Archiv für Juni, 2010

Juni 29th, 2010

Die Superdiät: Fahren mit Bussen und Bahnen

Bestimmt ein eifriger Metro-Fahrer: Karl Lagerfeld

Bestimmt ein eifriger Metro-Fahrer: Karl Lagerfeld

Das Leid ist groß. Und der Retter sind viele. Das Thema “überschüssige Pfunde” ist in unserer Gesellschaft so groß, dass selbst spindeldürre Mädels das letzte Gewebe zwischen Haut und Knochen bekämpfen. In den Freibädern sieht man aber auch, dass das Abmagern oft daneben geht. Dabei wäre es so einfach: Man muss nur Busse, Straßenbahnen und Züge benutzen.

Juni 27th, 2010

Politiker auf dem Gipfel? Da stehen heute die Bosse

Jawohl, früher war es besser. Da konnte man noch Vertrauen haben. Da wurde noch regiert. Fußball-Weltmeister wurden wir auch. Aber heute?

Gerade waren G 8- und G-20-Gipfel. Und von dort kehrt Angela Merkel mit einer französisch/italienischen Bilanz zurück. Vielleicht kann sie später ein paar schöne Bilder im Kreise der mächtigsten Männer dieser Welt herzeigen. Viel mehr aber auch schon nicht. So darf sie zwar sparen lassen, hat aber bei ihrem persönlichen Vorzeigethema “Neue Finanzmarktregeln” nichts Vorzeigbares erreicht.

Juni 25th, 2010

Sonntagsfrage: “Neoliberales Hasenhirn” passt

Jetzt haben wir doch mal Mitleid. Unsere Kanzlerin und ihre Liebsten müssen sich zurzeit doch fühlen wie Erzbischof a. D. Walter Mixa in seinem Augsburger Fegefeuer. Wohin man hört, hagelt es Kritik. Wohin man schaut, sind die Schlagzeilen mies sowie die Zahlen in der “Sonntagsfrage” schlecht und schlechter.

Auch die Leser(innen) dieses Blogs zeigen keine Gnade. 

Juni 24th, 2010

Italien futsch! “Immer noch in einem Traum läbe ich”

Na sowas, jetzt sind bei der WM auch die Italiener futsch. Man reibt sich die Augen, aber: Fußballgott, ich hab Dich durchschaut. Du willst arroganten Blendern mal eins überbraten.

So haben sie ja immer gespielt , die Italiener. Selber nicht zu viel laufen, mauern, die anderen laufen lassen, ein Tor schießen, wieder mauern. Ökonomische Spielweise nannte man das – manchmal sogar anerkennend.

Juni 22nd, 2010

Adieu, Frankreich. Was denkt sich bloß der Fußballgott?

“Adieu, les Bleus!” Während dieser Beitrag geschrieben wird, scheint sich der Niedergang der französischen Nationalelf ins Bodenlose zu beschleunigen. Was ist geschehen, dass der Fußballgott den Galliern jedewede Zuneigung entzogen hat? Gibt es ihn überhaupt? Darf und soll man zu ihm beten? Unsere evangelische Kirche sagt dazu “Ja”.

Juni 19th, 2010

Junge Menschen, seid wie Victoria und Daniel!

Zwei, die ihre Eltern glücklich gemacht haben: Victoria und Daniel.

Zwei, die ihre Eltern glücklich gemacht haben: Victoria und Daniel.

Ja, lassen wir ruhig ein Tränchen fließen. Da hat Schwedens Kronprinzessin Victoria einen Mann namens Daniel Westling geheiratet. Offensichtlich ein netter Kerl, der, weil er Fitnesstrainer ist, genauso gut auch Wrestling heißen könnte. Einer, der angeblich dumm ist, aber mit seinem Intellektuellen-Brillengestell keineswegs doof wirkt. Und wenn es so wäre? Was würde ein  IQ-Tiefflieger mehr dem europäischen Hochadel schon schaden?

Unterm Strich ist es aber so: Es wurde allerhöchste Zeit, dass Prinzessin Victoria die Entscheidung zur Hochzeit getroffen hat. Sie ist fast 33, also sollte sie ihr Mädchenzimmer im königlichen Schloss wirklich mal räumen.

Aber so ist diese  nachwachsende Erwachsenengeneration. Sie will einfach nicht weg von daheim. Nicht nur in Schweden, sondern auch in Deutschland. So leben laut Statistischem Bundesamt (Zahlen von 2008) fast zwei Drittel (63 Prozent) der Männer bis zum Alter von 26 Jahren noch im Haushalt der Eltern. Und auch fast jede zweite (47 Prozent) der 18- ­bis 26-jährigen ledigen Frauen stellte noch bei Mama und Papa die Füße unter den Wohnzimmertisch.

Denkt da eigentlich irgendjemand ans Schicksal der Alten? Die hätten gerne Zeit für sich und ein Leben, das sich nicht nach den Kindern richtet. Gut, ein junger Mann ist verhältnismäßig pflegeleicht. Es braucht nur einen PC und eine Playstation, um ihn relativ zuverlässig ruhigzustellen. Bei jungen Frauen ist es nicht so leicht. Das Showprogramm vor dem Ausgehen mit Haarewachsen, ausgiebigem Föhnen, Schminken, zwölf klärenden Telefonaten und 36 SMS-Nachrichten  beginnt heutzutage erst gegen 22.30 Uhr. Das strengt an. Aber auch der eigentlich erwachsene Kerl, der sich auf dem Sofa ausstreckt und während eines WM-Vorrundenspiels sämtliche Erdnüsse frisst, kann nerven.

Junge Menschen, nehmt zur Kenntnis: Eure Eltern lieben Euch. Aber irgendwann ist es genug! Seid wie Victoria und Daniel. aber wartet nicht, bis Ihr 33 seid!

Juni 17th, 2010

Mixa, Gsell und Knöllchen-Horst: Hier gibt es nur Verlierer

Nach 516 Beiträgen in diesem Blog muss es auch einmal erlaubt sein, zu jammern. Das tue ich hiermit. Aber warum? Weil ich ständig über gescheiterte Menschen schreiben muss. Individuen, die abstürzen und einfach nicht mehr hochkommen. Oder die sich als noch dümmer erweisen, als man allgemein gedacht hatte. Meint hier jemand, das macht auf Dauer Spaß?

Juni 16th, 2010

Afghanistans Reichtümer – Köhler hätte bleiben können

Mit großem militärischen Brimborium ist Bundespräsident a. D. Horst Köhler im Fackelschein verabschiedet worden. Wie überflüssig sein Rücktritt wegen des Themas “Wirtschaftskrieg in Afghanistan” war, zeigt das aus zwei Sequenzen zusammengeschnittene kurze Video:

YouTube Preview Image

Ach Horst, warum hast du uns so schnell verlassen?

Juni 15th, 2010

Mein WM-Trauma: Jogi könnte Mutti retten

Eines vorneweg: Selbstverständlich habe ich mich über das wunderbare Spiel unseres „multiethnischen Panzers“ (so eine italienische Zeitung) beim 4:0-Sieg gegen Australien gefreut. So darf es bei der Fußball-WM weitergehen. Störend ist nur die mögliche Nebenwirkung weiterer Erfolge. Die Menschen könnten im Dauerjubel die Stümperei der Regierung vergessen.

Juni 14th, 2010

Hupuzela, oder: Im Auto sind wir alle Afrikaner

Sonntagnacht in Nürnberg: Wir spielen Hupuzela.

Sonntagnacht in Nürnberg: Wir spielen Hupuzela.

Was wurden und werden wir nicht gewarnt. Der südafrikanische Fan-Brauch, aus schierer Fußballbegeisterung praktisch ohne Unterbrechung in eine Tröte zu pusten, sei pures Gift für die Ohren. Nervtötend sei das Geräusch obendrein. Und doch: Wir sind alle Afrikaner. Wenn wir uns nämlich, wie Sonntagnacht, ans Steuer unseres Autos setzen und hupend durch die Straßen der Stadt düsen.

Tatsächlich sind die Vuvuzelas furchtbar. Sie führen einerseits dazu, dass ein Bienengift-Allergiker ein Spiel in einer Dauerpanik durchlebt, wie sie sonst vielleicht nur ein australischer Verteidiger spürt. Die Tröten sind andererseits nicht laut genug, um das elende Gebrabbel eines gewissen Bela Rethy zu übertönen. Der ZDF-Live-Kommentator verlegte sich zum Ende des Spiels hin aufs freie (und schlechte) Philosophieren. Sogar Mahatma Ghandi wurde ins Spiel gebracht. Dieser hat irgendwann im Austragungsort Durban gelebt – es blieb jedoch offen, ob es dafür Eck- oder Schiedsrichterball gibt.

Auf jeden Fall gibt es einen Autokorso. Nach einem Sieg gegen Australien! Ganz früher, als ich jung war, hätte deswegen kein Mensch kostbares Benzin verfahren. Das Resultat wäre einfach viel zu normal gewesen. Aber dann reifte unter internationalenFußballlehrern die Erkenntnis, dass es “keine Kleinen mehr gibt”. Und spätestens, seit uns der einzigartigeRudi Völler vor der hochbrisanten taktischen Rafinesse der Isländer vorschwärmte, wussten wir: Jeder Sieg, egal gegen wen, verdient eine vulkanartige Eruption spontaner Freude.

Spontaner Freude? Das eher nicht. Der Autokorso ist zum festen Bestandteil der Fan-Liturgie geworden. Er muss sein. Über seine Psychologie habe ich mich anlässlich der EM 2008 hier ausgelassen. Ich muss das nicht alles wiederholen.

Eine Frage von damals ist allerdings wieder aktuell: Gestern waren die hupenden Autos noch 90 Minuen nach Spielende unterwegs. Wie soll dieser Jubel gesteigert werden, wenn es in Südafrika richtig ernst wird?????

Juni 11th, 2010

Ein dicker Mann ist oft ein Werk der Frau

Männer sind zu dick. Es handelt sich fürwahr um ein Problem, das unserer Gesellschaft wachsende Sorgen bereiten sollte. Um es lösen zu können, muss man an die Wurzeln gehen. Und diese ist weiblich.

Das Thema ist das Bauchfett: Vor wenigen Tagen hat das Statistische Bundesamt verbreitet, dass mehr als jede(r) zweite Deutsche zu dick sei. Überproportional betroffen seien mit 60 Prozent die Männer. Bei der letzten Erhebung im Jahr 1999 seien es noch 56 Prozent gewesen.

Wie aber kann es sein, dass sich beim Blick auf eine x-beliebige Gruppe von Männern der Eindruck ergibt, als seien Scheinschwangerschaften eine hierzulande weit verbreitete Krankheit?

Juni 9th, 2010

Der neue Politikstil: Wildsau und Hasenhirn

Die Bundespräsidentenwahl liefert immer neuen Stoff. Ist doch nicht nur Joachim Gaucks Lebensgefährtin eine Nürnbergerin, sondern ist die Kandidatin der Linken, Luc Jochimsen , sogar in Bratwurst-City  geboren. Aber ihre Aussichten sind derart gering, dass wir uns lieber der Bundesregierung zuwenden. Da geht es inzwischen zu wie in einer Pilsbar.

„Wildsau“ schallt es aus den Reihen der FDP in Richtung CSU. Und dort reagiert man pflichtgemäß empört. Selbst ein Markus Söder mahnt mehr Anstand an, dürfte jedoch  innerlich gewaltig  grinsen. Denn nun wird Politik im früheren derben, leicht angesoffenen Stil der größten CSU-Politiker wie Franz-Josef Strauß oder Gerold Tandler gemacht. Und die in Berlin weitgehend zurecht vergessene  Partei wieder wahrgenommen.

Die Bayern  haben die Liberalen „Gurkentruppe“ genannt. Das ist nicht schlimm, handelt es sich doch um einen Begriff aus dem Fußball, wo sich ein gewisser Edmund Stoiber schon immer gerne bedient hat. War es stets doch sein Bestreben, sein Bayern in die „Tschämpionsliehg“ der Länder dieser Welt zu bringen.

Klar, man könnte jetzt den CSU-Gedanken weiterspinnen. Nämlich so, dass zu einer Gurkentruppe ein Gurkenlaster gehört. Weshalb es nicht schlecht wäre, Daniel Küblböck als Spaßminister für positive Energie im Land sorgen zu lassen. Aber Guido Westerwelle will ja nicht unbedingt Menschen neben sich haben, die  ihm von ihren Begabungen her zu sehr ähneln.

Als Publikum betrachten wird die gegenseitigen Beschimpfungen am besten als Unterhaltungsprogramm. Wir fordern allerdings Phantasie. Ehrabschneiderische Vorwürfe wie “Lügner” oder “Gauner” sind uns zu platt. Es muss schon passen. Wie etwa “Schlafwagenschaffner” für Verkehrsminister Ramsauer, “Hebammenkoffer” für Familienministerin Schröder, “Haubentaucher” für Umweltminister Röttgen,  ”Schnieptröte” für den Chef des Bundeskanzleramtes, Ronald Pofalla, ”Geizknochen” für Wolfgang Schäuble oder “Bananenbiegerin” für Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner.

Wir sind gespannt, wie prollig der Ton unter den Regierenden noch wird. Ansonsten halten wir es beim Blick auf die deutsche Politik mit dem Kabarettisten Erwin Pelzig: “Warum sollte man sich jetzt schon aufhängen, wo es doch nächstes Jahr noch viel bessere Gründe gibt?” Bis dahin eine kleine Umfrage:

Juni 7th, 2010

Gaucks “First Lady” kommt aus Nürnberg

Na sowas: Da hat Angela ihren vereinigten Ja-Sagern den Präsidentschaftskandidaten Christian Wulff präsentiert. Doch dann zieht Rot-Grün  Joachim Gauck aus dem Hut. Und selbst konservative Medien sind entzückt von der Idee, diese Persönlichkeit am 30. Juni an die Spitze des Staates zu wählen. So wie wir Franken auch. Denn Deutschland bekäme eine „First Lady“ aus Nürnberg. Eine Journalistin obendrein.

Joachim Gauck ist nämlich seit gut zehn Jahren mit Daniela Schadt liiert. Sie ist bei der „Nürnberger Zeitung“ für die Berichterstattung über die Innenpolitik zuständig. Zwar verfügt die 50-jährige einen hessischen Migrationshintergrund, hat aber längst bedeutende fränkische Eigenschaften angenommen.

Als da wären ein großer Fleiß, die Fähigkeit, widrige äußere Umstände bei Bedarf zu ignorieren, vor allem aber auch ein feiner, hintersinniger Humor. Ich selber habe Daniela Schadt als offen, interessiert, schlau und richtig nett erlebt. Ihre unmittelbaren Kolleginnen und Kollegen loben ihre Fähigkeit, herzlich zu lachen und heben ansonsten ihre Freude an klassischer Musik sowie ihren enormen Hunger auf Bücher hervor.

Sollte Joachim Gauck gewählt werden, wäre sie die erste „Präsidentengattin“ ohne Trauschein. Das wäre einen Versuch wert, auch wenn ich mir meine Kollegin als Schirmherrin einer Herzgesundheitsstiftung noch nicht so recht vorstellen kann.  Und wie sie menschelnde Klatschberichte geistig-moralisch aushält – die „Bild am Sonntag“ schrieb bereits allerliebst von der „munteren Dani“ – könnte ich auch nicht sagen.

Trotzdem: Nürnberg und Franken sind für Joachim Gauck.

PS.: Normalerweise gehört zu diesem Text ein Bild. Interessant ist aber auch, wie jemand klingt. Alsdenn,  hier ist die Stimme von Daniela Schadt

Juni 5th, 2010

Sonne bei bei Rock im Park. Übler Sommer droht

Sonne und sonnige Gemüter bei "Rock im Park": Foto Distler

Vorneweg: Gabriele Pauli hat die von ihr erschaffene  “Freie Union” im Zorn verlassen. Sie ist nun so frei wie schon lange nicht mehr.

Also können wir uns dem  Gesprächsthema Nummer eins, dem Wetter, widmen. Ich befürchte nämlich, dass uns ein ganz grausliger Sommer droht. Das Vorzeichen hierfür  ist “Rock im Park”.

Dort ist es nämlich irre heiß und scheint die Sonne, was das Zeug hält. Und das ist kein gutes Omen für die nächsten Wochen. Denn die schönsten Sommer hatten wir immer, wenn es auf Nürnbergs lautestem Festival so richtig nass war. Wenn sich Männer so im Schlamm wälzen durften, wie das Männer eben gerne tun. Wenn der Müllsack zum regenfesten Modetrend wurde. Und nicht der nackte Oberkörper, der jetzt das Bild vor den Campingzelten dominiert.

Immer dann, wenn Menschen gezeigt hatten, dass sie für ihre Lieblingsmusik wettertechnisch weder Tod noch Teufel scheuen, wurde es hinterher richtig schön. Und so war das auch im Jahr 2006, als nach einem zunächst total verregneten Rock-im-Park-Start mit Franz Beckenbauers Hilfe der wunderbarste Fußballsommer aller Zeiten ausbrach.

Sollte sich das Wetter wie so oft in den letzten Jahren erneut ins Gegenteil verkehren, sieht es für die Fußball-WM schlecht aus. Die durchnässten Fähnchen werden schlaff an den Autodächern hängen, und niemand streif sich zum Public Viewing einen Müllsack über, wenn er befürchten muss, dass er unterwegs einen Nachbarn oder Arbeitskollegen trifft. Die Stimmung wird mies sein, über die “Bild”-Schlagzeile “Jubel trotz Schweiniwetter” wird niemand lachen können.

Die Erfahrung spricht dafür, dass es so kommt. Es sei denn, die brandaktuellen Gerüchte über eine Wende zugunsten des Verdächtigen im Fall Kachelmann bestätigen sich. Denn eines stimmt doch auch: Verrückt ist das Wetter, seit der Wettermann in U-Haft sitzt.

Juni 3rd, 2010

Der Präsident: Wer hat Angst vor Christian Wulff?

Tja, das war nichts, mit Frau Nummer zwei am Ruder dieses Staates. Gabriele von der Pauli ist von diesem genauso weit weg wie Ursula Leyen, denn: Es wird Christian Wulff, geboren am 19. Juni 1959, bis hierhin Ministerpräsident von Niedersachsen. Die Bundesversammlung wird das schonso entscheiden, wie von den Parteichefs ausgekungelt.

Damit kann das engagierte Horst-Köhler-Nachfolge-Votum auf diesem Blog im Grund genommen eingedampft werden.