecht. Sagen jedenfalls die Leute im Radio. Weiter lesen

Jetzt sagt mal: Warum feiert Ihr Weihnachten?

Ihr, die Ihr gerade dabei seid, die Stiefel aus dem Schuhschrank zu holen, um zum Geschenkekauf in die Innenstadt zu gehen, lasst Euch sagen: Haltet ein! Fragt Euch lieber erst einmal, warum Ihr das macht.

Hört den fränkischen Volksmissionar “JesusUnserRetter” und Ihr wisst, dass Jesus allenfalls  im Februar oder März auf die Welt gekommen sein kann. Warum also feiert Ihr Weihnachten?

http://www.youtube.com/watch?v=2NwcYqAZNjk

PS.: Aufmerksam wurde ich auf diesen wichtigen Beitrag durch die Radio-Z-Sendung “Sendeloch”