Duschpinkeln: Gut für die Umwelt, schlecht für die Haut

Das ist doch mal eine schöne Kampagne: Die Umweltorganisation SOS Mata Atlantica hat die Brasilianer dazu aufgefordert, in Zukunft unter der Dusche zu pinkeln. Das helfe, diese Welt zu retten..

Die Rechnung der Öko-Vereinigung sieht schlüssig aus. Jede Toilettenspülung verbrauche zwölf Liter Wasser. Gehe man von nur einer Spülung pro Tag aus (was völlig unrealistisch ist), könne jede Person auf diese Weise 4380 Liter im Jahr einsparen. Aleine in der Mega-City Sao Paulo würden pro Sekunde 1500 Liter Trinkwasser weniger verbraucht.

Tolle Aussichten. Aber was ist mit der Ästhetik? Eigentlich kein Problem. Gerade von Geschäftsreisenden ist bekannt, dass sie nicht nur Bademäntel klauen, sondern auch gerne mal in Waschbecken pinkeln. Andere deutsche Urlauber halten das Bidet für ein Kinderklo. Und seien wir ehrlich: Im Abwasserrohr kommt doch eh alles wieder zusammen. So wie im Magen, der mitunter die irrsinnige Kombination von gebackenem Karpfen und Erdbeertorte verarbeiten muss.

Schwierig wird es bloß, wenn das Duschpinkeln zur Gewohnheit wird. Darauf muss ich als Mann mittleren Alters, der die Harninkontinenz in Sichtweite hat, schon aufmerksam machen.

Wenn ich in Zukunft wg. Prostata jede Nacht drei Mal duschen muss, schaut die Umwelt auch alt aus. Von meiner Haut ganz zu schweigen…