Dirty Tatjana: Rettet sie "Penthouse"?

Mit Schminke und Photoshop: Tatjana Gsell.

Mit Schminke und Photoshop: Tatjana Gsell.

Reden wir mal über Männermagazine. Also über jene Zeitschriften, deren große, weltumspannende Botschaft es immer war, von der mitunter unfassbaren Schönheit der Frauen zu künden. Sie hießen “Playboy” oder “Hustler” , ihre Macher wurden reich und berühmt. Doch wie alle gesellschaftlichen Institutionen haben auch diese Hefte an Glanz verloren und können sich wahre Luxusfrauen nicht mehr leisten.

Es waren doch so tolle Zeiten. Männermagazine wurden als Bückware behandelt, man kaufte sie verstohlen mit gebeugtem Haupt, Sonnenbrille und hochgeschlagenem Jackenkragen. Nur wenn ein Mann an der Kiosk-Kasse stand, tat man es mit einem verschwörerischen Grinsen. Einen Playboy vor Erreichen des 18. Lebensjahres zu kaufen, war für junge Männer eine Mutprobe erster Ordnung. Langjährige Ehemänner wiederum brauchten großes Selbstbewusstsein, um ihr Magazin offen auf ihren Wohnzimmertisch zu legen.

Der Name Hugh Hefner galt uns als wörtliche englische Übersetzung von Rudi Rammler. Aber heute ist der Erfinder der Häschen-Frauen ein 84-jähriges Faltengesicht, dessen Kunden ihr Heft neben der Häkel-Klorolle ins Auto legen können, ohne bei Passanten auch nur einen Hauch von Empörung auslösen zu können. Soweit neue Männermagazine Erfolg haben, weht darin der Hauch der Gleichberechtigung: Wer die Superfrauen betrachten will, muss beim Blättern auf der Fitness-Seite vorbei, auf der er den Weg zum Sixpack erklärt bekommt.

Bei den Traditionsheften dagegen herrschen Not und Elend statt Glanz und Glamour. Oder was soll es uns sonst sagen, dass die November-Ausgabe des Penthouse-Magazins unser aller Tatjana Gsell zum Covergirl und großem Thema macht?

Zwar wurden uns ihrem Fototermin in Wien unter anderem folgende Worte übermittelt: “Puren Luxus verkörpert Tatjana Gsell in sexy Dessous und in Budka Pelzen.  Vor allen Gästen posiert sie hocherotisch auf einem Flügel. Fotograf Lars Graf ist begeistert, ebenso die Gäste, die die Schönheit bei der Arbeit beobachten dürfen.”

Aber diese sprachliche Erregung müssen wir uns nicht so sehr zu Herzen nehmen. Der Mann, der das geschrieben hat, wurde dafür bezahlt. Das wissen wir ganz sicher.

1 Kommentar in “Dirty Tatjana: Rettet sie "Penthouse"?

  1. Nein, diesen Artikel lese ich nicht. Nein. Auf gar keinen Fall. Und das Bild schau ich mir auch nicht an…brrr.

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