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FußballWetten: Wo der Rubel rollt, gibt`s Beschiss
Oh Jammer, oh Leid! Die Welt ist schlecht! So klingen die Kommentare zum neuesten Skandal bei Fußballwetten. Klar, es ist schlimm, dass so etwas passiert ist. Aber wo der Irrsinn groß ist, wird es so etwas immer wieder geben. Erst recht, wenn massig Geld bewegt wird.
Halten wir Normal-Menschen uns doch einmal vor Augen was es alles gibt. Die Wette auf das Ergebnis des U-21-Spiels zwischen Andorra und den Faröer-Inseln (1:1 übrigens) ist ja noch relativ normal. Aber man kann auch bei einem völlig uninteressanten Unterklassen-Fußballspiel tippen, wer den ersten Eckball bekommt oder wer im Spitzenspiel der Frauen-Bezirksliga Vorpommern Nord als letzte Spielerin der Partie im Abseits steht. Vielleicht wird es bald darum gehen, welcher Spieler während einer Begegnung am häufigsten furzt. Festzustellen per Fernsehbeweis mit Super-Zeitlupe.
Das ist alles sehr, sehr krank. Und begonnen hat das, wie so vieles Fragwürdige, mit dem Siegeszug des Computers, der uns zum Beispiel auf den Zentimeter genau sagen kann, wie weit die Mauer vom Freistoßschützen entfernt steht und mit welcher Geschwindigkeit der Ball ins Netz rauscht.
Wesentlich ist aber doch dieses: Die Leute wollen betrogen werden. Das Gespräch über einen falschen Abseitspfiff dauert länger und läuft mit größerer Lautstärke als jenes über ein Tor an sich.
Zu übertreffen ist das nur durch den geglückten Beschiss an sich. Wie jetzt gerade wieder durch den französischen Stürmer Thierry Henry im entscheidenden WM-Qualifikationsspiel gegen Irland. Zwei Handspiele kurz hintereinander wurden von sämtlichen Schiedsrichtern übersehen, der Betrüger ließ sich feiern. Es war sogar – welche Blasphemie, was haben wir eigentlich für ein Bild vom Herrn? – von der „Hand Gottes“ die Rede.
Vielleicht sollten wir nachprüfen, wie die Wettwquoten waren. Oder sollten überlegen, wie die Fifa in Sachen Wiederholungsspiel entschieden hätte, wenn es ein Tor der Iren gewesen wäre.
Aber zu spät, schauen wir lieber hin, was ein solcher geklauter Erfolg bei einem fairen Sportsmann anrichtet. Iren-Trainer Giovanni Trappattoni hatte wirklich fertig.