Wg. Quelle: Freistellung ist ein dreckiges Wort

„2000 Mitarbeiter gehen in die Freistellung.“ So lauten neuere Nachrichten zum Schicksal der Quelle-Beschäftigten. Ich hasse dieses Wort.

Denn es wird der Situation der von der Quelle-Pleite betroffenen Menschen in keinster Weise gerecht. Suggieriert es doch, dass Arbeitslosigkeit etwas mit Freiheit zu tun hätte. Sicher, man muss nicht mehr jeden Tag zu einer bestimmten Uhrzeit an seinem Arbeitsplatz antreten. Aber was nützt Freiheit, wenn sie nur Sorgen bringt, wenn sie mit Hoffnungslosigkeit verbunden ist?

Juristisch ist der Begriff völlig korrekt. Wer freigestellt ist, ist noch nicht arbeitslos. Er ist nicht gekündigt, er erhält weiter Lohn und Gehalt und kann an seiner Zukunft arbeiten. Von Fußballtrainern kennt man den Begriff „beurlaubt“.

Trotzdem: Wir alle, besonders auch wir Journalisten, sollten eine klarere Sprache sprechen als die Amtspersonen. Wer freigestellt ist bei Quelle, wurde abgeschoben, weggetreten, entsorgt. Per Telefonanruf, ohne ein persönliches Wort oder gar einen Dank für die erbrachte Leistung.

Man wünscht sich ja Firmen, in denen eine Sozialpartnerschaft gelebt wird. Aber die Wahrheit ist wohl eine andere: Wenn es hart auf hart geht, erleben Arbeitnehmer, was sie wirklich zählen. Wenig bis nichts.

Für sie gibt es den finalen Tritt. Und das heißt dann, zum Beispiel, „Freistellung“. Es ist ein dreckiges Wort.