Horst Köhler geht. Wer soll kommen?

Ich schwöre: Ich war entschlossen, in die allgemeine Lena-Glückseligkeit einen Beitrag zu bringen, in den an tragisch gescheiterte Menschen erinnert wird. Ich hatte die einstige Polit-Ikone Gabriele Pauli auf der Rechnung. Doch dann kam  Horst Köhler (siehe Video).

Der Bundespräsident ist zurückgetreten. Weil er wegen seiner Äußerung, wonach es beim Afghanistan-Einsatz auch um Wirtschaftsinteressen gehe, Kritik bekommen habe, die den notwendigen Respekt vor dem Amt habe vermissen lassen. Sein Auftritt kam überraschend, er wirkte irgendwie absurd.

Tja, Äußerungen von Horst Köhler. Hierzu ist zu sagen, dass dieser Bundespräsident vieles war, aber ganz bestimmt kein großer Redner. Er kam langweilig rüber und war immer in der Gefahr von falschen Betonungen. Aber Köhler war auch geradlinig und ehrlich – und wurde insofern als bürgernah angesehen. Er traute sich auch, der jeweiligen Bundesregierung zu widersprechen. Er war für diese kein einfacher Partner.

Was Konservative und Liberale angeht, entwickelt sich die deutsche Politik immer mehr zu einem Trauerspiel. Wer Ecken und Kanten oder Mut zur eigenen Meinung hat, ergreift die Flucht. Zurück bleiben handelnde Personen, von denen immer weniger Menschen glauben, dass sie Probleme lösen können.

Wenn also in den Twitter- und Facebook-Communities heftig darüber gewitzelt wird, ob Stefan Raab ein Bundespräsidenten-Casting organisieren oder den Job selbst machen soll, dann hat das einen bitteren Hintergrund. Man glaubt nicht mehr, dass eine gute Personalentscheidung auf normalem Weg gelingt.

Alsdenn: Wer soll es werden, wer kann es richten?

[polldaddy poll=“3280009″]