Welch ein Trost: Männer, die nicht zuhören, können nichts dafür

Leider passiert es nur selten, dass das fernsehbeitragsproduzierende Gewerbe wahrhaftige Lebenshilfe bietet.

Gelungen ist das gerade der Wissenschaftsredaktion des RTL-Magazin “Explosiv”. Dieses belegt in einem aktuellen Beitrag erneut die Erkenntnis, dass Männer ihren Frauen nicht zuhören. Mehrere Probanden wurden während einer Autofahrt oder während eines Einkaufbummel von ihren Herzallerliebsten zugetextet.

Fazit am Ende: Praktisch kein einziger Mann wusste nachher irgendetwas über den Inhalt des Gesprächs. Und eine Psychologin stellt sich auf die Seite der Männer. Wenn diese nicht zuhörten, sei das im Grund ein Schutzmechanismus des überforderten Gehirns.

Ich finde, dieses Wissen muss in alle Welt verbreitet werden. Alsdenn, der Link:

http://www.rtl.de/cms/information/rtl-explosiv/explosiv_englaender_malen_deu.html

Retten wir Griechenland! Her mit der Hellas-Kopfpauschale!

Und das alles von unseren Steuergeldern.“ Wenn wir an Griechenland denken, ist dieser Stoßseufzer vollauf berechtigt. Vier Milliarden Euro gehen als rettende Geldspritze aus Deutschland an die Hellenen. Was umgerechnet bedeutet, dass jede(r) Bundesbürger(in), vom Baby bis zum Greis, mit 50 Euro dabei ist. Ohne Gegenleistung. Sorry, aber so geht`s nicht!

Sicher, es ist an der Zeit, den Griechen auch einmal mit Geld zu danken. Vieles in unserem Daseinst durch die Antike bestimmt. Unsere Architektur, die Kunst, unsere Diskussionskultur, unser Umgang miteinander, Olympia und vieles mehr. Aus Nürnberger Sicht wäre an die lange Kette griechischer Wohltaten anzufügen, dass man sich fest darauf verlassen kann, dass Angelos Charisteas in jeder Bundesligasaison ein Tor schießt.

Nun gut, Europa retten heißt heute, Kröten nach Athen zu tragen. Aber das könnte man doch mit mehr Phantasie arbeiten. Denken wir doch bloß an die Stichworte „Kopfpauschale“ und „Abwrackprämie“. Wie wäre es denn, wenn jedem interessierten Bundesbürger aus dem Vier-Milliardentopf einen 1000 Euro-Gutschein für einen Ägais-Urlaub gegeben würde? Das Geld käme bei den Hellenen an und vier Millionen Deutsche könnten ein paar Tage lang gratis durch Athen stapfen oder über Inseln hüpfen. Wahrscheinlich würden sie noch ein paar Euros mehr ausgeben und so die Wirtschaft vor Ort fördern.

Sie meinen, das Geld würde nicht reichen? Das ist unwahrscheinlich. Schließlich gibt es verschiedene Gründe, nicht nach Griechenland zu fahren. Dort ist es oft viel zu heiß und ständig brennt irgendwo ein Wald. Die Schrift ist unleserlich. Und es ist nicht jedermanns Sache, dass die ohnehin schwer verdaulichen Fleischklumpen auf der Dionysos-Platte im Herkunftsland lauwarm serviert werden. Das alles schränkt die Nachfrage ein.

Warum ich das jetzt so furchtbar bissig schreibe? Weil ich tatsächlich nicht will, dass die Nachfrage nach der Hellas-Kopfpauschale zu groß wird. Griechenland ist nämlich ein sehr schönes Urlaubsziel. Krise hin, Krise her.

Jörg Kachelmann: Verschwindet unser lustiger Held?

Jörg Kachelmann: Was wird aus ihm?In vielen Partner- und Freundschaften kommt es irgendwann zu diesem Satz: “Ach, wie habe ich mich doch in diesem Menschen getäuscht!” In unserem Fall gilt er einem gewissen Jörg Kachelmann, von Beruf Wetterfrosch. Ihm wird vorgeworfen, seine Freundin vergewaltigt zu haben. Er selbst nennt sich unschuldig. Was sein gutes Recht  ist.

Die aktuelle Affäre macht uns aber schlagartig klar, dass wir bei ihm einem Irrtum unterlegen waren: Wir haben ihn für nett und lustig gehalten. Das lag sicher an seiner Schweizer Sprachfärbung, die bei mir als Deutschem als gemütlich, selbstironisch und etwas schrullig auskommt. Außerdem wirkte es sympathisch, mit welcher Selbstverständlichkeit er mit einer schlampigem Frisur und einem gelegentlichen Zauselbart ins Rampenlicht ging. Und schließlich stammt sein Vater aus Bamberg. Er ist demnach halber Franke – so halbwegs einer von uns.

In erster Linie ist Jörg Kachelmann aber ein cleverer Geschäftsmann. Er hat zwar keine Ausbildung zum Meteorologen, weshalb man ihn den Udo Walz der Stratosphäre nennen könnte (der legendäre Star-Figaro hat auch keinen Meisterbrief). Er hat aber frühzeitig entdeckt, dass sich aus dem Wetterbericht, der ja praktisch jeden Menschen interessiert, eine Show machen lässt. Also lässt er die bevorstehenden Temperaturen von der schicken Blondine Claudia Kleinert und ihrem latent froschartigen Kollegen Sven Plöger aufsagen. Und wenn der Sturm über Deutschland tobt, stellt er jemand mit einem Mikrofon mitten in die schlimmsten Böen auf der Zugspitze.

Tendenziell lustig, das. So, wie wir uns Kachelmann immer vorgestellt haben. Obwohl seine Rolle als Botschafter für die neoliberale Initiative Soziale Marktwirtschaft Punktabzüge in der B-Note bringt.

Sollten allerdings die Vorwürfe seiner Ex-Freundin stimmen, hätte sich Kachelmann, der mutige Erneuerer eines Genres, äußerst rückständig verhalten. Man möchte hoffen, dass sich die Affäre irgendwie in Wohlgefallen auflöst. Denn der Verlust eines Helden tut uns allen immer weh. Leider gilt auch dies: Die Erkenntnis, dass man am sichersten Menschenfreund bleiben kann, wenn man auf Menschenkenntnis verzichtet, ist kaum zu widerlegen. Man wird sehen, wie es ausgeht.

DSDS-Rauswurf wegen Kokain: Suchen die nicht einen Superstar?

Eigentlich ist “Deutschland sucht den Superstar” in diesem Jahr derart schlecht, dass man nichts mehr darüber schreiben sollte. Mein größtes Aha-Erlebnis war bisher, dass ich von der Existenz des Vornamens “Menowin” erfahren habe. Das soll übrigens aus dem Althochdeutschen stammen und “mächtiger Sieger” bedeuten. Aber darum geht es hier nicht. Sondern darum: Da feuern sie einen Teilnehmer, weil er Koks geschnupft hat. Ja, Himmel! Wollen Sie nun einen Superstar oder nicht?

Es hätte viele Gründe gegeben, diesen Helmut Orosz in die Wüste zu schicken. Mit 30 ist er zu alt für dieses Teenie-Format. Außerdem wirkt seine Bühnenshow so, als wäre David Hasselhoff als verjüngter Zombie durch die Bodenplatten am Brandenburger Tor erneut ins Licht der Welt gestoßen. Und dann hat er diesen Baumarkt-Schlagersänger-Stil, der einfach abgeschafft gehört. Denn ich sage: Auch Millionen von Veranstaltern von Hasenzüchter-Sommerfesten können irren. Schlecht ist schlecht.

Jawohl, Helmut Orosz musste weg. Aber doch nicht wegen Rauschgifts! Wissen die Macher von DSDS denn nicht, dass Drogensucht bei Superstars dazugehört? Was wäre eine Amy Winehouse, wenn sie immer nur Bionade trinken würde? Würde sich noch irgendjeamd für Britney Spears interessieren, wenn sie nicht dauernd besoffen wäre? Für die älteren Leser:  War nicht die Trunksucht ein Markenzeichen des großen deutschen Entertainers Harald Juhnke?

Und: Jubelt DSDS-Moderator Marco Schreyl nicht selbst seine Show derart zur Sensation hoch, dass er entweder bekifft sein oder einen anderweitigen Total-Dachschaden haben muss? Ein Vorbild sollen die Teilnehmer sein. Dieter Bohlens Sucht nach jungen Trullas spielt demnach keine Rolle.

Nein, ein Star ohne Knall ist keiner.  Und wenn es – bei Frauen – nur eine völlig überzogene Abmagerungskur ist. DSDS ist nach diesem Rausschmiss endgültig als Tummelfeld für mäßig begabte Hauptschüler entlarvt, die einer mäßig begabten Jury herzallerliebst über jedes Stöckchen hüpfen, das ihnen hingehalten wird. Man sollte wirklich nichts mehr darüber schreiben.

Live bei der Wok-WM: Alle lieben Lena.

Schwimmt auf einer Sympathiewelle: Lena Meyer-Landrut. F.: ProSiebenQuatsch geht immer gut.  Das zeigt der neuerliche Erfolg der “TV Total Wok WM” am Freitag in Oberhof. 20,1 Prozent Einschaltquote und 6000 Menschen entlang der Strecke sprechen eine deutliche Sprache. (Meine Reportage auf nn-online.de) Ich bringe von dort noch eine andere Erkenntnis mit: Alle lieben Lena Meyer-Landrut, unseren “Star für Oslo”.

Während das Publikum das Geschehen, mit Ausnahme der Siegerehrungen,  ohne größere Begeisterungsstürme zur Kenntnis nahm, gab es für die 18-jährige Sängerin “Zugabe”-Rufe. Zuvor hatte sie ihren Eurovisionsbeitrag “Satellite” geboten. Auch ich kann nur sagen: Es macht Spaß, ihr zuzuschauen. Weil sie selbst so viel Freude ausstrahlt.

Ansonsten ist es erstaunlich zu erleben, wie wenig sich die Macher der Show und das Publikum füreinander interessieren. Das Wok-Rennen wird routiniert für das Fernsehen inszeniert, das Publikum ist eher ständig in der Herde unterwegs. Man läuft die Strecke entlang, schaut eher als Monitore als auf die Eisbahn selbst, trinkt Bier und kaut Döner.

Den Promis wiederum muss man nicht zu viel Mut zuschreiben. In Oberhof sind auch Jedermann-Fahrten möglich.  Passieren konnte nur wenig, zumal die Bahn auf langsam präpariert war, so dass es fast die größere Herausforderung zu sein schien, beim Siegerfoto für die Weltpresse gefühlte fünf Minuten lang “spontan” in die Kameras zu grinsen.

Gleichwohl: Nicht alle haben es so drauf, wie  Weltmeister Georg Hackl. Er fuhr zweimal Bestzeit. Bei anderen entsteht der Eindruck von Dynamik auf einer andere Art. So habe ich den langsamsten Fahrer von allen, TV-Schrotthändler Manni Ludolf mit einer Minikamera ohne Blitz abgelichtet. Die Frage stellt sich: Durchbricht da einer die Schallmauer? Oder nähert er sich doch schon der Lichtgeschwindigkeit? Manni, der rasende Schrtthändler (rechts). F.: Ich

Staatsschulden: Jedes Jahr eine kaputte Landesbank…

Die etwas älteren Leser(innen) dieses Blogs erinnern sich sicher noch an Franz-Josef Strauß. Jenen bulligen, halslosen früheren bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden. Im Jahr 1980 warnte er als Kanzlerkandidat der Union angesichts der wachsenden Verschuldung vor dem Staatsbankrott. Verstanden hat man dieses Thema damals nicht so recht. Der Bayer wurde für dieses Thema eher belächelt.

Wenn Du heute vor der “Schuldenuhr” über dem Eingang zur Berliner Zentrale des Steuerzahlerbundes stehst, wird es Dir schon anders. Die digitale Anzeige rast wie eine Präzisionsuhr auf Bobbahnen. Tatsächlich kann man sich die Gesamtverschuldung des Staates nicht mehr vorstellen. Beträgt sie doch 1,7 Billionen, also 1700 Milliarden Euro. Genug, um sämtliche Bewohner(innen) unserer Region auf der Stelle zum Millionär zu machen.

Und jetzt also 80 Milliarden Euro Neuverschuldung. Auch da könnte man schöne Rechnungen anstellen. Man könnte für dieses Geld hier in Nürnberg zum Beispiel 40.000 ganz nette Eigentumswohnungen erwerben oder zehn Millionen Menschen auf eine nette Kreuzfahrt einladen. Man könnte auch in einer guten Dorfwirtschaft acht Milliarden Portionen Schäufele mit Bier bestellen.

Schon diese Rechnungen lesen sich erschreckend genug. Das Problem mit den Schulden ist aber, dass sie Jahr für Jahr Zinsen nach sich ziehen. Und selbst wenn der Staat zu einem Freundschaftstarif von vier Prozent verzinsen kann, so würden in diesem Fall für die Neuverschuldung 2010 pro Jahr 3,2 Milliarden Euro Zinsen anfallen.

Das wiederum ist so, als gäbe es alle zwölf Monate den Bankrott einer Landesbank zu bewältigen. Da ist Horror wohl doch das passende Wort.

Puddingbrumsel ist doof – welcher Kosename passt?

Kosenamen als Abtörner: Unter diesem Aspekt hatte ich am 21. Februar nach besonders blöden Bezeichnungen für den oder die Liebste(n) gefragt. (siehe hier)

Zwar war die Beteiligung an der Umfrage nicht gar so groß, aber es steht fest: “Puddingbrumsel” ist komplett unsexy. 48 Prozent der Teilnehmer waren dieser Meinung. Ebenfalls oft geklickt war “Sabberschnute”, die lustvoll zu küssen sich 31 Prozent lieber nicht vorstellen wollten. 17 Prozent fanden “Schmackopatz” daneben, drei Prozent wollen keinen “Zwockel” lieben.

Dagegen scheint “Erdbeerpfötchen” durchaus sexuell zu stimulieren. Ich frage also andersherum:

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Parfüm als störend wird empfunden, weil es mit Gestank verbunden

„Musik als störend wird empfunden, weil sie mit Geräusch verbunden.“ Mit diesem Zitat hat der famose Dichter Wilhelm Busch das Problem der Belästigung durch fremde Reize trefflich beschrieben. Was dem einen sein Wohlklang, ist dem anderen sein Lärm. Aber nicht nur Ohren leiden. Auch die Nasen.

Denn wer möchte schon festlegen, was Duft und was Gestank ist? Da fühlt sich die Frau vom dritten Stock als unwiderstehliche Sexbombe, wenn sie sich auf dem Weg in die Nacht mit 100 Milliliter „Opium“ einsprüht. Während ihr Nachbar, der unmittelbar nach ihr die Treppe hinuntergeht, kurz vor der Haustür ohnmächtig auf den Steinboden knallt. Da duftet der alternde Charmeur derart streng nach zotteligem Moschusochse, dass es selbst die Kakerlaken in die Flucht schlägt.

Zumindest das Zusammenleben in größeren Gruppen muss also in solchen Fällen geregelt werden. Es braucht Verbote. Wie jetzt in einer städtischen Behörde der US-Metropole Detroit. Deren Belegschaft wurde jetzt – wie zuvor schon Mitarbeitern verschiedenetr kanadischer Krankenhäuser – strikt untersagt, mit einem manipulierten Eigengeruch am Arbeitsplatz zu erscheinen. Weil eine Mitarbeiterin wegen des nach ihrem Empfinden unerträglichen Parfüms einer Kollegin auf 100.000 Dollar Schmerzensgeld geklagt hatte.

Aber wenn schon Parfüm so schlimm ist, was ist dann mit den Döner-Essern in den Straßenbahnen? Uns was mit jenen Kolleginnen und Kollegen, die uns gegenübersitzend einmal die Woche eine Fischsemmel mit Zwiebeln auspacken und die Büroluft so auf Stunden hinaus vernebeln?

Da ist die Ansage klar: Es ist nichts zu machen. Denn sie machen es nur am Freitag, wegen ihres tiefen Glaubens. Die Religionsausübung ist aber vom Grundgesetz nachhaltig geschützt. So wie übertriebenes Glockengeläut ja auch…

Der Papst schweigt. Was soll ein ratloser Mensch auch sagen?

Der von Mail zu Mail oder Tweet zu Tweet hüpfenden Generation Internet sei eines mal gesagt. Man kann vier Tage lang wegfahren, ohne dass sich die Aufregerthemen grundsätzlich ändern. Gut, beim 1. FC Nürnberg riecht es wieder stärker nach Klassenerhalt. Aber sonst: Wir ärgern uns über Guido Westerwelle und den Papst.

Beide gehen uns zurzeit mächtig auf die Nerven, wenngleich aus unterschiedlichen Gründen. Der Mann von der FDP, weil er zu oft zu laut zu abseitig daherredet. Der Stellvertreter Christi, weil er zum Problem von Kindsmissbrauch hinter Kirchenmauern erstmal gar nichts sagt. Laut Volksmund soll Reden Silber und Schweigen Gold sein. Hier schaffen es zwei berühmte Persönlichkeiten, dass beides Schrott ist. Aber bleiben wir beim Papst.

Ansich ist Aussitzen spätestens seit Helmut Kohl ein integraler Bestandteil nachhaltiger Regierungskunst. Auch seine Nachfolgerin Angela Merkel versucht sich daran. Um so zu handeln, fehlt dem Papst allerdings nicht nur das breite Gesäß der Politiker. Er geht auch keiner Wahl entgegen. Und er ist, mutmaßlich, unfehlbar. Also im Besitz der Wahrheit. Warum rückt er dann nicht raus damit?

Vielleicht, weil er an Plato denkt. Von dem griechischen Philosophen stammt der Satz: “Man soll schweigen oder Dinge sagen, die noch besser sind als das Schweigen.” Und was soll er denn sagen? Dass es ihm leid tut? Dass ihm die Opfer leid tun? Dass er alles dafür tun will, damit so etwas nicht mehr oder wenigstens viel seltener passiert? Wahrscheinlich wird er das in seinem angekündigten Hirtenbrief an die irischen Bischöfe tun.

Dieser wird dann herumgereicht und verlesen  – und darf als Lehrschreiben wohl auch für Deutschland angewendet werden. Die Persönlichkeitsstruktur des irischen Kinderschänders sollte sich von jener des deutschen Täters ja nicht grundlegend unterscheiden.

Tja, warten wir mal ab, was Benedikt so schreibt. Wesentlich besser wird die Lage durch seinen Brief nicht werden.  Die Strukturen von Priestertum, Glaube und Macht über andere sind so angelegt, dass es immer wieder zu Übergriffen kommen wird. Deshalb ist das Schweigen des Papstes wohl ein ratloses Schweigen.

Ein Satz eines anderen klugen Menschen lautet: “Ändere die Welt, sie braucht es!” Aber das war Bertold Brecht. Einem wie ihm wird die ach so mächtige katholische Kirche bestimmt nicht folgen.

Gleiche Denkstrukturen: Westerwelle und Berlusconi

Ach, Guido Westerwelle. Da denkt man, der zum Außenminister aufgestiegene FDP-Lautsprecher werde irgendwann ins seriöse Fach wechseln. Aber dann fliegt er nach Südamerika und liefert schon wieder Aufreger.

Nein, dass er seinen Lebensgefährten mit auf Auslandsreisen mitnimmt, ist bestimmt nicht das Thema. Filmemacher Rosa von Praunheim, der zu einer Zeit für die Rechte der Homosexuellen kämpfte, als diese noch heftig diskriminiert wurden, findet das “großartig”.  Dabei ist das, eigentlich, ganz normal.

Geschmacklos an der Zusammenstellung von Westerwelles Reise-Entourage ist jedoch, dass er befreundeten Unternehmern die Chance gibt, im unmittelbaren Umfeld seiner Begleitung Geschäfte anzubahnen. Der FDP-Chef findet das bestimmt clever und legitim. Ist es aber nicht.

Wenn man an die Hotelspenden-Affäre und an das Ablenkungsmanöver mit der “spätrömischen Dekadenz” zurückdenkt, dann scheint da einer zu sein, der keine Scheu kennt, Politik so zu machen, dass es seiner Klientel, seiner Partei und ihm selbst nützt. Und damit erinnert er an den großartigen Italienier Silvio Berlusconi. Dieser hat gerade in einer Pressekonferenz einen Journalisten aus dem Saal entfernen lassen, weil dieser eine Frage u dem umstrittenen Chef des italienischen Zivilschutzes, Guido Bertolaso, gestellt hatte, ohne aufgerufen gewesen zu sein.

Berlusconi beschimpft ihn als “Villano”, also Bauernlümmel oder Flegel, und meint schließlich (Szene bei 2:23 Minuten des Videos), der Journalist sei nur deshalb so aggressiv, weil ihm, wenn er morgens in den Spiegel schaue, der Tag versaut sei. Dann ließ es ihn aus dem Saal werfen.

Gut, Westerwelle hat die Presse auf diese üble Art noch nicht angegriffen. Beim Landesparteitag der nordrhein-westfälischen FDP rief er den Medienvertretern schon mal dieses zu: “Ihr kriegt mich nicht klein!” Alles andere kann ja noch kommen…

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