Archiv für Juli, 2009

Juli 31st, 2009

Was kommt nach der “Neuen Grippe?”

Diese Frage lässt mich zurzeit nicht los: Wir haben es ja gerade mit der “Neuen Grippe”zu tun.”Mexikanische Grippe” durften wir sie nicht nennen, weil man damit die Mexikaner diskriminieren würde, “Schweinegrippe” nicht, weil sich Muslime damit ganz schlecht fühlen.

Also wurde die Grippe zur “Neuen Grippe”.

Nun heißt es aber ja, dass der Erreger derzeit noch relativ nett sei, dass er aber möglicherweise mutieren und viel gefährlicher werden könnte. “Neu” ist also nicht das Ende des Desasters. Bloß: Was erwartet uns?

Juli 29th, 2009

Ulla Schmidt: “Senores, isch abe gar kein Auto”

Wei heißt es so schön? Wer den Schaden hat, spottet jeder Beschreibung.

Wie heißt es so schön? Wer den Schaden hat, spottet jeder Beschreibung.

Ooch, immer auf die arme SPD. Da dachte man, der Wahlkampf der Sozialdemokraten könnte endlich so richtig beginnen. Und dann kommt diese Dienstwagen-Affäre. Wieder wars nichts, mit dem Aufbruch in Richtung 30 Prozent.

Es ist aber auch tragisch. Wenn man einmal überlegt, wie häufig einem durchschnittlichen Menschen in seinem Leben das Auto geklaut wird, dann ist es für  Gesundheitsministerin Ulla Schmidt und ihre Partei wirklich saudumm gelaufen. Hätte sich der Diebstahl doch in Berlin ereignet. Man hätte Mitleid gehabt, die Stimmen wären der armen Frau nur so zugeflogen. So aber singt Peter Wackel demnächst auf dem Ballermann den neuen Schlager: “Unsre Tante, unsre Tante,  düst heut Nacht nach Alicante”.

Und die Dienstwagen-Affäre wurde genau an jenem Tag bekannt, an dem Frank-Walter Steinmeier seinen Wahlkampf eröffnen wollte. Fatal. Er kann ja keinerlei Bremse gebrauchen, Wo er doch eh schon seine Probleme mit der Ausstrahlung hat. Zum Beispiel dieses: Wenn der Außenminister als Redner laut wird, klingt er wie Gerhard Schröder. Aber ihm fehlt  dann doch das Testosteron. Er gilt halt als ein bisschen langweilig.

Dabei wäre es ihm aufrichtig zu gönnen, dass ein Debakel für die SPD ausbleibt. Denn sollte das Volk mit der Bundesregierung zufrieden sein (wofür die Umfragewerte der Kanzlerin sprechen), liegt das in erster Linie an den Sozialdemokraten. gut, Ursula von der Leyen, hat mal was bewegt, aber ansonsten wurden doch alle wichtigen und auch kontroversen Dinge im Land von SPD-Ministern erledigt.

Das haben die Leute bloß noch nicht so richtig gemerkt, weshalb sich jetzt die ersten Spötter über Ulla Schmidt hermachen. Wie das Bild beweist. Andererseits: Gerade in der Fernsehwerbung steckt doch eine große Chance. Vielleicht sollte Ulla Schmidt Gelassenheit beweisen, ein Tässchen Kaffee schlürfen und lächelnd sagen: “Senores, isch abe gar kein Auto…”

Juli 28th, 2009

“Gold-Rosi” schenkt uns “Nordic-Waltzing”

Rosi Mittermaier ist Stargast beim Openball.

Das wird lustig: Rosi Mittermaier ist Stargast beim Openball.

Lehrreich, wie dieses Blog sein soll, beginnen wir heute mit einer Definition aus dem großen Fundus von Wikipedia. Was ist Glamour? “Glamour (v. engl. grammar [schrift]gelehrsam) bezeichnete ursprünglich die magisch-okkulte Fähigkeit der Geister-Beschwörung. Heute als Attraktivität bzw. Faszinosum verstanden, bezeichnet Glamour ein besonders prunkvolles oder elegantes Auftreten oder Selbstdarstellen in der Öffentlichkeit, das sich von Alltag und Durchschnitt abhebt. Eine Person, Veranstaltung oder ein Kleidungsstück kann glamourös sein. Glamour bezieht sich auf die gesamte Aufmachung (einer Person) und kann nicht an Einzelheiten (Kleidung, Reichtum, Ruhm) festgemacht werden.”

Bei einem Opernball werden in diesem Sinne Personen erwartet, die für die breite Öffentlichkeit tatsächlich very important sind. Und außerdem – da ist “Mörtel” Lugner in Wien stilprägend – ein paar besonders scharfe Frauen.

In diesem Sinne wird beim Nürnberger Opernball am 19. September massiv zugeschlagen: Top-Stargast ist Rosi Mittermaier. Sie und ihren Ehemann Christian Neureuther kennen die Älteren unter uns als “Gold-Rosi”. Vor 33 Jahren hat sie nämlich als Skifahrerin bei den Olympischen Spielen in Innsbruck zwei Gold- und eine Silbermedaille gewonnen. Dafür erhielte sie auch den Goldenen Otto der Jugendzeitschrift “Bravo”.

Heute ist das nervtötend fröhliche Ehepaar durch Einblendungen während der zahlreichen Fernseh-Hitparaden von Oliver Geißen bekannt. Da tauchen beide auf, grinsen kurz, haben null Ahnung und sagen Sätze wie: “Jaja, die Beatles, die waren schon gut.”

Außerdem sind sie Botschafter für hüftschonendes Wandern. Gemeinsam mit der AOK eröffnen sie unablässig Nordic-Walking-Rundwanderwege. Frau Mittermaier lächelt ihr Gold-Rosi-Lächeln, ihr Mann schwärmt davon, wie hervorragend Bewegung an der frischen Luft des Testosteronwert oben hält.

Tja, und jetzt fragt sich, ob der Opernball nicht vielleicht die Innovation des Jahres bringt.Die Besucher werden ja tendenziell älter, die wilden Drehungen beim Wiener Walzer gehen nicht mehr so wie früher. Warum also nicht abstützen, so wie beim AOK-Wandern auch?

Rosi Mittermaier, Christian Neureuther und der neue Gesellschaftstanz “Nordic Waltzing” – der Opernball bringt die ultimative Antwort auf den demographischen Wandel. Jede Wette: Die Welt wird über Nürnberg staunen.

Juli 26th, 2009

Und wenn`s Prügel sind: Wo Gabriele Pauli ist, ist Leidenschaft

Der Delegierte tobt, Frau Pauli deeskaliert.

Der Delegierte tobt, Frau Pauli deeskaliert.

Immer wieder Gabriele Pauli… Klar doch, es müsste ja auch noch andere Themen geben. Aber sie schafft es halt immer wieder. Und zeigt uns: Wo Pauli ist, ist Leidenschaft.

Gerade hatte ich darüber philosphiert, ob uns die Chefin der Freien Union italienische Verhältnisse bringen will. Seit dem gestrigen Sonderparteitag ihrer neuen Partei gibt es ein Indiz mehr.  Die Meinungsverschiedenheiten zwischen ihren Anhhängern und ihren Kritikern entluden sich in Beinahe-Handgreiflichkeiten.

Das können die Italiener noch besser. Im Palrament in Rom geben sich die ehrenwerten Volksvertreter gelegentlich vor laufender Kamera kräftig eins auf die Mütze. In Celle stürzte ein Delegierter mit Geschrei und bedrohlichen Gesten zum Podium. Gabriele Pauli wirkte – wie das Foto zeigt – deeskalierend. Sie blickte ins Leere.

Worum es bei dem Streit ging? Zwei ehemalige Vorstandsmitglieder warfen Pauli einen undemokratischen Führungsstil vor, zudem hielten sie den Bundesparteitag für rechtswidrig. Die Mehrheit der Mitglieder – knapp 200 Menschen waren zum Parteitag gekommen – stützte Pauli jedoch.  Die 52-Jährige wurde nach ihren eigenen Angaben mit 93 Prozent der Stimmen wieder zur Bundesvorsitzenden gewählt. Journalisten konnten die Wahl teils nicht mitverfolgen, sie wurden einige Zeit von der Versammlung ausgesperrt.

Aber was interessieren die Inhalte? Die Freie Union wird bei der Bundestagswahl mangels Unterstützer-Unterschriften wohl nur in Bayern antreten müssen. Da kommt ins gesamt nicht viel rüber. Eigentlich nicht berichtenswert.

Womit bewiesen wäre: Wo Pauli ist, sind die Journalisten.

Nächstes Thema.

Juli 24th, 2009

Der lange Schatten des Hitlerzwergs

Ein Zwerg,der so ist , wie viele von uns...

Ein Zwerg,der so ist , wie zu viele von uns...

Auch das muss mal gesagt werden: Früher waren unsere Kunst-Skandale besser. Man denke nur an Olaf Metzels Stuhlskulptur rund um den Schönen Brunnen. Die Volksseele kochte wahrhaftig. Der Wirt des WM-Biergartens, Hermann Murr, der dem Künstler zwecks ähnlicher Statur und gleicher Glatze ähnlich sieht, wurde von einem Passanten mit dem Ausruf “Dou kummd die Sau!” auf dem Hauptmarkt begrüßt.

Auch Otmar Hörl darf als Meister des Aufregens angesehen werden. Der Präsident der Akademie der Bildenden Künste steht dafür, dass er Meisterwerke oder Banales zu Plastikstatuen verarbeitet, So pflasterte er die Stadtmitte mit Nachbildungen von Dürerhasen zu oder produzierte Eulen für Athen. Damit hat er sich und die Stadt berühmt gemacht und ordentlich Geld verdient.

Sein neuestes Meisterwerk ist ein “Poisoned Gnome”, auf deutsch “Hitlerzwerg”. Er zeigt einen Gartenzwerg, von dem nur sehr naive Zeitgenossen glauben, dass er gerade die Höhe des Grases misst. Der Gnom macht den Hitlergruß. Womit der Künstler ironisch ausdrücken will, dass deutsche Kleingeisterei ganz nah dran ist am faschistischen Denken.

Die Staatsanwaltschaft hat jetzt mal überprüft, ob Hörl wegen der Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole ein Strick zu drehen sei. Sie hat es verneint, der Zwergverkauf läuft prima. Alles in Butter also?

Doch nicht so, finde ich. Hörls Botschaft ist sicher richtig. Aber so richtig famos kann man dieses Werk nicht nennen.  Wenn ein Künstler lediglich immer wieder die eine, gleiche Grundidee reproduziert, reicht das zurecht nicht mehr zum ganz großen Skandal.

Anderen lokalen Akteuren fällt freilich gar nichts Prickelndes ein – was wiederum den Beweis für diesen Dichter-Satz hergibt: “Wenn die Sonne der Kultur tief steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten.”

Juli 22nd, 2009

Glückliche Parteien: Wählen mit Demenz ist erlaubt

Diese Nachricht sollte unsere Parteien freuen: Die Diagnose Demenz ist fürs Wählen im Grundsatz kein Hinderungsgrund.

Allein aufgrund dieser Diagnose dürften keine Grundrechter eingeschränkt werden, erklärt Joachim Gust, Berater beim Alzheimer Forum in der Zeitschrift “Pro Alter” des Kuratoriums Deutsche Altershilfe in Köln. Das Wahlrecht verfalle aus Krankheitsgründen erst dann, wenn die Demenz so gravierend sei, dass ein Mensch zur Besorgung all seiner Angelegenheiten einem Betreuer unterstellt werde,, erläuterte eine Sprecherin des Bundeswahlleiters.

Prima für die Politik, denn vergessliche Wähler sind immer noch die besten Wähler. Denken wir nur an die Ankündigung der Union, trotz Irrsinnsschulden die Steuern zu senken. Das wird – meine Prognose – spätestens im November kein Thema mehr sein. Und da müsste man sich, ein gutes Gedächtnis vorausgesetzt, ja mächtig ärgern.

Vielleicht ist es aber auch so, dass sich Politik und Volk in der Demenz am ähnlichsten sind. Oder gibt es etwas, was noch schneller vergessen wird, als manches Wahlversprechen?

Juli 20th, 2009

Zigaretten – in Bayern die Fackeln der Freiheit

Hurra, wir sind wieder frei!!!
Hurra, wir sind wieder frei!!!

Ach, wie doch die Zeit vergeht: Es ist schon wieder fast eineinhalb Jahre her, dass in Bayern die Schonzeit für Raucher geendet hat und der “Ziggi-Igel” zur Skulptur der Neuzeit wurde.

Angetrieben vom verkniffenen Rauchfrei-Fundamentalisten Georg Schmid (“Schüttel-Schorsch”) hatte die CSU das härteste Rauchverbot aller Zeiten erlassen. Dann aber im Vorfeld der Frühlings-Volksfeste schnell wieder aufgeweicht.
Seitdem haben sich die Menschen eigentlich gut an das auch von mir als eher unnötig freiheitsraubende Regelung angesehene Gesetz gewöhnt. Die Nichtraucher waren zufriedener, die Raucher lernten mehr Rücksichtnahme.  Oder zogen in ihre Reservate um.
Jetzt aber liefern CSU und FDP als Koalitionspartner in der Landesregierung ein Meisterstück an Regierungskunst ab, wie es die Welt auch noch nicht erlebt hat. Obwohl sich ein Gesetz offenkundig bewährt hat, wird es entschärft. Und das, obwohl die Europäische Union in nicht allzu ferner Zeit Regeln für den Nichtraucherschutz aufstellen wird, die ungleich härter sind.
Na gut, entwöhnen, neu anfangen, entwöhnen - das kennen viele Raucher ja bestens. Aber hinter diesem Vorgehen steckt doch wohl nur eins: Wenn schon kommt, was kommen wird, ist man es wenigstens nicht gewesen. Der Aschenbecher wird zum EU-Traktorsitz des Bierzeltes, die brennende Zigarette zur letzten Fackel der Freiheit gegen das Wüten der Bürokraten.
Recht so, geben wir der Zigarette noch einmal eine Chance. Wo uns die Tabakindustrie doch so wunderbare Werbeslogans geschenkt hat. Denken wir nur an “Dafür geh ich meilenweit” (Camel), ”Welch ein Vergnügen” (Stuyvesant), “Es war schon immer etwas teurer, einen besonderen Geschmack zu haben” (Attika) oder der unverwüstliche Spruch “Der Geschmack von Freiheit und Abenteuer” (Marlboro).
Aber dann ist da noch ein Werbespruch aus der Zeit der Wiedervereinigung: “Unser Kandidat ist käuflich.” So sollte 1990 der Absatz der Marke “Lucky Strike” gesteigert werden. Kann es sein, dass da mit dem Texter die Wahrheit durchgegangen?
Aber niemals nicht. Das würde ja bedeuten, dass die Tabaklobby Einfluss nehmen und sich mit Spenden für die Wahlkampfkassen bestimmter Parteien revanchieren kölnnte. Und sowas – das wissen wir – ist doch völlig ausgeschlossen.   

Juli 19th, 2009

Sein Pech: Seehofer denkt wie Bayern München

Tja, das war nicht so toll für HHorst Seehofer, beim CSU-Parteitag.

Tja, das lief nicht so toll für Horst Seehofer, beim CSU-Parteitag.

Wie bitte, Politik soll wie Fußball sein? Gut, so ganz genau stimmt das natürlich nicht. Aber es gibt Parallelen. Etwa bei unserem Ministerpräsidenten, Seehofer Horst. Er wurde auf dem CSU-Parteitag mit 88,09 Prozent als Vorsitzender wiedergewählt – und war ganz offensichtlich beleidigt. Weil das ja, wie Beobachter meinten, ein “Denkzettel” sei.

Tja, und solche Reaktionen gibt es zum Beispiel bei Bayern München. 88,09 Prozent, das entspräche auf die Bundesliga-Tabelle umgerechnet, Platz 3 mit leichter Tendenz zu Platz 4. Also ein Abschneiden zwischen Champions-League-Relegation und “Döner-Cup”. Völlig klar, dass in diesem Fall Köpfe rollen müssten. Schließlich feuert man bei den Bayern den Trainer ab Platz zwei – was auf die CSU umgerechnet 94,45 Prozent der Stimmen entspräche. Partei-Pressesprecher möchte man jetzt nicht sein.

Tief getroffen hat das Abschneiden Seehofers ganz bestimmt dessen Vor-Vorgänger Edmund Stoiber. Dieser sonnte sich besonders gerne im volksnahen Glanz der Bayern-Herrscher und hat deren Denken vorzüglich verinnerlicht. In seinen Reden bediente er sich gerne an Einträgen aus dem Fußball-Wörterbuch. Sofern das zwischen drei Ääääähs noch aufgefallen ist.

Das Fußballgeschäft zieht die Politiker jedenfalls an wie Motten das Licht. Nehmen wir nur den 1. FC Nürnberg, wo unter anderem OB Ulrich Maly als Aufsichtsratsmitglied den Brückenschlag zwischen Profifußball und Kommunalpolitik erleichtert.

Und in diesem Gremium hat er schon Trainerwechsel gemeinsam mit Markus Söder abgesegnet. Dieser wiederum bekam bei der Vorstandswahl 436 Stimmen, also 59,9 Prozent der Stimmen.

Sie finden das schlecht? Nein, das stimmt so nicht, denn nach unserer Bundesliga-Rechnung entspräche das Platz 9 mit Tendenz zu Platz 10. Das wäre als Saisonergebnis für den Club doch völlig in Ordnung.

Andererseits: Hat Söder beim Thema Donauausbau nicht eine verheerende Niederlage erlitten? Bei der nur 12 Delegierte seiner Meinung waren? So käme der Club nicht mal in die Relegation. Aber Quatsch, das passiert nicht. So viel hat Fußball mit Politik auch nicht zu tun….

Juli 15th, 2009

Kader Loth – ein großer Coup

Kader Loth, die perfekte Frauenbeauftragte

Kader Loth, zweifellos die perfekte Frauenbeauftragte

Jetzt geht`s los! Der Bundestags-Wahlkampf wird unterhaltsam. Und dies schafft – wer sonst? – Gabriele Pauli. Sie hat die ehemalige “Miss Penthouse” Kader Loth zur Frauenbeauftragten ihrer Partei “Freie Union” gemacht.

Da sagt man(n) doch erstmal ganz arg “Danke”. Schließlich waren wir eingestellt auf eher dröge Rededuelle der Kanzlerin und ihres Stellvertreters. Zweier Menschen, die Konkurrenten sind, aber zuvor eigentlich alles gemeinsam geregelt hatten.  Außerdem war mit einer hyperventilierenden Nervensäge Guido Westerwelle zu rechnen. So kurz vor der Machtübernahme. Aber jetzt kommt Farbe ins Spiel.

Kader Loth könnte man als die intelligentere Ausgabe von Tatjana Gsell bezeichnen. Lippen wie Schlauchboote und eine im Laufe ihres Lebens zusehends gewachsene Oberweite sind ein Aspekt. So wurde sie vor zehn Jahren “Pet of the Year” der “Penthouse”-Leser. Andererseits hat sie auf “Tier TV” eine Literatursendung moderiert und hat bei der Schwachsinns-Reality “Die Alm” das Publikum auch  deshalb begeistert, weil sie den Männern die Zähne gezeigt hat.

Sie also hat sich dem Landesverband Berlin der Freien Union “aus freien Stücken” angeboten , wie Gabriele Pauli ihr Büro verlautbaren lässt. Dort sei sie ehrenamtlich als Leiterin des Arbeitskreises Frauenrechte in Abstimmung mit dem Berliner Arbeitskreiskoordinator und dem Landesvorstand Berlin tätig. Es handle sich somit “um eine rein Berliner Angelegenheit”.

Heißt das, das Pauli die Personalie peinlich wäre? Glaub’ ich nicht, weiß aber nicht genau, was sie sich dabei denkt. Eine Überlegung wäre, dass die Ex-Landrätin längst ins kabarettistische Fach gewechselt ist. Sie will nur Spaß machen und lacht sich insgeheim darüber tot, dass es immer noch Menschen gibt, die ihre Arbeit für Politik halten.

Oder sie kopiert ein überragend erfolgreiches Politikmodell – nämlich Silvio Berlusconi. Der ist ja irgendwo ein Clown und hat es im vergangenen Jahr gewagt, das schön Ex-Nackt-Model Maria Rosaria Carfagna zur Frauenministerin zu machen. Wir erinnern uns. Ergebnis: Er ist der mit Abstand beliebteste Politiker Italiens.

Sollte Gabriele Pauli vorhaben, die Lufthoheit über die Stammtische gewinnen wollen, ist ihr ein großer Coup gelungen. Überzeugende weitere Personalien sind nach unseren Informationen in Vorbeitung: In Paulis Schattenkabinett sollen Lukas Podolski als Bildungs- und Franjo Pooth als Finanzminister fest eingeplant sein…

Juli 13th, 2009

Söder – ein hinterlistiger Klimakiller?

Was will er wirklich?

Solarmann Markus Söder: Was will er wirklich?

Im Lehrbuch für Medienarbeit ist es vermutlich entweder die Präambel oder aber Paragraph 1, Absatz 1: Nachrichten sind dann am erfolgreichsten platziert, wenn sie in die Zeit passen. Soll heißen: Es hat wenig Sinn, im Juni von der heilenden Wirkung von Lebkuchen zu schwärmen. Es bringt auch nichts, im Januar über die Wasserqualität der Bade-Seen zu berichten.

Hat unser “Lebensminister” Markus Söder also nicht aufgepasst, als bei der Hans-Seidel-Stiftung der Kurs “Polit-PR für Fortgeschrittene” gegeben wurde? Denn wie sonst kann es sein, dass er gerade jetzt darüber orakelt, dass dem wasserarmen Franken durch den Klimawandel künftig verstärkt Trockenzeiten und Dürreperioden drohen?

„Klimasimulationen zeigen: Auf die Region können extreme Wetterereig­nisse zukommen“, sagte der Umweltminis­ter Söder. Deshalb müsse man frühzeitig gegensteuern, forderte er anlässlich einer Prognose zum Klimawandel in Franken für den Zeitraum von 2021 bis 2050. Laut dieser Prognose sei in Franken ab 2021 neben den Dürreperioden auch mit trockeneren Sommern zu rechnen.

Damit kommt er gerade jetzt daher. In diesem Juli, in dem die Sonne meistens gar nicht zu sehen ist und in dem es immer wieder regnet. Dieses Wetter soll uns Angst vor dem Klimawandel machen. Quatsch, wir schauen zum Fenster hinaus und beten: “Herr, lass es ganz schnell 2021 werden!”

Man könnte aber auch ein Verdacht haben: Ebenfalls aus dem Lehrbuch für Medienarbeit stammt der Hinweis, dass man Widerstände wecken kann, indem man Nachrichten absichtlich zur falschen Zeit lanciert. Man weiß von Markus Söder, dass er gelegentlich mit List und Tücke agiert. Will er also den Widerstand gegen seine Mahnung herausfordern – ist er ein Klimakiller im grünen Gewand????

Wir sollten ihn beobachten….

Juli 10th, 2009

Obacht! Frau Paulis Frei-Unioner sind mitten unter uns!

Sie alle wollen das Land erneuern...

Sie alle wollen das Land erneuern...

Trommelwirbel, Tusch – jetzt ist sie da, Gabriele Paulis neue Partei. Im Tucherbräu am Opernhaus hat die Freie Union ihren Bezirksverband für unsere Region gegründet.

Sein Chef heißt Peter Herrmann. Er war am Donnerstag das erste von 27 Gründungsmitgliedern, das sich eine Wortmeldung zugetraut hatte.

Das Programm kommentiere ich jetzt mal nicht. Ich bringe ein Bild meines Kollegen Stefan Hippel. Und ich frage völlig wertfrei: Sind wir sicher, dass es diesen Menschen gelingen wird,  unser Land zu erneuern?

Lassen Sie das Bild auf sich wirken und geben Sie ggf. Bescheid.

Juli 9th, 2009

Ja, ich treffe immer Wahnsinns-Frauen

Ein nett formulierter kurzer Tagebuch-Eintrag sei auch mal nicht schlecht. So hat mir das mein vorgesetzter Blogger jetzt mitgeteilt. Zuerst dachte ich mir: Was soll`s? Wer will schon wissen, wer mir bei meinen Terminen so begegnet? Bis mir dann ein Besuch bei Herrn Link eingefallen ist.

Herr Link ist markenunabhängiger Kfz-Meister. Ich nutze seine Dienste, weil er erstens genial ist, zweitens über fränkischen Humor vom Feinsten verfügt, drittens faire Preise macht und weil ich viertens einen Rover im abwrackfähigen Alter fahre. So ein englisches Auto hat eh keinen Wiederverkaufswert. Den Hinweis “von Vertragswerkstätte scheckheftgepflegt” kann ich mir also sparen.

Dieser Herr Link also meinte während eines Reifenwechsels ganz unvermitelt: “Sie hamm an subber Beruf. Immer Wahnsinns-Weiber um sie rum. Nehmers mich hald amohl miehd.”

An dieser Stelle stellt sich, wie so oft im Leben, die Frage: “Ist das so?” Ja, er liegt nicht falsch. Erst recht dann nicht, wenn man berücksichtigt, dass “Wahnsinns-Frauen” ein doppeldeutiger Begriff ist. Es kann sich um Frauen handeln, die – wie ich zuletzt in mehreren Beiträgen geschildert habe – Männer dumm bis wahnsinnig werden lassen. Oder es sind Frauen, die auf ihre Weise wahnsinnig sind.

Heliane Schneider war "Club-Oma" -solange Hans Meyer noch Trainer war.

Heliane Schneider war

Eine sehr beeindruckende Begegnung hatte ich mit Sabrina Lasser. Sie ist gerade zur Nürnberger “Miss Motorsport 2009″ gewählt worden. Sie fand selbst, dass zu Autorennen kurvenreiche Frauen passen. Weil das ganze Umfeld der Wahl tendenziell doof war, habe ich in der Zeitung doof geschrieben. Das bringt mir nun ungewöhnlich viel Lob ein. Selbst ein Fliegenfischer-Stammtisch will sich einen Abend lang über den Text amüsiert haben. Von Betroffenen ist hintenrum zu hören, dass sich ihr lange gehegter Verdacht, dass ich ein blöder Hund sei, bewahrheitet habe. Am besten, ich zeige den Artikel her, Hier ist er.

Entschieden verwahren möchte ich mich allerdings gegen den Gedanken, ich würde bei der Wahl meiner Gesprächspartnerinnen nur nach dem Aussehen gehen. So habe ich jetzt auch mit Heliane Schneider geredet. Wegen der Entlassung von Trainer Hans Meyer hat sie ihren selbst verliehenen Ehrentitel “Club-Oma” zurückgegeben und läuft nun in einem Trikot des FC Bayern München durch die Gegend.

Dieser Schritt ist nun komplett wahnsinng, weil eigentlich undenkbar. Auch dazu gibt es einen Zeitungsartikel. Und das Tollste: Auf unseren Internetseiten hat Oma Schneider fast genauso viele Klicks wie Busenwunder Sabrina Lasser. Die User haben also doch nicht nur Sex im kopf.

Kurze Tagebucheinträge muss ich allerdings noch üben…

Juli 6th, 2009

Michael Jackson: Abschied in einem Playmobil-Stadion

Na also, jetzt hat Michael Jackson doch noch etwas Gutes erreicht: Die Menschen interessieren sich wieder für Trauerfeiern. 1,6 Millionen Menschen haben sich um Tickets für seine letzte Live-Show beworben. Aber nur 17.500 können dabei sein.

Wie gesagt, weil der Tod als Thema so gerne verdrängt wird, ist es wertvoll, dass einer dramatisch herzeigt, dass es manchmal ganz unerwartet vorbei ist. Für Menschen wie mich, die sogar ein bisschen älter sind, ist das zwar nicht so schön. Weil man ja sozusagen näher dran ist. Aber als Lokaljournalist darf man ja älter werden. Ein bisschen Massenhysterie zu meiner Beerdigung wäre zwar nicht schlecht,  aber aus heutiger Sicht wäre es mir lieber, wenn ich bei Eintreten meines Todes vergessen bin, weil ich bereits ein paar Jahrzehnte vorher in den “wohlverdienten Ruhestand” gegangen bin.

Aber die Inszenierung der Trauerfeier ist enttäuschend. Herrgott, wir sind doch im Land der unbekannten Möglichkeiten! Von einem wie Michael Jackson hätten wir erwartet, dass er in seinem Goldsarg die erste bemannte Mars-Mission unternimmt oder sich mit Karacho zum Mittelpunkt der Erde schießen lässt. Wir hätten darauf gehofft, dass er sich bei einer letzten großen Tournee durch mehrere Zeitzonen auf allen Kontinenten zur jeweils gleichen Uhrzeit aussegnen lässt.

Aber ein Staples-Centre? Ein Bürobedarfshändler-Zentrum? Und 17.500 Zuschauer? So viele Plätze hat ja fast schon das Fürther Playmobil-Stadion. Nein, das ist Zweite Liga.

Aber vielleicht kommt die große Feier ja erst noch. Wie die “Bild”-Zeitung unter Berufung auf britische Zeitungen gemeldet hat, wird Jackson ohne Gehirn beerdigt. Da kann man noch etwas nachholen, zumal er wohl doch noch nicht ganz tot ist. Oder wie soll man dieses CNN-Video sonst bewerten?

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Juli 5th, 2009

Bad Bank? Gebt uns den “Bad Schreibtisch”!

Es ist doch ein Jammer mit unseren Politikern. Sie müssen die Weltwirtschaftschaft retten und vergessen dabei die wahren Bedürfnisse der Menschen. Wie bei der “Bad Bank”. Ein wirklicher Segen wäre etwas anderes.

Der Begriff als solcher ist aber grandios. Eine Bad-Bank hatten wir uns bisher als Rasthilfe für fußkranke Kurgäste in Windsheim oder Kissingen vorgestellt. Andererseits: Was den Service angeht, sind viele Bank schon seit langem “bad”. Aber mit einer Krise kommen eben neue Begriffe. Und so passiert es, dass Zecher in Südstadt-Pilsbars inzwischen mit folgende Worten anschreiben lassen. “Herr Wird, mei Audo is dausnd Euro werd. Also gehmsmer nu a Bier – auf Massegredidd.”

Diese Kolumne soll aber auch bilden. Also schreiten wir zur korrekten Definition: “Eine Bad Bank (auf Deutsch: “schlechte Bank”) ist ein gesondertes staatlich geschaffenes Kreditinstitut zur Aufnahme und Abwicklung notleidender Kredite von sanierungsbedürftigen Banken. Im Rahmen der Finanzkrise wird überlegt, ob es sinnvoll ist, notleidende Kredite in eine Bad Bank zu überführen. Die Haftung für die Kreditrisiken der Bad Bank würde er Staat, ein Einlagensicherungsfonds oder eine Bankengruppe übernehmen.”

Super Konstruktion, das wird uns alle retten. Viel besser für das Glück der Menschen wäre jedoch ein “Bad Schreibtisch”. Ein Möbelstück, auf das alle toxischen Papiere ausgelagert werden könnten, die uns das Leben schwer machen. Beschwerdebriefe, Termine zu ungünstigen Zeiten, blödes Zeug, das der Chef für wichtig hält, Mahnungen, und, und, und…

Wir wären frei, uns den wirklich wichtigen Dingen des Lebens zu widmen. Wir könnten an jedem Tag ganz von vorne beginnen. Herlich!!!

Wenn ich nur nicht immer solche Problem damit hätte, irgendetwas wegzuschmeißen….

Juli 3rd, 2009

Minister zu Guttenberg – ein Kerl wie Angela Merkel

Freiherr zu Guttenberg.

Der Kabinetts-Strahlemann: Freiherr zu Guttenberg.

Über Horst Seehofers Erfolge wurde hier schon gerätselt. Es drängte einen dazu, die Frage mit “Keine” zu beantworten. Aber doch, es gibt da etwas: Er hat Karl Theodor zu Guttenberg zum Wirtschaftsminister gemacht. Und dieser kommt beim Publikum bestens an. Im ZDF-Politbarometer hat er Außenminister Frank Walter Steinmeier als zweitbeliebtesten Politiker abgelöst. 61 Prozent der Befragten finden gut, was und wie er es macht. Der SPD-Kanzlerkandidat kommt nur auf 55 Prozent. Was aber ist der Grund hierfür?

Erste These: Freiherr zu Guttenberg ist ein Mann wie Angela Merkel. Er wirkt immer zurückgenommen, kontrolliert. Niemand würde bei ihm einen Gefühlsüberschuss vermuten. Anstatt Versprechen zu machen,  spricht er Probleme einer Entscheidung an.

Zweite These: Er ist die CSU im Quadrat. Früher gehörte es zum Erfolgsrezept der CSU, selbst in Zeiten unionsgeführter Regierungen die die oben in Bonn oder Berlin zu attackieren. Damit die Bayern wussten, dass nur die CSU vor dem absoluten Chaos in der Republik schützt. Der Wirtschaftsminister ist nun selbst Zielscheibe von Sticheleien aus dem Freistaat. Er nimmt trotzdem einen anderen Standpunkt ein, der im Zweifel noch unpopulärer als jener der Kanzlerin ist. Damit verliert er zwar (wie bei Opel) gegen seinen Chef Horst Seehofer auf der ganzen Linie, steht aber trotzdem als markante Persönlichkeit da.

Dritte These: Seine Themen sind angesagt.  Es gibt ja immer einen Wandel hinsichtlich der jeweiligen Reizthemen. Früher war es mal die Friedenspolitik, dann kam die differenzierte Müllentsorgung, das Beschneiden von Arbeitnehmerrechten, der Klimaschutz – und jetzt eben wieder mal ist Wirtschaft angesagt. Der einstige Kabinetts-Star Ursula von der Leyen muss inzwischen Pornoseiten sperren, um wieder mal ins Gespräch zu kommen. Andere, wie Bildungsministerin Schavan (der Vorname ist mir gerade entfallen), ist völlig in der Versenkung verschwunden. Bei anderer Gelegenheit hieß es immer, dass der Geist die einzige Ressource dieses Landes und Bildung deshalb unheimlich wichtig sei.

Vierte These: Guttenberg sieht so aus, wie man das bei einem Wirtschaftsminister erwartet. Schicker Anzug, Gel im Haar, eine Brille, die Intellektuellen taugt, aber zugleich an “Bild”-Chefredakteur Kai Dieckmann erinnert. So sieht einer eben aus, wenn er mit Ökonomie zu tun hat.

Nehmen wir doch nur eine Vergleichsperson aus dem Kabinett, nämlich Wolfgang Tiefensee. Denkt man bei diesem Verkehrsminister rein äußerlich auch nur im Entferntesten an Beton und Asphalt? Wirkt er nicht viel mehr wie der Pfarrer einer protestantischen Großstadtgemeinde?

Tja, aber bald heißt es Abschied nehmen. Entweder verlässt der Freiherr nach der Bundestagswahl sein Amt oder er verlässt uns. Weil er besser dasteht als sein Chef. Das geht nirgends gut.

Meine Prognose: 2010 wird der Wirtschaftsminister nicht mehr zu Guttenberg heißen. Entweder gewinnen eh die anderen – oder seine Partei erkennt, dass (zum Beispiel) Entwicklungshilfe auch ganz schön ist.