Adieu Loriot! Und danke für den Mops

Eigentlich paradox: Aus einem traurigen Anlass heraus, dem Tod von Loriot, will ich meinen Leserinnen und Lesern einfach mal knapp vier Minuten puren Spaß gönnen. Sein Telecabinet von 1972 – mit Werbungs-Persiflagen und Wissenwertem zu meinem Lieblingshund, dem Mops.

Dieses Video hatte ich schon im Februar 2010 gezeigt. Heute feiert es Auferstehung

Viel Vergnügen!

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Bischöfin Käßmann: Erst richtig dumm, dann klug

Schon seltsam: Da denkt man sich, dass man als fröhlicher Blogger zu jedem x-beliebigem Ereignis ein paar witzige Bemerkungen parat hätte. Aber dann kommt Bischöfin Margot Käßmann. Und man spürt, dass in diesem Fall ein Satz völlig reichen würde. Da hat jemand einen saudummen Fehler begangen, anschließend aber alles richtig gemacht.

Musste dieser Rücktritt sein? Logisch, ja. Er war die einzige Möglichkeit für Margot Käßmann, um einigermaßen schadensfrei aus der Schusslinie zu kommen. Für Boulevardjournalisten ist ihr Fall doch wie gemalt. Eine Sünde in der Kirche zieht immer. Und wenn dann auch noch eine Frau als Kirchenführerin etwas macht, was man eigentlich nur Männern zugesteht, nämlich sich zu betrinken und anschließend das eigene Auto zu nehmen, wird die Sache umso prickelnder.

Die “Bild”-Zeitung hatte zudem schon die Spur für eine weiterführende Geschichte gelegt. “Käßmann war nicht alleine im Auto”, hieß es. Von einem männlichen Begleiter war die Rede. Von dieser Erkenntnis bis zur Schlagzeile “Das geheime Liebesnest der Bischöfin” ist es nicht weit. Schließlich: Die in der evangelischen Kirche recht einflussreichen christlichen Fundamentalisten hätten sowieso keine Ruhe gegeben, ehe diese Schande “gerecht” getilgt worden wäre.

Käßmanns Trunkenheitsfahrt ist eine ganz persönliche Fehlleistung. Sie wirft aber auch ein Schlaglicht darauf, unter welchem Druck Menschen stehen, die zu jedem Zeitpunkt hilfreich und gut sein müssen. Wie eben Pfarrer(innen), denen man nicht verzeiht, wenn sie sich ausnahmsweise eine ansonsten gar nicht seltene Idiotie leisten. Es ist ein Beruf mit einem Anforderungsprofil, das der Therapeuten-Branche gute Einnahmen sichert.

Über dieses Thema wird es aber keine große Diskussion geben. Anderes wird aufregender sein. Die Ex-Bischöfin kann sich zumindest darauf freuen, dass sie, befreit vom hohen Amt und erstmal ohne Führerschein, mit einem reineren Gewissen Martin Luther folgen kann. Von ihm stammt dieser Rat: “Man solle den Gästen einen guten Trunk geben, damit sie fröhlich werden; denn wie die Heilige Schrift sagt: Das Brot stärkt das Herz des Menschen, der Wein aber macht es froh.”

Jürgen Rüttgers, ein Mann wie Paris Hilton

"Ich sag jetzt gar nichts mehr...": Jürgen Rüttgers.

Das ist richtig dumm gelaufen, für den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers. Da steht er kurz vor einer Landtagswahl, die die Strategen der Koalitionsparteien als derart heikel einschätzen, dass selbst die Bundesregierung vorsichtshalber auf unerfreuliche Botschaften oder Beschlüsse verzichtet. Und dann erscheint der Landesvater als käuflich. 6000 Euro auf den Tisch – und er redet mit jedem über alles.

Erstmal: Ganz ungewöhnlich ist so etwas nicht. Eine Beratung beim Arzt kostet zehn bis zwölf Euro, ein gutes Gespräch beim Therapeuten 80 Euro, auch bei sprachbegabten Friseuren ist der gepflegte Smalltalk während des Haareschneidens eingepreist. In noch ganz andere Dimensionen als bei Rüttgers geht das Schmerzensgeld, wenn sich berühmte Menschen bei “Wetten, dass…” von Thomas Gottschalk aushorchen lassen oder sich auf dem Wiener Opernball in die Loge des alten Lüstlings “Mörtel” Lugner setzen. Edel-Schlampe Paris Hilton wiederum erscheint angeblich erst ab  100.000 Dollar Honorar als exklusiver Partygast.

Alsdenn, wozu die Aufregung? Jeder, für den sich andere dringend interessieren, hält doch die Hand auf.

Aber beim Politiker ist das eben doch etwas anderes. Harmlose Ministerpräsidenten-Mieter wollen vielleicht tätsächlich nur etwas für ihr Ego tun. Finden es spannend, mit einem hohen Politiker auf ein Foto zu kommen. Das sie schlimmestenfalls für die nächste Broschüre ihrer Wurstfabrik verwenden.

Andere aber werden schon das eine oder andere ganz konkrete Problem oder Vorhaben ins Gespräch bringen. Sagen wir mal, den geplanten Bau einer Lagerhalle auf einer Fläche, die unter Naturschutz steht. Und informelle Unterredungen sind bekanntlich fast immer wirksamer als eine hochoffizielle Diskussion während einer Sitzung eines Landtages oder eines Stadtrates. Da aber wird es skandalös. Wer mit Geldscheinen wedeln kann, verschafft sich im Dialog mit der Politik einen Vorsprung gegenüber anderen Menschen.

Der Ministerpräsident hört genau hin und zeigt mindestens das allergrößte Verständnis für jedes Anliegen. In anderen Zusammenhängen nennt sich diese Form der Dienstleistung Prostitution. „Der Vorwurf, ich hätte Termine gegen Geld gemacht, läuft aber ins Leere. Es hat solche Termine nicht gegeben”, versichert Rüttgers nun, nachdem er seinen Generalsekretär gefeuert hat. Aber auch das kennt man: Wer sich im zwielichtigen Milieu bewegt, gibt das selten offen zu.

Hasi und Sabberschnute: Kosenamen können Lustkiller sein

So, jetzt ist aber genug geschimpft über Bischof  Mixa. Einen Beitrag widme ich ihm noch. Denn der Mann braucht Hilfe in seinem Kampf gegen den überbordenden Sexualtrieb der Gesamtbevölkerung. Tun wir was. Geben wir uns süße Kosenamen. Denn das sind zuverlässige Lustkiller.

Darauf hat gerade die Zeitschrift “Petra” die Welt hingewiesen. Sie macht dass, was Frauenmagazine mindesten einmal im Quartal tun: Sie versucht sich an Antworten auf die angeblich heikelsten Beziehungsfragen. Dabei widmet sie sich auch den psychosozialen Folgewirkungen verbaler Liebkosungen.

Demnach zeigen nette und originelle Spitznamen zwar, wie einzigartig Partnerin oder Partner angesehen werden. Aber dass Ganze hat Tücken: Will jemand, wenn die Hormone brodeln, tatsächlich “Hase” oder “Hasi” im Bett haben? Ist Bärchen erotisch, soll die Liebste immer Engel sein?  Sind Sonnenschein und Herzblatt wirklich heiß?

Wenn wir also garantiert doofe Kosenamen finden, wird`s insgesamt wieder ruhiger. Aber welche könnten das sein.

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Die kleine Sonntagspredigt: Horoskope lesen ist gottlos

Die Aufregung um den famosen katholischen Sexualtherapeuten Walter Mixa scheint sich allmählich wieder zu legen. Dennoch: Das Interesse an tiefgründiger Orientierung in Glaubens-, Lebens- und Liebesfragen ist vorhanden. Selbst bei den Leserinnen und Lesern meines Blogs.

Das hat mir mein Statistik-Tool gerade mitgeteilt. Danach belegt das Video eines fränkischen Hobby-Missionars, der bei YouTube unter dem Künstlernamen “JesusunserRetter” der Frage “Hast Du den Schlüssel zum Himmel”

nachgegangen ist,  bei den Klickzahlen zu meiner völligen Überraschung den 25. Platz unter 455 Beiträgen.

Nun, es ist wieder Sonntag. Bevor ich also noch irgendetwas anderes schreibe, kommt hier eine weitere Predigt. Glaubt lieber an Gott, als immer bloß die Horoskope zu lesen.

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Bischof Mixa: Die Bibel als Brett vor dem Kopf

Walter Mixa, der Schrecken der 68-er.Wer partout nicht akzpetieren will, dass die Wirklichkeit  anders ist, als er sie selber gerne haben möchte, lebt sein Leben als Fundamentalist. Eine klerikale Erscheinung in diesem Sinne ist der Augsburger Bischof  Walter Mixa. In der Debatte um sexuellen Missbrauch durch Priester macht er die sexuelle Revolution der späten sechziger Jahre für die wachsende Zahl von Übergriffen durch Erwachsene verantwortlich.

Ich selber habe Walter Mixa vor 13 Jahren bei einem Pressegespräch persönlich getroffen. Und war positiv beeindruckt vom damaligen Bischof von Eichstätt. Dieser trat als Mensch ohne Allüren auf, der Journalisten  Liegestühle anbot, um mit ihm im Garten seiner Residenz ganz locker über Gott und die Welt zu plaudern.

Mit Teilen der Realität hatte er aber Probleme. Auf die Frage , was geschehen müsste, damit Kinder für alleinstehende Mütter nicht zum Armutsrisiko würden, zeigte er sich irritiert. Kinder, so Mixa damals sinngemäß, seien ein Geschenk. Sie könnten kein Risiko sein. Eventuell störte ihn ja grundsätzlich die Existenz unverheirateter Mütter. Bekanntlich nannte er 2007 Pläne des Familienministeriums, zur Finanzierung neuer Kinderbetreuungseinrichtungen andere Familienleistungen zu kürzen, einen “gesellschaftspolitischen Skandal“.

Wie er aber auf die 68-er als Auslöser von Missbrauch hinter Kirchenmauern kommt, ist schon rätselhaft. Vielleicht hat es mit seiner eigenen Biografie zu tun. Mixa studierte ab 1964 Theologie und wurde 1970 zum Priester geweiht. (siehe hier…) Mit dieser Berufsentscheidung hatte er bei Gleichaltrigen sicher keinen leichten Stand. Vielleicht glaubt er ja auch daran, dass Teufel und Dämonen den seelisch labilen Menschen immer zu Irrungen verführen. Für diese Rolle eignen sich zottelige, kiffende  langhaarige Männer und Mädels in superkurzen Miniröcken natürlich hervorragend.

Besser wäre es, die Wahrheit zu akzeptieren. Nämlich, dass es immer Probleme verursacht, wenn man Menschen abverlangt, normale Bedürfnisse zu unterdrücken. Alle Geistlichen haben die Vorgabe, gegenüber anderen stets tugendhaft. gütig und verständnisvoll aufzutreten. Weshalb zum Beispiel evangelische Pfarrer aus ländlichen Gebieten mit hoher sozialer Kontrolle zu den guten Kunden von Psychotherapeuten zählen. Bei den Katholiken kommt der von der Ideologie erzwungene Verzicht auf körperliche Liebe hinzu.

Dass dieser Aspekt des Berufsbildes gerade solche Menschen anzieht, die mit ihrer eigenen sexuellen Orientierung  nicht zurechtkommen und auf Befreiung hoffen, liegt auf der Hand. Aber was die 68-er angeht, ist die Sache anders. Die sexuelle Revolution macht es möglich, dass Missbrauchsopfer offen über ihre Erlebnisse reden und sich nicht in Grund un Boden schämen müssen.

Vielleicht ist es ja gerade das, was der katholischen Kirche so weh tut.

Was macht der Westerwelle mit den roten Händen…

Was macht Herr Westerwelle mit der roten Farbe?

Fasching? Von wegen? Zwar hantiert unser Außenminister und neuerdings wieder hyperaktiver  Sozialpolitiker Guido Westerwelle auf unserem Bild offenbar mit Theaterschminke. Was aber will mit der sozialistischen Farbe?

Er hat natürlich einen guten Grund: Er will endlich, endlich der sich ausbreitetenden spätrömischen Dekadenz ein Ende machen.

Und so ist er dann losgezogen gegen das leistungsfeindliche Pack in Stadt und Land…

Und räumt energisch den Sozialstaat auf.

Helau!!!!!

DSDS 2010: Eine Pleite für den Feminismus

Die Fernsehkritik ist eigentlich nicht mein Feld. Aber beim Zappen in die erste Entscheidungsshow von „Deutschland sucht den Superstar“ wurde mir klar: Der Feminismus hat nicht gesiegt. Das muss einfach raus.

Anders ist kaum zu erklären, dass eine im allgemeinen Personalwesen gängige Formulierung bei der Publikumswahl der zehn Finalisten völlig negiert wurde. „Bei gleicher Qualifikation werden Frauen bevorzugt eingestellt“ heißt es in Stellenanzeigen. „Bei gleich schwacher Gesangsleistung wählen wir Männer“, meinten die Menschen an den Telefon-Endgeräten.

Und was dann aufgeführt wurde, müsste frauenbewegte Menschen schlichtweg entsetzt haben. Männliche Sieger, die nach Bekanntgabe ihres Erfolgs wilde Initiationsrituale aufführten – und mittendrin zunächst nur ein kleines Mäuschen in lila Leggings, die nach eigenen Angaben ihr Geld fast komplett für Kosmetik ausgibt. In einem Gnadenakt des Publikums durften noch zwei weitere Mädels antreten. Sie passten, vor allem Blondine Steffi mit den engen Ledershorts, ins Raster von Dieter Bohlen: „Wir hatten noch nie so geile Weiber wie dieses Mal.“

Zupackende Jungs und ein paar Tussis – so geht`s bei DSDS weiter. Ach so, falls jemand nach dem Gesang fragt: Es ist ziemlich unerklärlich, dass unter angeblich mehreren zehntausend gecasteten Kandidatinnen und Kandidaten keine größeren Talente zu finden waren. Wer ein empfindliches Gehör hat, sollten mindestens bis zum Halbfinale an DSDS  vorbeizappen.

An superscharfe Oberpfälzer will ich nicht glauben

Selbsverständlich steht es mir nicht zu, die Arbeit meiner Kolleginnen und Kollegen zu kritisieren. Aber es gibt eben eben Zeitungsartikel, bei denen ich mir nach dem Lesen in größtmöglicher Heftigkeit sage: “Ich kann das nicht glauben. Ich werde das nicht glauben. Vor allem: Ich will das nicht glauben.”

So ging es mir gerade wieder bei dieser Geschichte, die in den Nürnberger Nachrichten unter der Überschrift

Die Lust wohnt in der Oberpfalz

erschienen ist. Sollte es wirklich so sein, dass es die “Moosbüffel” toller treiben als die Mittelfranken? Oder gar die von jeglichen religiösen Zwängen freien Großstädter?

Nochmals zu den Fakten: In Bayern haben nur die Oberpfälzer im vergangenen Jahr mehr Kinder bekommen als im Vorjahr. Auf den Neugeborenenstationen in Amberg, Neumarkt oder Regensburg erblickten 6865 Kinder  das Licht der Welt. Das entspricht einem Plus von 0,1 Prozent . Ansonsten gab es bayernweit ein Minus von 2,3 Prozent.

Also:  Ich meine nicht, dass die Oberpfalz die Libido stimuliert. Dafür ist der Klang der Sprache doch viel zu derb. Eher liegt es doch daran, dass die Menschen in schwach besiedelten Gegenden, in denen es an sonstigen Ablenkungen fehlt, tendenziell auf Sex ausweichen. Vor allem aber sind die Wege zu den Frauenärzten und Apotheken weiter als in anderen Regionen.

Fazit: Die Oberpfälzer sind nicht besonders erotisch, sondern nur bequem.

Sage ich – und warte auf Widerspruch.

Valentinstag: Liebesbeweise auf ziemlich dünnem Eis

Wenn man anderen Menschen zuhört, dann ist der Valentinstag so etwas wie die FDP oder das DSDS des Schenkens. Keiner ist oder war je dafür, keiner hat etwas davon gesehen oder gehört. Und doch wer­den die Floristen am Ende dieses Hochfestes der Liebenden am kom­menden Sonntag entweder reif fürs Sauerstoffzelt sein oder fröhlich in den teuersten Bars zechen.
Weil der Blumentag vom einschlä­gigen Handel erfunden wurde, ist der Zwang zum Mitmachen nicht hundertprozen­tig. Bei der Ziel­gruppe, den Män­nern, greift er jedoch massiv. Also fragt sich: welche Blume, welche Farbe, welche Größe? Und da lauert die Gefahr.
Nehmen wir die rote Rose. Sie gilt als Zeichen für leidenschaftliche Liebe. Am Valentinstag überreicht, hat sie aber Nachteile. So neigen Frauen dazu, beim Schenkenden ein schlechtes Gewissen zu vermu­ten, welches durch gewisse Aben­teuer gespeist sein könnte.
Außerdem wissen holländische Großhändler um die hohe Symbol­kraft des Gewächses. Kurz vor dem Valentinstag treiben sie den Preis hoch. Wer rote Rosen kauft, zeigt also vor allem seine Liebe gegen­über den Betreibern der vor Rotter­dam gelegenen Blumen-Kühlhallen. Auch mit Nelken wandelt man(n) auf dünnem Eis. Wird diese Blume doch für Trauerkränze benutzt. Grabschmuck aber setzt kein Frau­enherz in Flammen.
Natürlich, die Geschmäcker sind immer verschieden. Und doch gibt es einen recht si­cheren Weg, zärt­liche Gefühle mit einem Geschenk zu erschlagen: Ei­ne Apotheken­kette bietet zum Liebespreis einen Strauß Rosen in Verbindung mit einer Großpackung Stärkungskap­seln an. Diese sollen körperliche und geistige Leistungsfähigkeit för­dern und Osteoporose vorbeugen.
Eine Frau liest die Botschaft die­ses Geschenkes so: „Ich liebe dich, aber du könntest dich ein bisschen anstrengen.“ Finger weg, meine Her­ren! Wir wissen doch: Was gut ge­meint ist, erweist sich oft als große Dummheit.