Archiv für August, 2010
Thilo Sarrazin: Sein Kampf mit der Intelligenz
Er hat es wieder geschafft! Thilo Sarrazin, unermüdlicher Gutmenschen-Provokateur in Diensten der Deutschen Bundesbank, hat sich neuerlich auf Migranten eingeschossen. Durch deren Zuwandern und Fortpflanzen sinke die durchschnittliche Intelligenz im Land. Er beschreibt das in seinem neuen Buch “Deutschland schafft sich ab!” Manche meinen, er hätte es auch “Mein Kampf” nennen können.
André Rieu, der Schrecken der Taliban
Schön, schön, unsere Bundeskanzlerin ist aus dem Urlaub zurück. Und macht das, was sie scheinbar besonders gut kann. Sie lässt die Dinge laufen und schaut mal, wie sie sich entwickeln. Zum Beispiel in Sachen Bundeswehrreform. Die Russen setzen derweil auf aufblasbare Panzer.
Sind wir nicht alle ein bisschen Google?
Ach, wir böse geprügeltes Volk. Da werden wir es schimpfend ertragen müssen, dass uns Google mitsamt seiner fünf Milliarden Nutzer mittels ”Street View” in Vorgarten oder Wohnzimmer glotzt. Wo wir doch die Daten schützen wollen. Allerdings nur dann, wenn es unsere eigenen sind…
Der Gaffer steckt doch in jedem von uns – und nicht wenige leben das aus.
Lena Meyer-Landrut: Als Rakete im Pop-Himmel verschwunden
Zugegeben, dieser Beitrag hätte an Mariä Himmelfahrt erscheinen sollen. Aber da hat es eine Verwechslung mit dem heutigen 90. Jahrestag der Einführung des Frauenwahlrechtes in den USA gegeben. Jedenfalls geht es um das Nimmerwiederkehren nach dem Auffahren zum Himmel. Was Maria betrifft, aber in gleichem Maße eine Sängerin namens Lena Meyer-Landrut.
Eine Himmelfahrt, wie sie die heilige Jungfrau erfahren haben muss, muss ja nach zwei Vorgaben erfolgt sein: Ungeheuer schnell und steil nach oben. Das Tempo muss immens gewesen sein, weil Gott nach unserer Einschätzung nicht gleich hinter dem Mond wohnt, sondern eher jenseits des Universums. Auch erscheint eine kurvenreiche Strecke angesichts der großen Entfernung ziemlich sinnlos. Was für einen Senkrechtstart spricht.
Wie bei unserer Lena. Sie war noch gar nicht so lange erschienen, da schoss sie einer Rakete gleich in den Pop-Himmel. Sie gewann den Eurovision Song Contest, verzauberte unsere Herzen, drückte gar dem neuen Bundespräsidenten die Hand – und ist seitdem so gut wie verschollen. Es wird zwar gemunkelt, dass Lena den Autoführerschein gemacht hat und irgendwann auf Tournee geht. Aber das soll uns vielleicht nur beruhigen.
Wahrscheinlich wissen sie es, bei der Nasa in Houston, dass es ein Problem gibt. Es ist etwas schiefgelaufen. Lena wollte unser Satellit sein, was bedeutet hätte, dass sie immer wieder mal bei uns aufgetaucht wäre. Anders als die anderen Casting-Stars, die wie Autos wirken, die nach dynamischen Kavalierstarts durch die Gegend dödeln, ehe ihn nach einem Jahr der Sprit ausgeht.
Diese “Stars” schiebt immer auch ein Medium namens “Bild”-Zeitung an. Doch Lena Meyer-Landrut war so schnell berühmt, dass es für Schlagzeilen wie “Mein kiffender Vater ließ mich allein”, “Ich plantschte mit meinem bisexuellen Englischlehrer” oder “Ich spürte Stefan Raabs Erregung” keinen Bedarf gab.
Also ist sie irgendwie futsch. Und ob ihr Entdecker sie für 2011 neu motivieren kann, ist doch sehr ungewiss. Wahrscheinlich hat sie Maria & Co. schon längst getroffen und räumt gerade beim Engel-Casting gewaltig ab.
Wolke 7 statt TV Total. Mach`s gut, Lena!
Street View: Der Datenschutz hat Schweinegrippe
Alsdenn, wir sind bedroht! Weil, wenn es denn so kommt, wie das der Internetkonzern Google plant, auch unsere Straße, auch unser Haus wie auf Augenhöhe an jedem x-beliebigen PC auf dieser Welt betrachtet werden kann. Werden die Bewohner von 20 deutschen Großstädten den global operierenden Mafiabanden schutzlos ausgeliefert? Oder führen wir eine typisch deutsche, über-aufgeregte Debatte?
XL-Aufschwung? Die Ökonomen können bloß nicht rechnen
Insgeheim hatten wir diesen Verdacht doch immer: Die Damen und Herren der Zahlen, die Investmentbanker und die Volkswirte, können allesamt nicht rechnen. Aktuell zeigt das unser angeblicher “XL-Aufschwung”.
Gesund leben? So einfach ist das nicht.
So, so, nur jede(r) siebte Deutsche lebt gesund. Das zumindest behauptet die Kölner Sporthochschule in einer Studie. Die Verfasser mahnen uns zu einer gesunden Lebensweise. Als ob das so einfach wäre…
Nehmen wir nur mal das Thema Bewegung. Laut Studie gehen die Menschen in Deutschland zu selten zu Fuß. Leuchtendes Beispiel seien die Bewohner von Mecklenburg-Vorpommern. Ja, welch ein Kunsstück! Jeder weiß doch, dass es sich bei diesem Bundesland um eine weitgehend gottverlassene Gegend handelt. Wer sollte den Wanderer dort schon gefährden?
Kommt doch mal, liebe Schweriner und Hiddenseer, in unsere super-fahrradfreundliche fränkische Universitätsstadt Erlangen.
Horst Seehofer, der Umfragewert-Konservative
Am 13. Februar wollte ich es wissen: „Was sind Seehofers Erfolge?“ hatte ich meine Leser(innen) gefragt, und 58,8 Prozent wählten die Antwort „Erfolge???“. Würde diese Quote heute anders ausfallen? Aus meiner Sicht eher nicht. Oder kann man diese Frage gar nicht beantworten? Weil die Erfolge und Misserfolge des Bayerischen Ministerpräsidenten so schleierhaft sind, wie seine politische Linie ganz generell?
Eine solche müsste er haben, als selbst ernannter Held der Wertkonservativen.
Rauchverbots-Abschluss: “Ich sitz in meinem Bonker.”
Versprochen hatte ich ja, kurz nach dem 1. August die Abschlussbilanz meiner Rauchverbots-Umfrage zu ziehen. Bitteschön:
Bei 128 Stimmen (großartig, danke) entschied sich die größere Zahl der Teilnehmer(innen) für den Untergrund: 40 Prozent wollen in Zukunft im Keller rauchen, weil sie da ja schon zum Lachen hingehen. 30 Prozent wollen Tabak künftig als Rohkost mit Basmatireis konsumieren.
Die Angst der Männer sitzt im Sprachzentrum
Sagen wir es doch einmal ohne falsche Umschweife: Männer in Beziehungen haben Angst. Vor ihrem Chef, vor dem Urologen, vor der Niederlage ihres Lieblings-Fußballvereins… Vor allem aber vor ihrer eigenen Frau. Und das nicht nur, weil diese zuverlässig just in jenem Moment aufwacht, in dem man bei der Heimkehr aus der Kneipe mit einem mühsam erarbeiteten Rausch ins Bett fällt.
Lothar Matthäus: Er bleibt ein armer Kerl
Ach Loddar! Man kann doch eigentlich nur gaaanz tief seufzen, über unseren großen fränkischen Sporthelden. Aber es zeigt sich immer mehr: Lothar Matthäus hat ein Leben nach dem Fußball. Aber es will ihm einfach nicht gelingen. Stets scheitert er in Liebesdingen, gerät immer an die Falschen. Eigentlich ein Frauenschicksal…
Kachelmann: Nutzte er Knast-Tipps von Paris Hilton?
Bald werden wir wissen, ob Wetterfrosch Jörg Kachelmann Opfer einer gemeinsamen Verschwörung von deutscher Unrechtsjustiz und verleumderischen Medien geworden ist. Oder ob er tatsächlich der Wüstling ist, für den ihn die Staatsanwaltschaft hält. Die Beobachter seiner Freilassung aus der U-Haft bewegt aber auch noch eine andere Frage: Wie kann einer, der aus dem Knast kommt, so schlank sein und erholt aussehen. Vielleicht wurde er von Paris Hilton beraten …
Die dünnen Schulterknochen, auf denen Kachelmanns weißes T-Shirt bei seinem Abschied aus dem Gefängnis ruhte, hätten früher niemand gewundert. Schließlich gehörten Knastaufenthalte und Mangelernährung bei Wasser und Brot zusammen. Aber wenn wir nur an dokumentarische Szenen aus “Der Graf von Monte Christo” oder “Das Leben des Brian” zurückdenken, ging in wahrhaftigen Kerkern mit dem Verlust an Körpermasse stets auch ein erheblicher Alterungsprozess einher. Dokumentiert wurde dieser durch einen meterlangen Vollbart.
Aber Kachelmann? Kehrt in die Freiheit zurück – und wirkt richtig frisch und verjüngt. Geht doch nicht, oder? Ist unser Strafvollzug wirklich so weich?
An seinem U-Haft-Job als “Hilfsreiniger”, welcher das Verteilen von Putzmitteln und das Schrubben von Toiletten beinhaltete, kann es nicht liegen. Also glaube ich: Der Schweizer kennt Paris Hilton besser als man denkt.
Das so genannte “It-Girl” hat ja Knast-Erfahrung. Und da nun ihre oftbesoffene Freundin Lindsay Lohan einige Wochen lang Gitterstäbe von innen sehen wird, hat Paris Hilton Tipps für das Verhalten im Arrest gegeben. Demnach – so hat das die famose Zeitschrift “In Touch” kolportiert – sollte man sich Freunde schaffen, indem man durch die Lüftungsschlitze in den Zellen den Nachbarn einfach mal Hallo sagt. Man sollte Bücher lesen, aber keine zu großen Erwartungen ans Essen haben. Das Fleisch im Gefängnis sei “ganz merkwürdig.”
Schließlich, so Paris Hiltons, vierter wichtiger Rat: “Mach Sit-ups und bring deinen Body auf Vordermann. Du hast viel Zeit dafür.”
Schauen wir uns Jörg Kachelmann an, und wir haben zwei schlimme Vermutungen: Entweder kennt er Paris Hilton aus nächster Nähe. Oder er ist Abonnent der “In Touch” oder vergleichbarer Magazine. Beides müsste uns doch sehr zu denken geben…



Angela Merkel: Die Chefin im Wartehäuschen
Wenn es aufwärts geht, ist alles gut. Wenn die Kurve nach unten zeigt, sind Chef oder Chefin schuld. So stellt man sich das derzeit mit Blick auf die Bundesregierung vor. Angela Merkel hat seit einem Jahr kaum eine Kurve gekriegt. Es kommt scheinbar immer anders, als sie es gerne hätte.