Angela Merkel: Die Chefin im Wartehäuschen

Wenn es aufwärts geht, ist alles gut. Wenn die Kurve nach unten zeigt, sind Chef oder Chefin schuld. So stellt man sich das derzeit mit Blick auf die Bundesregierung vor. Angela Merkel hat seit einem Jahr kaum eine Kurve gekriegt. Es kommt scheinbar immer anders, als sie es gerne hätte.

Cheftypen gibt es viele. Aber bei der Kanzlerin tut man sich schwer. Sie ist bestimmt mehr Pedantin als Chaotin, aber weniger Besserwisserin als Nichtskönnerin. Sie wirkt so, als würde sie Themen in die Welt setzen, dann von allen Seiten Vorschläge machen lassen, um zuzusehen, wie sich alles irgendwie auf dem physikalischen Weg zusammenfügt.  Wirklich klar bei ihr ist nur die Unklarheit. Ob es um Brennelementesteuer oder Bundeswehrreform geht.

Angela Merkel scheint auf den richtigen Moment für den überfälligen Neubeginn zu warten. Genauso, wie Übergewichtige und Nichtsportler immer wieder aufs Neue „morgen“ mit Diät und Fitnessprogramm beginnen. Genauso, wie Kunden der Bahn im Wartehäuschen nach dem verspäteten Zug gucken. Aber dieser Tag will und will nicht kommen.

Der Grummeln unter den Parteifreunden und im Volk wird denn auch lauter. Und Tröstendes gibt es nicht allzu viel. Zumindest kann Angela Merkel davon ausgehen, als ungeliebte Chefin kein Einzelfall zu sein. Bei einer Umfrage der Uni Bochum äußerten sich nur 20 Prozent der Befragten zufrieden über ihre Vorgesetzten. Dagegen bezeichneten 23 Prozent der Befragten ihre Chefs als komplett unfähig.

Diese Umfrage zeigt, wo die Union landen wird, so lange Merkel eines nicht überwindet: Ihr Laden leidet vor allem unter zwei miesen Abteilungsleitern. Man stellte sich vor, CSU-Chef Seehofer und FDP-Chef Westerwelle wären weg. Wie schnell und leicht könnte ein Neubeginn gelingen…

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