Beim Tête-a-Tête mit Ministerin Schröder
Ja, wie ist die denn eigentlich so? Mehr muss, mehr will man gar nicht wissen, wenn man sich zum Date mit der neuen Familienministerin Kristina Schröder geht. Der größere Teil der heimischen Twittergemeinde wollte die CDU-Politikerin in Nürnberg treffen – der andere Teil, der Polit-Inszenierungen verabscheut, saß bei einem Sushi-Wirt nahe der Stadtgrenze zu Fürth. Ich war bei Schröder. Alsdenn: Wie war`s? Wie ist die Frau?
Ort es Geschehens war das für die Freunde der Kurzmitteilung eher ungeeignete Strandhaus. Dieses ganz überwiegend weiß möblierte Lokal ist eher ein Treffpunkt für Herrn und Frau Schniegel. Kristina Schröder passte in ihrem schwarzen Business-Kleid gut dorthin. Erster Eindruck: Die Frau ist nett, kann aber bei Bedarf sehr energisch werden. Wie das bei körperlich kleinen Leuten so ist. In Sachen Kommunikation ist sie trainiert. Sie bietet ihrem jeweiligen Gegenüber jeweils einen gekonnten “Sag-was-Du-willst-ich-versteh-Dich-Blick.”
Politisch gesehen ist Kristina Schröder weniger interessant. Schließlich hat sie über ein bisschen Sozialabbau hinaus noch nichts erreicht. Die Streichungen insbesondere zu Lasten der Hartz-IV-Empfänger verteidigt sie aber. Es fehle eben das Geld, es müsse gespart werden. Das habe aber nichts damit zu tun, dass die Regierung nun dafür sorgen wolle, dass sich nicht immer die Falschen vermehren. (Bei der entsprechenden Bemerkung zuckte die Oberlippe der Ministerin gewaltig. Sie wäre da mir als Fragesteller gegenüber gerne mal nicht nett gewesen.)
Interessantes sagte sie zur neuesten Geburtenstatistik, wonach Deutschland mit 7,9 Kindern pro 1000 Einwohnern EU-weites Schlusslicht sei. Diese Statistik sei nicht so wichtig. Entscheidend sei die Zahl der Kinder pro Frau im gebärfähigen Alter. Da stehe Deutschland besser da.
Für uns Statistiker bedeutet das, dass ein Land, dass das Ende der Gebärfähigkeit angesichts des medizinischen Fortschrittes bei 60 Jahren ansetzt, immer alt ausschaut. Während ein Land jung wirkt, wenn die Regierung festlegt, dass die Wechseljahre grundsätzlich ab dem 35. Lebensjahr beginnen.
Weitere Themen: Schröder beunruhigt es sie nicht, dass Peter Harry Carstensen angesichts zahlreicher Rücktritte als aktueller Kronprinz von Angela Merkel angesehen werden muss. Meine Frage “Wer nervt mehr? Westerwelle oder Seehofer?” beantwortete sie mit einem Lachen. War wohl ein Treffer.
Der größte Komiker des Abends war jedoch der Pressesprecher der Ministerin. Er machte einen schreibenden Kollegen darauf aufmerksam, “dass wörtliche Zitate autorisiert werden müssen.” Twitterer treffen und Zitate autorisieren wollen? Da hat jemand etwas überhaupt nicht verstanden…
PS: So erlebte den Abend meine schreibende Kollegin Claudine Stauber von den Nürnberger Nachrichten

Ich war zwar nicht dabei,a ber den Blog-Beitrag find ich gut. Vor allem hätte ich gerne die zuckende Oberlippe gesehen ;)