Rieu am Nordpol! Rettet die Eisbären!

Hallo Pol, ich komme...

Hallo Pol, ich komme...

Selbstverständlich wäre jetzt die Stunde, um über gute Vorsätze zu schreiben. Dann aber taucht diese Mega-Nachricht auf: André Rieu will am Nordpol spielen. Um ein Signal in Sachen Klimawandel zu setzen.

Verzeihung, aber das ist absurd. Handelt es sich bei ihm doch um einen Schmelzgeiger der übelsten Sorte, bei dem sich selbst der längstgereifte Gouda in ein feines Rinnsal verwandelt würde. Was passiert da mit dem Eis? Und wie werden die Eisbären auf das Gefidel reagieren? Werden sie in wilder Panik davonlaufen, ins Wasser stürzen und somit präventiven Suizid begehen?

Bevor Rieu tun darf, was er tun möchte, müsste es einen Praxistest geben. Er müsste im Nürnberger Tiergarten 30 Minuten lang unseren Eisbären Rasputin beschallen. Erst wenn dieser – trotz allem – auf die Tötung eines gerade anwesenden Pflegers verzichtet, darf der Geiger nach Norden düsen.

Falls nicht, gilt dieses kleine Gedicht:

Lieber Nordpol, bilde doch/

für Andre Rieu ein Loch/

Lass ihn reinfall`n und frier`s zu/

dann ist auf der Erden Ruh.

Nur der Nacktflug ist wirklich sicher

So sehen wir gescannt aus....

So sehen wir gescannt aus....

„Ausziehen, alle Ausziehen!“ So hieß ein niemals wirklich berühmt gewordener Faschings-Hit, den die stets in feinstem Rosa gewandete Münchner Schlagersängerin Petra Perle im Jahr 1999 in einem Münchner Bordell vorgestellt hat. Wegen des nigerianischen Beinbombers von Detroit könnte das Thema wieder auf die Tagesordnung kommen: Der Nacktscanner ist zurück.

Bereits im Oktober des vergangenen Jahres wurde über das elektronische Nackigmachen von Flugpassagieren nach entsprechenden Versuchen auf dem Amsterdamer Flughafen heftig diskutiert.

Siehe hier.

Man kam damals überein, es zwecks Wahrung der Intimsphäre bleiben zu lassen. Der gerade kläglich gescheiterte Terrorist bringt den Scanner – Filmfreunde kennen das Verfahren aus einer Szene mit Arnold Schwarzenegger – wieder aufs Tapet.

Warum aber? Weil die Politik den Menschen vorgaukeln muss, dass sie im Zweifelsfall alles im Griff hat. Und eine Sicherheit bieten kann, die es nun mal nicht gibt. Unsinnig ist och schon, dass immer unmittelbar nach einem Vorfall die ganze Sicherheitsmaschinerie ins Laufen kommt? Glaubt man ernsthaft, dass Terroristen genau dann losschlagen, wenn weltweit besonders scharf kontrolliert wird?

Wir müssen akzeptieren, dass es eine hundertprozentige Sicherheit nicht gibt. Denn würden Nacktscanner zum Standard, würden Selbstmordattentäter das explosive Zeug vermutlich schlucken. Was dann? Muss dann jeder, der von Nürnberg nach Berlin fliegt, auf dem Flughafen zu Magenspiegelung?

Größtmögliche Sicherheit eine Geschäftsidee, die ebenfalls hier im Blog besprochen wurde, nämlich das Veranstalten von Nacktflügen. Selbige haben uns

hier

im Januar 2008 beschäftigt. Solche Flüge hätten mit Intimsphäre natürlich gar nichts mehr zu tun. Aber sicher wäre: Die verklemmten islamistischen Religionsbomber würden kochen – vor hilfloser Wut.

Post vom Schreibroboter: Tatjana Gsell lebt!

Naja-Gesicht und praller Busen: Tatjana Gsell ist bei Männern mehrheitsfähig.

Naja-Gesicht und praller Busen: Tatjana Gsell ist bei Männern mehrheitsfähig.

Machen wir uns nichts vor: Der Journalismus der kommenden Jahrzehnte wird nicht mehr so sein, wie wir das lange Zeit gewohnt waren. Noch vor 30 Jahren hätte jeder selbstbewusste Redakteur mit vollster Überzeugung diesen Satz gesagt: “Was die Leute erfahren, entscheide ich.” Heute jedoch ist das anders. Die Leute lesen, hören und sehen, was sie lesen, hören und sehen wollen. “Kunden, die Ihren Pornofilm gekauft haben, haben auch diese Pornofilme bestellt…”  Um mit Amazon zu sprechen.

Die strikte Ausrichtung auf die Bedürfnisse der Konsumenten bringen Medienbetreiber auf tolle Ideen. Die Betriebswirte unter den Verlagsmanagern, also jene Leute, mit denen schon während des Studiums kein anderer spielen wollte, wittern die Chance, die eigenwillige Spezies Journalist/in weitgehend oder ganz abzuschaffen. So berichtete jüngst die Zeit

über die hoffnungsvollen Versuche der Firma AOL, Redakteure durch Schreibroboter zu ersetzen.

Einem solch mächtigen Trend will ich mich nicht entziehen. Erst recht nicht an einem Tag, der außer einem dusseligen Beinbomber nachtrichtentechnisch nicht so überragend viel zu bieten hat.  Also schaue ich nach den gefragtesten Suchwörtern meiner Blog-Leser im Jahr 2009. Und finde, oha, fast ganz vorne Tatjana Gsell. Nürnbergs größte Societylady aller Zeiten also. Nach meiner Wahrnehmung ist sie schon elend lange weg vom Fenster. Aber offenbar gibt es da eine Sehnsucht. Was also macht Tatjana Gsell?

Sie lebt noch. 2010 steht sie wieder einmal vor Gericht. Diesmal allerdings als Opfer. Ihr Ex-Freund, ein Berliner namens Stefan, soll sie auf die Nase gehauen haben. Ärger hat sie auch, weil der Porsche, den sie im März dieses Jahres erfolgreich verbeult hatte, vom Hof eines Frankfurter Autohändlers gestohlen wurde.  Blöderweise ist das Gefährt noch nicht bezahlt. Hier gibt es sicher noch ziemliche Verwicklungen. Bild zeigt sich derweil besorgt darüber, dass “Tati” zugenommen hat. Bei einer Party soll ihr Gesicht aufgeschwemmt gewesen sein.

Sie soll sogar – Skandal!!!! – beim Tanzen geschwitzt haben.

Jawohl, es riecht nach einer Schaffenskrise. Im “Star-Control” von Bunte.de ist der einstige Liebling der Klatschpresse auf Rang 1999 abgerutscht. In ihrem “Gaestebuch4u” stammt der drittaktuellste Eintrag von Ende Juli von einem gewissen “Franz aus Deutschland” und lautet so: “Ich will das tatjana meine mutter ist, sie ist so süs…. und so sau geil…”.

Was aber sagt sie selbst? Gsells Homepage besteht im Wesentlichen aus folgender Nachricht:  “W ir sind derzeit im Umbau und der Strukturierung des Internetauftritts, daher sind zur Zeit noch nicht alle Inhalte verfügbar.”

Ich kann da nur flehen: “Tati, Sweety, komm zurück. Krall Dir am besten mal wieder einen alten Prinzen.” Sonst bin ich der erste Schreibroboter, der arbeitslos wird.

Der Messias heißt Schumi! Ich bin kein Heiland.

Jetzt ist es also wieder da, das energiegeladenste, das schnellste Kinn aller Zeiten. Justament zu Weihnachten ist Michael Schumacher auf die Rennsportbühne zurückgekehrt. Die Formel-1-Fans jubeln, kaufen Karten wie schon lange nicht mehr. Kein Zweifel: Der Messias ist zurück.

Sicher: Da es sich um eine Wiedergeburt handelt, wäre Ostern der bessere Rückkehrtermin gewesen. Aber es gibt ja auch noch andere Sachzwänge. Termine eben.

Ich habe zwar Zweifel daran, dass Schumi tatsächlich eine Saison lang durchfährt. Es könnte ja ein ärztliches Attest geben, wenn, sagen wir, das notleidende Pay-TV genügend F-1-Abos abgeschlossen hat.

Trotzdem sage ich: Sei gegrüßt, Du Messias der Asphaltpisten.

Ich selber sehe mich bescheidener. Ich bin kein Heiland. Meine Möglichkeiten sind am besten durch dieses Gedicht von Robert Gernhardt beschrieben:

Ich sprach nachts: Es werde Licht!

Aber heller wurd’ es nicht.
Ich sprach: Wasser werde Wein!
Doch das Wasser ließ das sein.

Ich sprach: Lahmer, Du kannst gehen!
Doch er blieb auf Krücken stehen.

Da ward auch dem Dümmsten klar,
daß ich nicht der Heiland war.

Frohes Fest!

Wenn Wolfgang Schäuble der Weihnachtsmann wäre…

Man kennt sie ja, die normative Kraft des Faktischen. Sei eine Sache noch so abseitig – wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, regt sie keinen mehr auf. So ist das mit der deutschen Finanzpolitik. Minister Wolfgang Schäuble verteilt – vom Koalitionspartner getrieben – Geschenke. Zugleich deutet er an, dass er sie wieder kassieren wird. Aber sind die Leute deshalb richtig wütend? Nö, nicht so.

Schauen wir doch mal aufs Gesetz: Öffentliche Haushalte müssen so finanziert sein, dass ihre dauerhafte Leistungsfähigkeit gewährleistet ist.  Diese erste Finanzverwalter-Regel bedeutet, dass Schulden zwar erlaubt sind. Sie dürfen aber niemals so hoch sein, dass es keine Chance gibt, jemals wieder aus den roten Zahlen zu kommen.

Das erscheint bei uns inzwischen völlig unmöglich. Diese Sache ist gelaufen, die Schuldenbremse kommt erst später, weshalb sich die derzeitige Regierung  ungeniert ins Geldpumpen stürzt. Man muss ja auch sehen: Wenn die Koalition so weitermacht, ist ihre Wiederwahl garantiert. Denn wer wollte Nachfolger von Bankrotteuren werden? Opposition ist dann viel schöner als regieren.

Was die Zukunft angeht, hat auch FDP-Fraktionsvize Jürgen Koppelin völlig recht, wenn er anmerkt, dass “manches Zierpflänzchen aus dem Bundeshaushalt herausreißen sein wird.” Das wird schneller kommen als er denkt. Denn das Wachstumsbeschleunigungsgesetz zieht Geld von den Kommunen ab. Und so wird es in den Gärten von Hotels und Chefarzt-Villen immer stärker grünen und blühen.  Die Pflanzenpracht auf den in die Mitte von Kreisverkehren gesetzten Keltengräber-Nachbildungen hingegen wirdverkümmern. In den Stadtparks wird Löwenzahn die Tulpen verdrängen.

Aber die eigentliche Frage in diesem vorfestlichen Tagen ist doch: Was wäre Wolfgang Schäuble für ein Weihnachtsmann, welches Geschenk passt zu ihm? Auf jeden Fall eines, das alles in allem betrachtet wertlos ist. Und eines, das er sich bei seiner Rotstift-Orgie ab 2011 wieder holt.

Unter diesen Vorzeichen kann es sich doch nur um einen Wanderpokal handeln. Den Ehrenpreis für die blindesten Wähler  der Welt.

Doch auch ihre Augen werden irgendwann geöffnet sein…

Klimagipfel: Wer bekommt die Welt-Abwrackprämie?

Der Klimagipfel ist also ziemlich übel gescheitert. Aber darüber jetzt zu schreiben, lohnt nicht. Schließlich habe ich das schon vor zwei Wochen hier angekündigt und begründet. So, wie die Verhältnisse aktuell sind, konnte das nichts Bahnbrechendes werden.

Origineller ist doch, wozu sich die Gesellschaft für deutsche Sprache entschlossen hat: Sie hat “Abwrackprämie” zum Wort des Jahres erklärt. Richtig so. Denn anders als das landwirtschaftliche Flächenstilllegungsprogramm ist die Abwrackprämie nicht nur ratzfatz in die Alltagssprache eingesickert. Wir haben sie auch noch allesamt derart stark genutzt, als wäre da etwas aufgetaucht, das wir uns insgeheim immer gewünscht hatten.

Es ist doch auch eine Verheißung. Man bekommt Geld, weil man dafür sorgt, dass etwas, dass man gebraucht, geschätzt oder gar geliebt hat, verschwindet. Und zwar so, dass es nicht mehr wiederkommt und garantiert keinen Spaß mehr hat. Ein Abwrackauto fährt nie wieder, Ex-Partnerin oder -Partner sind, wenn es schlecht läuft, fideler als vor der Trennung. Wobei sich diese für einen von beiden auch finanziell lohnen kann.

Interessanterweise ist auch der zweitplatzierte Begriff doppeldeutig. “Kriegsähnliche Zustände” konfrontiert uns mit  weichspülerischer Politiker-Sprache in Sachen Afghanistan. Es gibt diese aber auch in Ehen, Lebensabschnittsbeziehungen und in Bürogemeinschaften. Rang drei für Schweinegrippe verweist uns auf unseren Hang, bestimmten Botschaften besinnungslos zu folgen. Wo doch diese Pandemie einfach nicht gefährlich werden will.

Und damit schließt sich der Kreis zum Abwracken und zum Klimagipfel. Die Mächtigen der Welt haben in Kopenhagen offenbar erkannt, dass diese Welt und insbesondere das menschliche Leben lange genug besteht, um allmählich ausgelöscht zu werden. Das käme ohnehin so. Man zerstört gar nicht, sondern führt das Ende nur schneller herbei.

Wem aber gebührt die Welt-Abwrackprämie? Den Aktionären der Kohelkraftwerksbauer?  Den Fernfluglinien und ihren gedankenlosen Passagieren? Leuten, die das Fenster aufreißen. während die Heizung läuft?

Das Blöde an der Sache ist, dass die neue Welt , die nach dem Abwracken kommen müsste. noch nicht entdeckt ist. Und deshalb fällt die lustige Abschlusspointe an dieser Stelle aus. Weil es einfach keine gibt…

Hirndübels Weihnachts-Hitparade

Nun haben wir ja wieder die  Zeit der Freude, der Besinnung und des Liebeschenkens. Und in die passende Stimmung versetzen uns ein schönes Lied. Ich habe meine Christmas-Top-Ten unter anderem nach den Faktoren Originalität und Abstrusität zusammengestellt. Entscheidend für die besten Plätze ist allerdings der Nerv-Faktor.

Frohe Weihnachten. Weitere Anregungen sind mir immer willkommen…

Platz 10: Das Lied ist ja recht nett. Aber dass Elton John wirklich mal so ausgesehen hat, ist kaum zu glauben.

Platz 9: Jede Wette, auch diese Frisurenmode kommt irgendwann wieder.

Platz 8: Weihnachten kann auch witzig sein…

YouTube Preview Image

Platz 7: Selbst Helge Schneider kann sich der Faszination des Weihnachtsfestes nicht entziehen…

YouTube Preview Image

Platz 6: Hier muss man doch mal fragen dürfen: Was ist das????

Platz 5: Auch da überlegt man sich: Hat das wirklich sein müssen?

YouTube Preview Image

Platz 4: “Mary`s Boychild” – da wird`s einem doch worm ums Herz.

YouTube Preview Image

Platz 3: Ein paar Weltverbesserer fragen, ob die Leute wissen, dass Weihnachten ist.

YouTube Preview Image

Platz 2: Warum müssen Eltern zu Weihnachten so schlimm terrorisiert werden???

Platz 1:Es hilft nichts. Man hört es überall. Und wünscht sich, dass es das letzte Wihnachten wär´.

YouTube Preview Image

Unwörter – die toxischen Hirndübel

Es gab “Rentnerschwemme”, “Wohlstandsmüll”, “sozialverträgliches Frühableben” oder “notleidende Banken”. Einmal pro Jahr sucht die Aktion “Unwort des Jahres” besonders fiese beziehungsweise abseitige Begriff, welcher sich üblicherweise über die Medien den Weg in die Hirne der Menschen gebahnt hat. Toxische Hirndübel, sozusagen.

Einige gute Ideen beziehungsweise Vorschläge gibt es schon. Nehmen wir zum Beispiel “Beiboot-Lösung”. Das soll das freundlich klingende Synonym für den ansich schon ärgerlichen Begriffes “Bad Bank” sein. Aber dieses Blog ist urdemokratisch. Also frage ich hiermit offiziell nach:

[polldaddy poll=”2393506″]

PS.: Weitere Vorschläge sind willkommen – via Kommentar. Menschen werden aber bitte nicht angegriffen. Wer jetzt “Oenning” schreibt, fliegt raus.

Weihnachten ist übel! Gibt es Hoffnung?

Unangepasste Kleidung beim Weihnachtseinkauf

Jetzt also ist es raus: In Deutschland wächst die Zahl der Menschen, die Weihnachten nicht mehr feiern möchten. Fast jede(r) Fünfte, genauer gesagt 18,6 Prozent, würde dieses Fest am liebsten ersatzlos streichen. Der Stress wird einfach zu groß.

Es gibt natürlich wichtige Gründe, Weihnachten zu hassen. Das fängt an bei dem verbrecherischen Popsong „Last Christmas“ von „Wham“ auf allen Radiokanälen. Es setzt sich fort mit dem Einkaufsstress. Wer bekommt was? Wer würde welches Geschenk sofort wieder umtauschen? Papa braucht neue Feinripp-Unterhemden, und hasst sie als Präsent doch. Mama beteuert, kein Geschenk zu wollen, obwohl jeder weiß, dass das gelogen ist.

Und dann auch noch das Problem mit der Verwandtschaft. Wer sich einmal verliebt und daraufhin gebunden hat, bekommt eine Menge Menschen frei Haus mitgeliefert, mit denen ihn absolut nichts verbindet. Stress birgt auch die Frage, welche Schwiegermutter stärker beleidigt ist, wenn sie nicht Heiligabend, sondern erst am ersten Feiertag besucht wird. Zumal die Tante mit der schönen Vorsilbe „Erb“ zuwendungstechnisch ebenfalls bevorzugt versorgt werden will.

Es ist ja nicht mal schlimm genug, dass man auf einer fetten Gans herumkauen muss. Irgendjemand muss sie auch noch zubereiten. Und dann muss jede und jeder auch noch besonders lieb zu jedem und jeder sein. Wo man doch schnell genug hat von quengelnden Kindern, die statt des gewünschten Hundes mit einer Schildkröte beglückt werden.

Alles in allem führt das laut GfK dazu, dass jede(r) Vierte angibt, dass von den Feiertagen ein massiver Druck ausgeht. Man müsse sich einfach um zu viel kümmern. Das sagen bei den Frauen 29,8 Prozent, bei den Männern 19,2 Prozent.. 22,8 Prozent empfinden das Fest als äußerst stres­sig. Jeder Sechste gibt zu, dass dann zu Hause meist dicke Luft herrscht.

Alsdenn, weg mit dem krankmachenden Ritual? Warum eigentlich? Wenn wir Weihnachten nicht mehr ertragen können, liegt das doch nicht an diesem Fest. Vielmehr liegt es an uns selbst, diese Tage stressfreier zu gestalten. Lassen wir die blinkenden Elche doch einfach mal in der Garage, anstatt für diese Vorgarten-Attraktion 300 Meter Starkstromkabel zu verlegen.

Machen wir es doch mal eine Nummer kleiner. Und vor allem: Kaufen wir die Weihnachtsgeschenke ganz stressfrei Ende April. Das wär`doch schon mal ein Anfang.

Respekt, Mrs. Obama!

Auma Obama mit ihrer Mit-Sternstunden-Patin Uschi Glas.

Auma Obama mit ihrer Mit-Sternstunden-Patin Uschi Glas.

Zu den schönen Seiten des Journalistenberufes gehört es, dass Du immer wieder interessante Menschen triffst. Das ist mir gerade wieder passiert: Ich habe Auma Obama, die Schwester von US-Präsident Barack Obama aus nächster Nähe erlebt.
Als Gast der Sternstundengala des Bayerischen Fernsehens zeigte sie sich als ebenso bescheidene wie zur Hilfe für andere Menschen entschlossene Persönlichkeit. 17 Jahre hat sie in Deutschland gelebt, nach eigenen Worten als “ewige Studentin”. Promoviert hat sie in Bayreuth.
Nun setzt sie sich als Mitarbeiterin der Hilfsorganisation “Care”  mit diesem Projekt für Kinder und Jugendliche im zweitgrößten Slum von Nairobi, der Hauptstadt Kenias, ein. Dort leben 800.000 Menschen, eine Haupterwerbsquelle ist es, auf einer riesigen Müllkippe nach Essensresten und anderem Brauchbaren zu suchen, das Hotels und Fluggesellschaften wegwerfen. Der Alltag ist geprägt von der Hoffnung auf ein paar Cents und ansonsten von Gewalt und Missbrauch. Viele junge Leute müssen auf der Straße schlafen. Auma Obama spricht von einer “unvorstellbaren Armut”.
Und was plant sie? Sie will einen Fußballplatz anlegen lassen, wo sich Kinder und Jugendliche austoben können und Geborgenheit sowie Gemeinschaft erfahren. Und weil Kinder, wie sie sagt, “vor allem spielen sollen”.
Mit ihr zu reden, ist nicht leicht möglich. Seit ihr Bruder US-Präsident ist, wird sie bei öffentlichen Auftritten bewacht, gibt nur kurze Interviews und scheut Fotos.
Aber auch so beeindrucken ihr bescheidenes Auftreten und ihre Begeisterung für die Sache.
Einen anderen Gedanken vermittelt ihr Auftreten aber auch: Sollten Schwester und Bruder Obama die gleichen Werte teilen, muss er sich in seinem Amt und den damit zusammenhängenden Entscheidungen mitunter furchtbar schlecht fühlen.