Thilo Sarrazin: Sein Kampf mit der Intelligenz

Er hat es wieder geschafft! Thilo Sarrazin,  unermüdlicher Gutmenschen-Provokateur in Diensten der Deutschen Bundesbank, hat sich neuerlich auf Migranten eingeschossen. Durch deren Zuwandern und Fortpflanzen sinke die durchschnittliche Intelligenz im Land. Er beschreibt das in seinem neuen Buch „Deutschland schafft sich ab!“ Manche meinen, er hätte es auch „Mein Kampf“ nennen können.

Das geht sicherlich zu weit. Zumal Sarrazin in erster Linie eine große These vor sich herträgt. In einem Gespräch mit dem Intelligenz-Blatt „Die Zeit“ erklärte er sie so: „Wissenschaftlich belegt ist, dass Intelligenz zu 50 bis 80 Prozent vererbbar ist. Damit ist das, was ich sage, eine Folge einfacher logischer Analyse: Wenn die im Durchschnitt weniger Intelligenten eine höhere Fertilität haben, sinkt die Durchschnittsintelligenz der Population.“

So hat irgendwo auch Hitler in seinem literarischen Lebenswerk argumentiert. Darin gibt es ein Kapitel, in dem sich der Ober-Nazi darüber auslässt, dass Hunde und andere Tierarten irgendwann vor diesselben gehen, wenn sie es rassenübergreifend zu wild treiben. Dass also, wenn man zu viele Fremde und zu viel Fremdes mitmischen lässt, irgendwann zwangsläufig der Untergang kommt.

Thiloa Sarrazin sagt dieses: „Der Beitrag auch der besten Bildung wird durch die angeborene Begabung und den Einfluss einer bildungsfernen Herkunft begrenzt.“ Was aber meint er überhaupt mit Intelligenz? Eitel wie er ist, sicher eine, die seiner ähnelt. Klug wäre demnach, wer gut rechnen und griffig formulieren kann. Tendenziell blöd wären Maurer und Gemüsehändler. Deren praktische Intelligenz brauchen wir aber doch auch.

Seine Provokation mit den „Kopftuchmädchen“ habe ich  hier auch ein bisschen verteidigt. Mit seiner neuen Aktion überzeugt er mich nicht. Intelligenz für erblich zu erklären, passende Statistiken herzunehmen und das unter dem plakativen Titel  „Deutschland schafft sich ab“ zusammenzufassen, lässt vermuten, dass es weniger um die Sache als um den vorhersehbaren Krawall geht.

Da will einer unbedingt ins Rampenlicht. Vielleicht aber sollte er zwischen zwei Talk-Shows auch über diese Statistik nachdenken: Die Zahl der Klapperstörche in der Türkei ist fünf Mal höher als in Deutschland. Müssen Migranten da nicht viel mehr Kinder kriegen?

16 Kommentare in “Thilo Sarrazin: Sein Kampf mit der Intelligenz

  1. Was ich nicht verstehe: Warum gibt man solchen Leuten noch die Mõglichkeit, ihren Mist zu verbreiten? Wenn einer in der Fußgängerzone ausländerfeindliche Parolen rumbrüllt, dann geht man vorbei. Bestenfalls ruft man die Polizei, manchmal haut man dem ein paar aufs Maul. Aber nein, alles, was sich Zeitung oder Journalist nennt, hat nichts besseres zu tun, als den Mist lang und breit zu zitieren. Was den Urheber dieser „Schrift“ natürlich freut.

    Also, liebe „Reporter“: Gebt solchen Leuten nicht auch noch Platz in der Zeitung. Der hat es nun wirklich nicht verdient.

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  4. Das Problem ist ja, dass Sarrazin nur die Menschen bedient, die bereits eine ähnliche vorgefestigte Meinung haben. Er will niemanden von irgendetwas überzeugen, sondern weitere Nahrung für bereits vorhandene Vorurteile liefern.
    Wenn man sich in manchen Foren und Blogs mal umliest, dann ist es schon erstaunlich, wie die Anhänger Sarrazins dessen verwendeten Statistiken als „Beweis“ für die ganzen aufgestellten Thesen aufgenommen werden. Während auf der anderen Seite Statistiken, die Gegenteiliges belegen sollen, als unwahr und gefälscht hingestellt werden. An so einer Denkweise erkennt man ja schon welche Klientel Sarrazin mit seinen Aussagen bedient. Und sowas ist auch noch in der SPD…

  5. Repekt erst mal an den Herrn Hirndübel hier einen Sarrazin-Beitrag zu posten ohne die Kommentarleiste auszuschalten.

    Ich kann mit Sarrazin´s Intelligenz-Argumentation wenig anfangen, weil Intelligenz selbst ein schwammiger Begriff ist. Was sich aber mit meinen eigenen Beobachtungen deckt ist die These, dass es überwiegend einen Zuzug in bildungsferne Schichten gibt, die zudem oft noch von Sozialtransfers abhängig sind. Und es scheint mir auch richtig, dass sich dadurch die Probleme dieser Schicht verfestigen und vergrößern. Und damit eine Lösung dieses gesamtgesellschaftlichen Problems immer weiter in die Ferne rückt.

    Übrigens Hitler. Hat nicht gerade so eine belgische Zeitung festgestellt, dass die Familie Hitler eine typische Genfrequenz der Semiten in sich trägt? Plus eine Genfrequenz der nordafrikanischen Berber? Was sagt uns das jetzt? Etwa, dass die Gene weitgehend unerheblich sind, für das was einzelne Menschen tun oder lassen?

  6. @Wolferl Ja, ja, die Gene. Gerade hat ja Sarrazin selbst noch eine Provokation in diese Richtung draufgesetzt. Er schreibt ja sogar den Basken spezielle Gene zu.
    Bei uns in Nürnberg sind die Unterschiede zwischen den Schweinauern und den Erlenstegenern besonders groß.
    Der letzte Absatz des Kommentars zeigt, welch unglaublicher Krampf beim Thema Migration etc. verbreitet wird.
    Erstmal: Sind Sie sicher, dass es sich bei dieser Zeitung nicht um die belgische Ausgabe der Titanic gehandelt hat? Falls es doch jemand gelungen sein sollte, Hitlers überraschend gefundenen Nazibart zu analysieren, wäre zu sagen, dass Massenmorde durch afrikanische Berber in der Geschichte jedenfalls noch nicht so oft vorgekommen sind.
    Oh Himmel, sei gnädig!

  7. Mein Gott. Hitlers Großmutter wurde also von einem Berber jüdischen Glaubens geschwängert? Damals, als die Nordafrikaner Österreich erobert haben. Ich mag es manchmal wirklich nicht glauben, wie viele Menschen definitiv einen an der Klatsche haben.

  8. Ich habe keine Ahnung was des Führers Oma so getrieben hat, vielleicht ist die ja auf dunkelhäutige Typen abgefahren, soll ja bei den Mädels vorkommen. Mal eine korrekte Recherche des belgischen Journalisten unterstellt bedeutet das Hiltlerbeispiel ja, dass von einer genetischen Disposition nicht wirklich auf konkrete Handlungen des Individuums geschlossen werden kann. Insofern geht die Argumentation Sarazzin´s ins Leere.

    Tatsächlich kann man die Herkunft von Personen aus verschiedenen Volksgruppen über gewisse Genfrequenzen feststellen, das ist z.B. Grundlage der Archäogenetik. Die Basken haben z.B. als Reste eines europäischen Urvolks tatsächlich eine typische Genfrequenz. Das heißt aber nicht, dass bestimmte kulturelle Eigenheiten einer Volksgruppe oder einzelner Personen durch diese Genfrequenzen festgelegt sind, wie Sarrazin implizit unterstellt.

  9. Also ich hab mal gelesen, dass meine Genfrequenz der eines Schwarzafrikaners ähnlicher sein kann als der des Herrn Müller aus dem Nachbarhaus. Ich bin kein Genetikexperte, aber die rassenidiologische Theorie von Sarrazin ist absolut lächerlich. Vielmehr reden wir doch über kulturelle Unterschiede.

  10. Ich glaube auch, dass Sarazzin mit der Genetikgeschichte ein ziemliches Eigentor geschossen hat, dass von interessierter Seite jetzt ausgenutzt wird ihn in die Rassistenecke zu stellen. Eine vernünftige Diskussion ist damit unmöglich.

  11. Ich verstehe nicht warum jemand mit solchen Stammtisch-Thesen und -Parolen so ein Medienecho bekommt. Halbwahrheiten, Unsinn gepaart mit Verschwörungstheorien und das alles von einem Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank.

  12. 18% würden eine „Sarazzin-Partei“ wählen.
    Langsam glaube ich, dass seine Germanische-Verdummungstheorie gar nicht so abwegig ist.

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