André Rieu, der Schrecken der Taliban

Schön, schön, unsere Bundeskanzlerin ist aus dem Urlaub zurück. Und macht das, was sie scheinbar besonders gut kann. Sie lässt die Dinge laufen und schaut mal, wie sie sich entwickeln. Zum Beispiel in Sachen Bundeswehrreform. Die Russen setzen derweil auf aufblasbare Panzer.

Da will also Verteidigungsminister Baron zu Guttenberg die Armee drastisch verkleinern. Nicht unbedingt aus Überzeugung, sondern vorrangig aus finanziellen Gründen. Das Zum-Bund-Müssen vergangener Tage, welches, wie es jetzt immer so schön heißt, zum „Markenkern der Union“ gehört, soll zugunsten einer „freiwilligen Wehrpflicht“ abgeschafft werden.

Das ist nur in der Tat etwas völlig Neues. Hatte man doch bisher gedacht, dass man eine Pflicht zwar gerne tun kann, dass aber Freiwilligkeit doch etwas anderes ist. Natürlich, schon Schiller dichtete „Des Volkes Wohlfahrt ist die höchste Pflicht!“. Aber ist der Afghanistan-Krieg wirklich derart wohlfahrig ist, dass man rein moralisch zu den Waffen drängt? Die meisten jungen Leute werden sich da eher sagen: „Die Pflicht ruft. Lass sie schreien.“

Letztlich fehlt der Regierung mal wieder bloß die Phantasie. Nehmen wir die Russen: Sie wollen Feinde in Zukunft mit aufblasbaren Pan­zern und Raketen-Attrappen abschrecken. Die Landstreitkräfte erhalten in Kürze Imitate moderner Raketenab­ehrsysteme, um die gegnerische Mili­tärspionage zu täuschen.

Ja, warum denn nicht? Schicken wir doch den Kampfpanzer „Hüpfburg 2“ ins Gefecht, der so konstruiert ist, dass Granaten abprallen und beim Absender einschlagen. Bauen wir das Feldlager aus nachwachsendem Kautschuk.

Oder spinnen wir die Ideen noch weiter und greifen zu wahrhaft satanischen Mitteln: Stellen wir André Rieu auf die Ladefläche eines Lastwagens und lassen ihn die Stellungen der Taliban beschallen. Dann dauert dieser Krieg nicht mehr lange. Es wird zu einer Welle von Selbst-Steinigungen kommen, ehe das Angebot eines sofortigen Abzugs des Teufelsgeigers einen Friedensvertrag ermöglicht.

Und falls das nicht klappt? Dann haben wir immer noch Xavier Naidoo…

2 Kommentare in “André Rieu, der Schrecken der Taliban

  1. Aufblasbare Panzer gab es schon vor dem 2. Weltkrieg auf beiden Seiten. Die Luftaufklärung konnte damit getäuscht werden, ist also alles nicht so neu. Neu ist, das diese Fake-Panzer jetzt auch auf dem Radar-Bild erscheinen.

    Andre Rieu als akustisches, nicht (?) tödliches Kampfmittel einzusetzen widerspricht der Genfer Konvention. Besonders grausame und unmenschliche Waffen dürfen danach nicht eingesetzt werden! (hähä)

  2. Seehofer wird sich an dem Baron die Zähne ausbeißen und das ist auch gut so. Jetzt wo die Diskussion um Sinn und Unsinn der Wehrpflicht endlich stattfindet, merken ja erst so langsam alle, wie es um die Wehrpflicht wirklich bestellt ist und wie hässlich und unansehnlich der Markenkern der Union wirklich aussieht. Entsprechend befinden sich die Wehrpflichtgegner überall mehr oder weniger murrend auf den Rückzug. Dass jetzt auch noch der schlechteste Verteidigungsminister seit Bin Baden Scharping, unser ewig unbedarft aussehende Herr Jung gegen Guttenberg wettert, zeigt nur, dass der Mann auf den richtigen Weg ist. Die gleichen Diskussionen gab es im Übrigen auch bei der Aussetzung der Wehrpflicht in den jeweils anderen Staaten wie Frankreich und England. Die Wehrpflicht wurde trotzdem ausgesetzt, die Probleme halten sich in Grenzen und keiner will mehr zur Wehrpflicht zurück. Auch wenn Jung und Co. immer etwas anderes gehört haben wollen, der Trend weg von der Wehrpflicht ist weltweit ungebrochen.

    Ansonsten ist die Idee mit André Rieu natürlich genial, aber wie mein Vorredner schon anmerkte, mit Sicherheit nicht durch die Genfer Konvention gedeckt. Man würde uns eines der schlimmsten Kriegsverbrechen beschuldigen. Obwohl, angeblich herrscht da ja kein Krieg.

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