Der Zukunfts-Schwafler und Gottes Kopfschmerz beim Urknall

Die Ereignisse überschlagen sich: Da habe ich Sonntagabend dem Zukunftsforscher Matthias Horx bei Anne Will gelauscht und war sicher, dass es nur Stunden bräuchte, damit ich ihn in diesem Blog in der Luft zerfleische. Aber dann kam „Cern“ – und alles ist anders.

Ein bisschen Anmerkung zu Herrn Horx braucht es aber schon. Es ist doch schon das offizielle Eingeständnis geistiger Quacksalberei, wenn sich jemand „Zukunftsforscher“ nennt. Viel aufrichtiger war da zum Beispiel der irische Dichter George Bernhard Shaw, welcher richtig bemerkte: „Prognosen sind schwierig. Vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen.“

Keiner kennt die Zukunft. Keiner weiß, ob Deutschland oder die Schweiz die Fußball-WM gewinnen. Prognosen sind doch – siehe Bankenkrise – vor allem dann interessant, wenn wir darüber diskutieren können, warum sie nicht eingetreten sind. Wir haben in den 70er Jahren völlig umsonst davon geträumt, dass wir im Jahr 2000 mit kleinen Luftfahrzeugen durch die Stadt brausen. Stattdessen treten wir immer noch in Hundescheiße. Und wenn dieser Horx tatsächlich meint, dass es das Glück des modernen Menschen sei, wenn er heute nicht weiß, wovon er in sechs Monaten Essen und Miete zahlt, dann wünscht man sich, dass diese Utopie – wie vieles andere auch – auf der Kehrschaufel der Geschichte landet.

Da ist es doch besser, zurückzublicken. Auf den Urknall, das Werk jenes Wesens, das neben Fußbällen auch Hundescheiße erschaffen hat. Wir nähern uns Gott.

Nun sagen die Physiker im „Cern“, dass die Dinge bei ihnen anders laufen als sonst. Einer erklärte zu den Ergebnissen des Teilchenbeschleunigers: Während im normalen Leben aus zwei heftig aufeinanderprallenden Äpfeln mit absoluter Sicherheit Mus werde, könnten aus zwei seiner Kollissions-Erdäpfeln auch Erdbeeren werden. Stimmen vielleicht all die Sagen und Legenden dieser Welt? Würde es ein Prinz, wenn man zwei Frösche im Cern zerschreddert? Kann es doch sein, dass Wasser zu Wein wird, wenn es mit Lichtgeschwindigkeit aus dem Hahn kommt?

Was aber, wenn unsere anderen Vorstellungen nicht zutreffen? Wenn Gott, anders als wir denken, in Wahrheit dass kleinste Elementarteilchen von allen ist, das nach dem 36. Urknall unterhalb von Genf endgültig die Schnauze voll davon hat, ständig mit dem Schädel gegen den Heiligen Geist zu donnern? Was dann?

Insgeheim wissen wir es schon: Es wird sich ein Schwarzes Loch bilden, dass unsere Erde für alle Ewigkeit verschluckt. Dann hilft uns die Auferstehung auch nichts mehr.

3 Kommentare in “Der Zukunfts-Schwafler und Gottes Kopfschmerz beim Urknall

  1. Gott als Materieteilchen? … eine verlockende Idee.
    In dem Fall ist er vielleicht sein eigener Betriebsunfall bei der Erschaffung und vertschüste sich eventuell längst freiwillig in ein schwarzes Loch.
    Für sein Ebenbild auf Erden verlor er längst die Relevanz. Hier ersetzen ihn würdig seine kirchlichen Vertreter. Diesen Verein mit ewiger selig machenden Wahrheit würde ein lebendiger Gott eher stören. Überhaupt, wer benötigt noch einen Herrn? Längst ist der Mensch in der Lage Ungläubige zu strafen, eine Sintflut zu produzieren oder sich selbst von der Erde zu tilgen.
    Aber möglicherweise ist Gott ein Voyeur, der Menschen zum Entertainment mit einem sich selbst schreibenden Drehbuch des freien Willens schuf.
    http://www.unart-forum.com/forum30/topic15605.html

  2. Mir gefallen deine Überlegungen speziell zu Cern sehr gut.
    Wenn bei einer Kollission von Erdäpfeln Erdbeeren entstehen würden?
    Oder würde es ein Prinz, wenn man zwei Frösche im Cern zerschreddert?
    Werde dieses Gedankengut gerne weiter in die Welt tragen.

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