Männer, aufgepasst: Graue Haare sind kein Mangel
Am altersbedingten Verfall ist leider nichts zu ändern. Bei Männern zeigt sich dieser an einer Art Schädel-Cellulitis. Daran, dass Haare weniger werden und nach und nach an Farbe verlieren. Aber : Fürchtet Euch nicht! Denn graue Schläfen sind attraktiv.
Wie eine repräsentative GfK-Umfrage ergeben hat, finden acht von zehn Frauen (79,9 Prozent) graue Schläfen bei Männern meist attraktiv, bei den ab 30-Jährigen sind es sogar 85,6 Prozent.
Und auch das Verschwinden der Haare, welches jüngere Männer zahlreich in die Depression und ältere Herren zu Wahnsinntaten (Kauf schlecht sitzender Toupets oder Haarverpflanzung) treibt, ist kein so großes Problem. Zwar sagen sieben von zehn Frauen (71 Prozent), dass Männer mit (beginnender) Glatze meist älter wirken als sie tatsächlich sind. Jedoch sagen mehr als vier von zehn (43,3 Prozent), dass Männer mit Glatze häufig attraktiv und sexy auf sie wirken, bei den 20- bis 49-Jährigen sind sogar 53,4 Prozent dieser Ansicht. Keinen Anklang bei Frauen findet kunstvoll dahingescheiteltes Resthaar. 70,6 Prozent der Frauen empfehlen, schütteres Haar möglichst kurz zu schneiden oder zu rasieren.
Aber was sagt uns diese Umfrage? Zunächst einmal, dass die Erwartungen von Männern und Frauen in Sachen Partnerschaft unterschiedlich sind. Während Männer in ihrem Klimakterium durch den Kauf von Motorrad oder Allrad-SUV immerwährende Potenz demonstrieren wollen, scheint das die Damen gar nicht so umzutreiben. Schließlich sind grau werdende Haare ein klares Zeichen für einen sinkenden Testosteronspiegel. Anders gesagt: Dieser Lover war schon mal wilder.
Vielleicht aber verbinden die Frauen mit grauen Haaren ja einfach diese Hoffnung: Hier ist ein Mann, der es geschafft hat, erwachsen zu werden. Der gerne und gut zuhört, auch mal über sich selbst redet, verständnisvoll ist, der Komplimente macht und so viel Geld zur Verfügung hat, dass man nicht jeden Euro dreimal umdrehen muss. Also einer, der seine Liebste wahrhaftig auf Händen trägt und es nebenbei auch nicht mehr nötig hat, nach Abenteuern zu suchen. Oder der diesen Männergedanken gibt es auch, wegen seines Aussehen in dieser Hinsicht völlig unverdächtig ist. Und somit Sicherheit bietet.
Alles in allem bedeutet das: Der grauhaarige Mann ist das weiße Einhorn der modernen Frau. Sie muss es nur finden…
3 Kommentare
Na Gott sei dank, meine Zeit kommt also noch…
“Alles in allem bedeutet das: Der grauhaarige Mann ist das weiße Einhorn der modernen Frau. Sie muss es nur finden…”
Wo wäre dann der bessere Platz zum Gefunden werden? Am Plärrer oder vor der Lorenzkirche?
Danke, DrSarkozy für den wirklich tollen Kommentar.
Und zu Pilsi: Damit sind wir beim schwierigen Teil des Themas.
Wo lebt ein weißes Einhorn?

Verehrter Herr Hirnduebel,
vergessen Sie bei all Ihren möglicherweise richtigen Erkenntnissen über die weibliche Psyche nicht, dass das Szenario junge Frau mit grauhaarigem älterem Mann eigentlich gar nichts Neues ist.
Schon in der Antike verschacherten Eltern ihre jungen schönen Töchter an ältere Männer um sich damit einen Vorteil zu verschaffen, so wie es heute in Afrika und dem nahen Osten teilweise immernoch praktiziert wird.
Siegmund Freud würde behaupten, dass sich diese Verhaltensweisen in unser kulturelles Über-Ich eingepflanzt hat.
Denn auch bei uns gibt es durchaus jüngere Frauen, die sich freiwillig in die Arme ihres “Sugardaddys” werfen, weil sie sich davon irgendwelche Vorteile versprechen.
Versprechen allenthalben; aber werden diese gehalten ?
Sind graue Haare wirklich ein Zeichen mentaler Reife ? Bietet ein Mann mit grauen Haaren und fliehendem Scheitel in der Partnerschaft in der Tat einen sichereren Halt, als derjenige, welcher sich altersmäßig auf Augenhöhe bewegt ?
Wir alle möchten hier einem Irrtum erliegen, vor allem wir Frauen, wenn wir Ihren Thesen folgen.
In einer Gesellschaft, in der echte Väter mehr und mehr abhanden kommen, scheint es opportun, Ersatz zu schaffen.
Wir blicken also zu den durchaus attraktiven grau-melierten Herren auf, himmeln Ideale wie Sean Connery oder Armin Müller-Stahl an, und verlieren dabei wohlmöglich den Blick für das Wesentliche.
Wir verlieren durchaus auch den Blick für Realitäten, denn nicht umsonst gibt es Sprichwörter wie “Je oller, je doller” . Zudem erwerben sich Männer wie Frauen mit zunehmendem Alter Ecken und Kanten, Macken und Marotten, die manchmal mehr als partnerschaftsinkompatibel sind.
Sicherlich ist die moderne Frau auf der Suche nach ihrem weißen Einhorn. Aber nur insofern, als dass es auch zu ihrem Leben passt. Ob sich diese Projektion zwangsläufig in einem älteren und graumelierten Herrn wiederfindet, wage ich zu bezweifeln.
Sie wird sich vielmehr da finden, wo sich gefunden wird, und das vollkommen unabhängig von Baujahr oder Allgemeinzustand des Haupthaares.
Am besten sind wir doch allemal, wenn wir sind, wie wir sind.
Herzlichst Ihre
dr sarkozy