Archiv für September, 2010

September 29th, 2010

Grüne ganz oben? Aber nur ohne Pfandautomat

Echt wahr: Baldur Springmann war der Kopf der frühen Grünen.

Echt wahr: Er war der Kopf der frühen Grünen.

Der Aufschwung der Grünen wirkt wahrlich irrwitzig. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, in denen während Chaos-Parteitagen tonnenweise Socken und Pullover gestrickt wurden und in denen ein norddeutsches Catweazle-Double namens Baldur Springmann die besten Wege zur Rettung des Planeten erläuterte. Und heute winken trotz der Koteletten von Cem Özdemir und der Frisur von Claudia Roth  20 Prozent  und mehr. Finde ich gut. Eigentlich.

Wäre da nicht das Dosenpfand und seine schlimmsten Folgen: die Rückgabeautomaten.

September 25th, 2010

Die Dicken sind die Helden der Nation

Dieses Thema bleibt ein Ewigliches: Wie viel persönliches Versagen, wie viel mangelnde Fitness, wie viel Krankheit kann diese Gesellschaft ertragen? Meine Antwort: Mehr als viele denken. Denn die Dicken zählen zu den Helden der Nation.

Da hat also die Orga­nisation für wirtschaftliche Zusam­menarbeit und Entwicklung (OECD) festgestellt, dass in Deutschland bereits jeder zweite Bür­ger übergewichtig sei.

September 23rd, 2010

Spaß im Schweizer Parlament um Bündner Fleisch

Der Schweizer Bundesrat Hans-Rudolf Merz soll einen Bürokratentext verlesen, muss nur noch lachen – und wird zum Star im Internet. Natürlich auch hier…

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September 23rd, 2010

Söder und die Burka: Das Aus für die Fata Morgana?

Nein, schwarz-braune Gestalten wollen wir nicht.

Nein, mit Burka und Lederhosen - das wollen wir nicht.

Erinnern wir uns doch mal an den schönen Satz “Leben und leben lassen”. Dieser galt einst als Alleinstellungsmerkmal Bayerns innerhalb der deutschen Bundesländer. Sollten doch die Sozis in ihrem NRW und Bremen alles kaputt regulieren, die CSU würde das liberale Klima ihres Freistaates auf jeden Fall bewahren. Aber das ist rum: “Lebensminister” Markus Söder fordert ein Burkaverbot.

Was treibt ihn dazu?

September 20th, 2010

Der Tipp: Das megatolle Straßen-Navi 3.0

Manche  Ideen sind sowas von innovativ, dass man nicht groß drumherumreden oder -schreiben muss. Also: Hier ist es, das beste Navigationssystem aller Zeiten. (Danke, @jochenjochen)

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September 19th, 2010

Darf man Sarkozy einen Giftzwerg nennen?

Ach wie gut, dass niemand weiß...

Ach wie gut, dass niemand weiß...

Nach allen Grundregeln der journalistischen Ethik gehört es sich nicht , einen Menschen wegen seiner äußeren Erscheinung zu diffamieren. Man schreibt also nicht, dass jemand vermutlich so oder so ist, weil er so oder so aussieht. Also helfe man mir bitte: Denn ich weiß nicht, wie es hinbekomme, bei Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy nicht gleich an  “Giftzwerg” zu denken.

Da will er also bei sich in Frankreich die Roma-Lager auflösen. Und weil er nach dieser Ankündigung Gegenwind bekommt, verweist er auf die angebliche große Verbündete Angela Merkel.

September 16th, 2010

Sei beruhigt, Dein Auto hört Dir zu

Mal ehrlich: Was  fehlt uns mehr, in diesen bewegten, unruhigen Zeiten,  als  ein treuer Begleiter? Jemand,  mit dem wir unsere Träume und Sorgen teilen können. Jemand, der vor allem gut zuhören kann – und nicht immer gleich vom Thema abweicht. So etwas  gibt es, die Namen  dieser Gefährten sind Sharan, Insignia oder Prius. Richtig erkannt, es  sind  unsere Autos. Mit ihnen reden mehr Menschen als man denkt.

September 14th, 2010

Herr Schäuble, der Schmerzensmann des großen Geldes

“Integrität und Ehrlichkeit sind ein grundlegender Bestandteil unseres Geschäfts.” Jawohl, mit diesem stolzen Satz beschreibt ein Unternehmenauf seiner Homepage das Wesen seines Handelns. Es  handelt sich aber nicht  um die Chemische Reinigung von Frau Scholze, sondern  um die großartige Hypo Real Estate Group. Die hat sich gerade  40 Milliarden Euro Zusatzgeldspritze genehmigen lassen.  Armer Wolfgang Schäuble!

Der Bundesfinanzminister wird bestimmt damit hadern, dass die paar Hundert Mitarbeiter einer Münchner Bank nahezu den gleichen Betrag versemmeln, wie sämtliche Einwohner von Angola in einem Jahr an Bruttosozialprodukt erwirtschaften.

Aber vielleicht tröstet ihn das auch. Denn die voraussichtlich 57,5 Milliarden Euro neuen Schulden, die er  sich  in   seinem 2011-er Bundeshaushalt erlauben  will, nehmen sich doch vergleichsweise erträglich  aus. Aber egal: Ein  unglücklicher Mensch ist Merkels Schmerzensmann sowieso.

Denn: Geld  macht nur dann glücklich, wenn  die Beträge überschaubar sind. Das haben Forscher  bei Befragungen von US-Amerikanern herausgefunden. Liege das Einkommen bei umgerechnet etwa 58.000 Euro pro Jahr, sei eine Art Grenze erreicht. Noch mehr Geld mache dann zwar zufriedener, aber nicht automatisch glücklicher.  Die Zufrieden­heit nahm zwar mit dem Einkommen stetig zu. Das emotionale Wohlbefinden jedoch sank bei höheren Einnahmen. Fazit: Wer sehr gut verdient, ist anfälliger für Traurigkeit, Stress und Verfolgungswahn.

Wir sahen also Wolfgang Schäubles erwartet krisenhaften Gesichtsausdruck,  als er dem staunenden Bundestag sein Schuldenbündel als Sparpaket verkauft. Der Mann jongliert mit über 307 Milliarden Euro, was völlig unüberschaubar, dafür aber  ausgesprochen stressfördernd ist.

Schließlich ist da auch noch das trübsinnig machende Ministergehalt. Eigentlich gibt es für Herrn Schäuble doch nur einen Rat: Geben Sie sich  mit 58.000 Euro pro  Jahr zufrieden.  Und diese Welt wird wieder schön  sein.

September 12th, 2010

Atomdeal Ja! Aber bitte für Alle!

So, jetzt waren wir aber wieder empört. Wegen dieses Atomdeals. Da kungeln also Bundesregierung und Stromkonzerne eine Laufzeitverlängerung der Kraftwerke aus. Und im Kleingedruckten wird gleich mit festgelegt, dass Aufwand und Ertrag für Konzerne und Aktionäre auch im Falle eines wie immer gearteten Regierungswechsels abgesichert sind. Manche finden das unsauber, ja unmoralisch. Falsch!

Betrachten wir das doch mal locker.

September 9th, 2010

Die neue Tatjana Gsell heißt Florian

So präsentiert sich Florian Stöhr ins seiner Eigenwerbung.

So präsentiert sich Florian Stöhr ins seiner Eigenwerbung.

Unsere allseits beliebte Glamour-Tante Tatjana Gsell befindet sich nachweislich im Spätherbst ihrer Karriere. Es braucht eine Nachfolgerin. Am besten natürlich aus Franken. Und bitteschön: Hier ist  Florian Stöhr! Etwa Mitte Zwanzig und mit allem gesegnet, was es zur Berühmtheit braucht.

Zuletzt hat sich der gebürtige Ochsenfurter im RTL-Machwerk ”101 Wege aus der härtesten Show der Welt” an der Seite von wichtigen Persönlichkeiten wie “Porno-Klaus” oder Daniela Katzenbergers Mutter Iris Klein als Kandidat bewährt.  Dabei bewies er durchaus Humor. Nach einem Bad in dem für gescheiterte Bewerber bereitgestellten Pool meinte er: “Die anderen Kandidaten werden nie so gut ausschauen nach dieser Sache, weil ich hab wasserfestes Make-up“.

Florian Stöhr kann man sich gut als eine etwas femininere Zweitausgabe von Daniel Küblböck zu dessen schlimmeren Zeiten vorstellen. Und wie beim Erfinder der “Positiven Energie” hat er einen Teil seines jungen Lebens in Nürnberg verbracht. Stöhr tauchte in der Noris als Friseur des Trend-Salons “mod`s Hair” auf. Nald wurde er auf  diversen Partys gesichtet. Speziell im “Indabahn” wurde er oft mit dicker Schminke und Handtäschchen gesichtet. Auch auf dem Norisring suchte er die Nähe zur Prominenz. Nun hat er es schon mal ins Samstagabend-Fernsehen geschafft.

Was aber verbindet Florian S. mit Tatjana G.? Nicht nur, dass er es war, der sie im april dieses Jahres wegen angeblichen Kokain-Genusses anschärzte. Sondern viel mehr sein Hang zu Schönheitsoperationen. Im Lebenslauf auf seiner Homepage nennt er unter “Besonderheiten” zwei Nasen-OP´s (11.500 Euro), Lippenaufspritzen (2.500 Euro), Botoxbehandlungen (8.000 Euro), Wangenknochenunterspritzen  (1.000 Euro), Magenverkleinerung (bei 1,80 Meter Größe und 59 Kilo Lebendgewicht) sowie die Entfernung zweier Rippen für eine schlankere Silhouette. Im Vorfeld der RTL-Show gab er zudem bekannt, dass er sich gerade die Po-Backen mit je 150 Gramm Silkon habe aufpolstern lassen.

Man sieht, da ist einer bereit, um in die Fußstapfen einer großen Vorgängerin zu treten. Und auch seine Lebenseinstellung könnte von Tatjana Gsell stammen: “Ich habe schnell gemerkt, dass mir das Arbeiten nicht so liegt, denn es ist schöner Dienstleistungen zu empfangen als sie zu geben.”

Franken und der Rest der Welt dürfen sicher sein: A Star is born!

September 8th, 2010

Das Atomkraftwerk – solide wie ein Bauernschrank

Atom-Idyll in Landshut.

Atom-Idyll in Landshut.

Keine Frage, Angela Merkel und ihre Regierung haben sich mit der im Durchschnitt zwölfjährigen Verlängerung der Laufzeit von Atomkraftwerken etwas Großes ausgedacht. Das sagen die allwissenden Börsen, an denen die Aktienkurse der Stromkonzerne nach Bekanngabe des Energiekonzeptes erstmal gestiegen sind. Aber: Zwölf Jahre? Man fragt sich doch, wie so etwas überhaupt geht.

Eigentlich glaube ich fest daran, dass in Atomkraftwerken ausschließlich allerneueste Technik steckt.

September 5th, 2010

Sex heute: Deutschland massiert sich weg

Weiter und weiter rätseln die Experten, warum es in Deutschland trotz Uschi von der Leyens Familiengeld nicht so recht klappen will, mit der explosiven Steigerung der Geburtenrate. Dabei liegt die Erklärung so nah. Sie findet sich in jeder anständigen Regionalzeitung: Es wird zu viel massiert in diesem Land.

Schaut man nämlich in die Anzeigenteile,

September 2nd, 2010

Sarrazin: Der Hetzer schafft sich ab

Festreden hält Thilo Sarrazin erstmal keine mehr.

Festreden hält Thilo Sarrazin erstmal keine mehr.

Adieu, dickes schwarzes Auto! Wenn es denn so kommt, wie alle meinen, wird unser allseits geschätzter Vererbungsforscher Thilo Sarrazin bald ohne Chauffeur unterwegs sein. Seine Kollegen im Vorstand der Bundesbank haben ihm den kollektiven Dolchstoß versetzt: Hat der Hetzer jetzt seine gerecht Strafe?

Die Antwort lautet Nein.

September 1st, 2010

Der deutschen Einheit fehlt der Kuschelfaktor (mit Karaoke-Hymne)

“Hach! Früher war doch alles besser!” Dieser Ruf erklingt jetzt gerade wieder besonders laut. Weil vor 20 Jahren der Vertrag zur deutschen Wiedervereinigung unterschrieben wurde, melden sich diejenigen zu Wort, die die alten Zustände wieder haben möchten. Und die gibt es auf beiden Seiten der früheren Todesstreifen.

Die deutsche Einheit wirkt auf eine paradoxe Art. Vor allem sollte sie ein Zugewinn an Heimat sein. Doch zugleich fehlt ihr der Kuschelfaktor. Was klein und niedlich ist, ist unwichtig geworden. Mäßig bedeutende Ereignisse lassen sich nicht mehr auf ein identitätsstiftendes Format aufblasen.

Wir im Westen spüren das, wenn es um die Politik geht.