Der Präsident: Wer hat Angst vor Christian Wulff?

Tja, das war nichts, mit Frau Nummer zwei am Ruder dieses Staates. Gabriele von der Pauli ist von diesem genauso weit weg wie Ursula Leyen, denn: Es wird Christian Wulff, geboren am 19. Juni 1959, bis hierhin Ministerpräsident von Niedersachsen. Die Bundesversammlung wird das schonso entscheiden, wie von den Parteichefs ausgekungelt.

Damit kann das engagierte Horst-Köhler-Nachfolge-Votum auf diesem Blog im Grund genommen eingedampft werden. Wäre es nach meinen Leserinnen und Lesern gegangen, hätte es eine Stichwahl zwischen Günther Jauch (36 Prozent) und Stefan Raab (31 Prozent) gegeben. Frau von der Leyen wäre mit 14 Prozent durchgefallen. Genauso wie Wolfgang Thierse (12 Prozent) und Lena Meyer-Landrut (7 Prozent).

Apropos Lena: Beim Empfang unseres Grand-Prix-Mädels hat Christian Wulff ja schon mal Format bewiesen. Wie er die Blumen überreicht hat  – hervorragend. Er galt ja auch in seiner Anfangszeit als Politiker als Traummann aller Schwiegermutter. Dieses Image hat durch die Scheidung von Ehefrau eins sicherlich gelitten. Aber wenn es in der CDU jemand gibt, der auch nur ansatzweise als Womanizer durchgeht, dann der immer akkurat frisierte Mann aus Hannover.

Er ist zudem Ehrendoktor der Tongji-Universität Shanghai und sozial wie kulturell vielfältig engagiert. Wulff ist Schirmherr des Bundesverbandes der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG), der Stiftung „Eine Chance für Kinder“, der niedersächsischen Tafeln, der Aktion „Mutmacher der Nation“, des Leibnizrings. des Wettbewerbs „Unbezahlbar und freiwillig“, der niedersächsischen Sportstiftung, des Landesjugendchors Niedersachsen, des Landesjugendblasorchesters Niedersachsen, des Jugendjazzorchesters Niedersachsen und des niedersächsischen Jugendsinfonieorchesters.

Man darf also damit rechnen, dass es einer der ersten Appelle des dann neuen Präsidenten sein wird, dass junge Menschen mehr und nachhaltiger musizieren sollen. Wulff ist zudem Fan von „philosophischen Provokationen“. Zu den Weisheiten, die ihn besonders beeindrucken, gehören diese: Wer nichts für andere tut, tut nichts für sich. (Johann Wolfgang von Goethe); Der Langsamste, der sein Ziel nur nicht aus den Augen verliert, geht immer noch geschwinder als der, der ohne Ziel herumirrt. (Gotthold Ephraim Lessing) und Mühe wird auf Dauer von Erfolg gekrönt. (Konfuzius).

Wer also soll sich vor diesem Mann fürchten? Antwort: Niemand, am wenigsten Angela Merkel. Sie hat mit der Nominierung von Christian Wulff ihren einzigen verbliebenen männlichen Rivalen freundlichst entsorgt. Denn er macht machttechnisch keine großen Sprünge mehr. Was für ihn ansteht, erläutert die folgende Stellenbeschreibung…

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