Vergesst den Spiegel! "Dübelleaks" hat alles schon enthüllt.

Gut, jetzt ist es raus: Ich bin ein Staatsfeind! Denn wenn ich mir die Aufregung um den Super-Geheimpapier-Skandal mit den von Wikileaks geklauten Dokumenten sehe, wird mir ganz schwummrig. Ich habe das alles nämlich schon selber geschrieben. Dübelleaks war den Amis und damit der globalen Zeitrechnung weit voraus.

Als wahrhaftige Alternative zum Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ will ich nur einige Beispiele zum Nachlesen anbieten. Am 30. August dieses Jahres nannte ich Angela Merkel die Chefin im Wartehaeuschen. Bereits am 10. Juli hatte ich einen Draufhau-Tisch für Mutti gesucht. Und am 24. März 2009 (1) hatte ich gefragt wieviel Langweile seitens der Kanzlerin zu ertragen ist.

Horst Seehofer habe ich mit dem Beitrag „Der Umfragewerte-Konservative“ am 9. August 2010 hinreichend beschrieben. Und dass Guido Westerwelle gelegentlich der Gaul durchgeht stand am 9. Februar 2010 im Beitrag über „anstrengungslosen Wohlstand“.

Was lernen wir aus dem aktuellen „Skandal“? Zum Beispiel, dass es in der Menschheit offenbar eine grenzenlose Naivität gibt. Es ist doch völlig klar, dass Außenministerien die Politiker anderer Länder bewerten. Und es ist auch klar, dass dabei nicht alle gut wegkommen. Den/die perfekte Staatsmann/Staatsfrau gibt es ja nicht.

Wir lernen weiter, dass es eine himmelschreiende Ungerechtigkeit ist, dass nicht ich, sondern der Irokesen-Gockel Sascha Lobo zu Anne Will eingeladen wurde.

Und wir lernen, dass es scheinbar keine echten Skandale gibt, wenn der Wikileaks-Krampf derart hohe Wellen schlägt. Ich finde, man sollte das Sparpaket der Bundesregierung genauer anschauen. Da steckt viel mehr Stoff drin, als in einem Diplomaten-Gekritzel…