Herr Schäuble, der Schmerzensmann des großen Geldes

„Integrität und Ehrlichkeit sind ein grundlegender Bestandteil unseres Geschäfts.“ Jawohl, mit diesem stolzen Satz beschreibt ein Unternehmenauf seiner Homepage das Wesen seines Handelns. Es  handelt sich aber nicht  um die Chemische Reinigung von Frau Scholze, sondern  um die großartige Hypo Real Estate Group. Die hat sich gerade  40 Milliarden Euro Zusatzgeldspritze genehmigen lassen.  Armer Wolfgang Schäuble!

Der Bundesfinanzminister wird bestimmt damit hadern, dass die paar Hundert Mitarbeiter einer Münchner Bank nahezu den gleichen Betrag versemmeln, wie sämtliche Einwohner von Angola in einem Jahr an Bruttosozialprodukt erwirtschaften.

Aber vielleicht tröstet ihn das auch. Denn die voraussichtlich 57,5 Milliarden Euro neuen Schulden, die er  sich  in   seinem 2011-er Bundeshaushalt erlauben  will, nehmen sich doch vergleichsweise erträglich  aus. Aber egal: Ein  unglücklicher Mensch ist Merkels Schmerzensmann sowieso.

Denn: Geld  macht nur dann glücklich, wenn  die Beträge überschaubar sind. Das haben Forscher  bei Befragungen von US-Amerikanern herausgefunden. Liege das Einkommen bei umgerechnet etwa 58.000 Euro pro Jahr, sei eine Art Grenze erreicht. Noch mehr Geld mache dann zwar zufriedener, aber nicht automatisch glücklicher.  Die Zufrieden­heit nahm zwar mit dem Einkommen stetig zu. Das emotionale Wohlbefinden jedoch sank bei höheren Einnahmen. Fazit: Wer sehr gut verdient, ist anfälliger für Traurigkeit, Stress und Verfolgungswahn.

Wir sahen also Wolfgang Schäubles erwartet krisenhaften Gesichtsausdruck,  als er dem staunenden Bundestag sein Schuldenbündel als Sparpaket verkauft. Der Mann jongliert mit über 307 Milliarden Euro, was völlig unüberschaubar, dafür aber  ausgesprochen stressfördernd ist.

Schließlich ist da auch noch das trübsinnig machende Ministergehalt. Eigentlich gibt es für Herrn Schäuble doch nur einen Rat: Geben Sie sich  mit 58.000 Euro pro  Jahr zufrieden.  Und diese Welt wird wieder schön  sein.