Sei beruhigt, Dein Auto hört Dir zu

Mal ehrlich: Was  fehlt uns mehr, in diesen bewegten, unruhigen Zeiten,  als  ein treuer Begleiter? Jemand,  mit dem wir unsere Träume und Sorgen teilen können. Jemand, der vor allem gut zuhören kann – und nicht immer gleich vom Thema abweicht. So etwas  gibt es, die Namen  dieser Gefährten sind Sharan, Insignia oder Prius. Richtig erkannt, es  sind  unsere Autos. Mit ihnen reden mehr Menschen als man denkt.

Zwar  sind unsere Blechkarossen als  Anker unseres Daseins aus der Mode gekommen. Rein äußerlich sind die  meisten Modelle keine extravaganten Charaktere. Und spätestens seit der Abwrackprämie sind sie auch als Statussymbol kaum noch bedeutend. Wer heutzutage angeben will,  kommt mit dem jeweils neuesten iPhone weiter.

Aber: Unsere Autos sind immer dort,  wo wir es wollen.  Sie hören zu und widersprechen nie. Das wird genutzt. So hat  eine Umfrage im Auftrag des Internetportals autoscout24.de ergeben,  dass 59 Prozent der Deutschen mit ihrem Fahrzeug reden. Die Frauen mit 69 Prozent deutlich mehr als die Männer (49 Prozent). Erfreulich sind diese Dialoge  allerdings nicht immer: 37 Prozent der Autofahrer(innen)  schimpfen laut Umfrage mit ihrem Auto. Zuneigung drückt nur jede(r) Vierte aus.

Man darf beziehungsweise muss  also davon ausgehen, dass sich  die Beziehung Mensch-Auto von Freund- und Liebschaften im sonstigen Leben nicht unterscheidet.

In einem ganz neuen Licht erscheint zuguterletzt der unvergessene Melitta- Mann. Wer – wie er – kein Auto hat, interessiert sich umso  stärker für Senora. Wir sollten die  Karre mal wieder stehen  lassen.

4 Kommentare in “Sei beruhigt, Dein Auto hört Dir zu

  1. Also ich Rede nie mit meinem Auto. Höchstens mit dem PC („Dreckskiste!“), dem Badezimmer-Spiegel („Wer sind Sie denn?“) oder der Wohnungstür („Was hab ich vergessen?“), manchmal mit dem Geldbeutel („Hast ja schon wieder ein Loch!“). Aber mit dem Auto? Also nee, sowas mach nie.

  2. Dem Melitta-Mann kann ich nur zustimmen. Schließlich habe ich die Frau meines Lebens auch auf dem Fußweg zum Bahnhof kennen gelernt. Im Stau ist jeder in seiner Blechkiste einsam, aber wenn der Zug wieder mal Verspätung hat, dann geht man eben mit einer charmanten Mitreisenden solange einen Kaffee trinken.

  3. Der Melitta-Mann ist zwar quasi der Rebel unter den Italienern – so ganz ohne PS-Untersatz. 🙂 Das mit dem gefilerten Kaffesatz von Melitta als Flirthilfe hat aber bei mir leider auch noch nicht funktioniert. Vielleicht liegt’s ja an der „Dreckskiste“, die vor der Tür steht. 😉

Kommentare geschlossen.