Sonntag, Februar 14th, 2010

DSDS 2010: Eine Pleite für den Feminismus

Die Fernsehkritik ist eigentlich nicht mein Feld. Aber beim Zappen in die erste Entscheidungsshow von „Deutschland sucht den Superstar“ wurde mir klar: Der Feminismus hat nicht gesiegt. Das muss einfach raus.

Anders ist kaum zu erklären, dass eine im allgemeinen Personalwesen gängige Formulierung bei der Publikumswahl der zehn Finalisten völlig negiert wurde. „Bei gleicher Qualifikation werden Frauen bevorzugt eingestellt“ heißt es in Stellenanzeigen. „Bei gleich schwacher Gesangsleistung wählen wir Männer“, meinten die Menschen an den Telefon-Endgeräten.

Und was dann aufgeführt wurde, müsste frauenbewegte Menschen schlichtweg entsetzt haben. Männliche Sieger, die nach Bekanntgabe ihres Erfolgs wilde Initiationsrituale aufführten – und mittendrin zunächst nur ein kleines Mäuschen in lila Leggings, die nach eigenen Angaben ihr Geld fast komplett für Kosmetik ausgibt. In einem Gnadenakt des Publikums durften noch zwei weitere Mädels antreten. Sie passten, vor allem Blondine Steffi mit den engen Ledershorts, ins Raster von Dieter Bohlen: „Wir hatten noch nie so geile Weiber wie dieses Mal.“

Zupackende Jungs und ein paar Tussis – so geht`s bei DSDS weiter. Ach so, falls jemand nach dem Gesang fragt: Es ist ziemlich unerklärlich, dass unter angeblich mehreren zehntausend gecasteten Kandidatinnen und Kandidaten keine größeren Talente zu finden waren. Wer ein empfindliches Gehör hat, sollten mindestens bis zum Halbfinale an DSDS  vorbeizappen.


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4 Kommentare

15. Februar 2010

Zum Thema Feminismus kann ich mich nicht äußern, davon verstehe ich nichts. Zur Qualität der angetretenen Sängerinnen und Sänger wäre in der Tat einiges anzumerken. Für mich als ausgebildetem Musiker, wird mein absolutes Gehör, mit dem mich Gott beschenkt hat, bei solchen Veranstaltungen regelmäßig zum Fluch.
Erfreulicherweise haben wohl auch die Produzenten dieses Spektakels ein Einsehen und kaschieren die stimmlichen Schwächen und Schwierigkeiten bei der Intonierung mit jeder Menge gnädigem Hall.
Für mich galt schon immer die Faustregel: Je schlechter die/der Sänger/in, um so größer ihre Vorliebe zu vertuschenden Hall- und anderen Effektbeimischungen. Leider habe ich keine Tondokumente, die meinen Eindruck untermauern würden, aber ich glaube, es gab noch in keiner DSDS Staffel einen so reichlichen Einsatz dieser Effekte, wie in diesem Jahr.


24. Februar 2010
marlies

was hat den eine niedere Frauenquote bei DSDS mit einer Pleite für den Feminismus zu tun? Das ist aber ziemlich weit hergeholt. Im Gegenteil, leider entscheiden ja die FernsehzuschauerInnen hier, insbesondere wenn sie sich im Teenager – Alter befinden. Daher gewinnen ja auch vorrangig männliche Kandidaten, die sich zum Teenager Schwarm eignen, während die guten Frauenstimmen letztendlich die 2.ten oder 3.ten Plätze belegen. , Elli war da eine Ausnahme, vermutlich weil keine Teen – taugliche Alternative da war. Mit den 2.ten und 3. Plätzen mussten sich leider Sarah Kreuz, Linda, Juliette etc. begnügen. Schade um die schönen Stimmen. Dieses Mal sind leider die Frauen bei DSDS der Totalausfall (evtl. mit Ausnahme des Schminktöpfchens Kim), dagegen sind die Frauen wohl bei USFO im Überfluss vertreten. Also eine Pleite für den Feminismus kann ich da nicht erkennen.


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