Was kommt nach der "Neuen Grippe?"

Diese Frage lässt mich zurzeit nicht los: Wir haben es ja gerade mit der “Neuen Grippe”zu tun.”Mexikanische Grippe” durften wir sie nicht nennen, weil man damit die Mexikaner diskriminieren würde, “Schweinegrippe” nicht, weil sich Muslime damit ganz schlecht fühlen.

Also wurde die Grippe zur “Neuen Grippe”.

Nun heißt es aber ja, dass der Erreger derzeit noch relativ nett sei, dass er aber möglicherweise mutieren und viel gefährlicher werden könnte. “Neu” ist also nicht das Ende des Desasters. Bloß: Was erwartet uns?

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Ulla Schmidt: "Senores, isch abe gar kein Auto"

Wei heißt es so schön? Wer den Schaden hat, spottet jeder Beschreibung.

Wie heißt es so schön? Wer den Schaden hat, spottet jeder Beschreibung.

Ooch, immer auf die arme SPD. Da dachte man, der Wahlkampf der Sozialdemokraten könnte endlich so richtig beginnen. Und dann kommt diese Dienstwagen-Affäre. Wieder wars nichts, mit dem Aufbruch in Richtung 30 Prozent.

Es ist aber auch tragisch. Wenn man einmal überlegt, wie häufig einem durchschnittlichen Menschen in seinem Leben das Auto geklaut wird, dann ist es für  Gesundheitsministerin Ulla Schmidt und ihre Partei wirklich saudumm gelaufen. Hätte sich der Diebstahl doch in Berlin ereignet. Man hätte Mitleid gehabt, die Stimmen wären der armen Frau nur so zugeflogen. So aber singt Peter Wackel demnächst auf dem Ballermann den neuen Schlager: “Unsre Tante, unsre Tante,  düst heut Nacht nach Alicante”.

Und die Dienstwagen-Affäre wurde genau an jenem Tag bekannt, an dem Frank-Walter Steinmeier seinen Wahlkampf eröffnen wollte. Fatal. Er kann ja keinerlei Bremse gebrauchen, Wo er doch eh schon seine Probleme mit der Ausstrahlung hat. Zum Beispiel dieses: Wenn der Außenminister als Redner laut wird, klingt er wie Gerhard Schröder. Aber ihm fehlt  dann doch das Testosteron. Er gilt halt als ein bisschen langweilig.

Dabei wäre es ihm aufrichtig zu gönnen, dass ein Debakel für die SPD ausbleibt. Denn sollte das Volk mit der Bundesregierung zufrieden sein (wofür die Umfragewerte der Kanzlerin sprechen), liegt das in erster Linie an den Sozialdemokraten. gut, Ursula von der Leyen, hat mal was bewegt, aber ansonsten wurden doch alle wichtigen und auch kontroversen Dinge im Land von SPD-Ministern erledigt.

Das haben die Leute bloß noch nicht so richtig gemerkt, weshalb sich jetzt die ersten Spötter über Ulla Schmidt hermachen. Wie das Bild beweist. Andererseits: Gerade in der Fernsehwerbung steckt doch eine große Chance. Vielleicht sollte Ulla Schmidt Gelassenheit beweisen, ein Tässchen Kaffee schlürfen und lächelnd sagen: “Senores, isch abe gar kein Auto…”

"Gold-Rosi" schenkt uns "Nordic-Waltzing"

Rosi Mittermaier ist Stargast beim Openball.

Das wird lustig: Rosi Mittermaier ist Stargast beim Openball.

Lehrreich, wie dieses Blog sein soll, beginnen wir heute mit einer Definition aus dem großen Fundus von Wikipedia. Was ist Glamour? “Glamour (v. engl. grammar [schrift]gelehrsam) bezeichnete ursprünglich die magisch-okkulte Fähigkeit der Geister-Beschwörung. Heute als Attraktivität bzw. Faszinosum verstanden, bezeichnet Glamour ein besonders prunkvolles oder elegantes Auftreten oder Selbstdarstellen in der Öffentlichkeit, das sich von Alltag und Durchschnitt abhebt. Eine Person, Veranstaltung oder ein Kleidungsstück kann glamourös sein. Glamour bezieht sich auf die gesamte Aufmachung (einer Person) und kann nicht an Einzelheiten (Kleidung, Reichtum, Ruhm) festgemacht werden.”

Bei einem Opernball werden in diesem Sinne Personen erwartet, die für die breite Öffentlichkeit tatsächlich very important sind. Und außerdem – da ist “Mörtel” Lugner in Wien stilprägend – ein paar besonders scharfe Frauen.

In diesem Sinne wird beim Nürnberger Opernball am 19. September massiv zugeschlagen: Top-Stargast ist Rosi Mittermaier. Sie und ihren Ehemann Christian Neureuther kennen die Älteren unter uns als “Gold-Rosi”. Vor 33 Jahren hat sie nämlich als Skifahrerin bei den Olympischen Spielen in Innsbruck zwei Gold- und eine Silbermedaille gewonnen. Dafür erhielte sie auch den Goldenen Otto der Jugendzeitschrift “Bravo”.

Heute ist das nervtötend fröhliche Ehepaar durch Einblendungen während der zahlreichen Fernseh-Hitparaden von Oliver Geißen bekannt. Da tauchen beide auf, grinsen kurz, haben null Ahnung und sagen Sätze wie: “Jaja, die Beatles, die waren schon gut.”

Außerdem sind sie Botschafter für hüftschonendes Wandern. Gemeinsam mit der AOK eröffnen sie unablässig Nordic-Walking-Rundwanderwege. Frau Mittermaier lächelt ihr Gold-Rosi-Lächeln, ihr Mann schwärmt davon, wie hervorragend Bewegung an der frischen Luft des Testosteronwert oben hält.

Tja, und jetzt fragt sich, ob der Opernball nicht vielleicht die Innovation des Jahres bringt.Die Besucher werden ja tendenziell älter, die wilden Drehungen beim Wiener Walzer gehen nicht mehr so wie früher. Warum also nicht abstützen, so wie beim AOK-Wandern auch?

Rosi Mittermaier, Christian Neureuther und der neue Gesellschaftstanz “Nordic Waltzing” – der Opernball bringt die ultimative Antwort auf den demographischen Wandel. Jede Wette: Die Welt wird über Nürnberg staunen.

Und wenn`s Prügel sind: Wo Gabriele Pauli ist, ist Leidenschaft

Der Delegierte tobt, Frau Pauli deeskaliert.

Der Delegierte tobt, Frau Pauli deeskaliert.

Immer wieder Gabriele Pauli… Klar doch, es müsste ja auch noch andere Themen geben. Aber sie schafft es halt immer wieder. Und zeigt uns: Wo Pauli ist, ist Leidenschaft.

Gerade hatte ich darüber philosphiert, ob uns die Chefin der Freien Union italienische Verhältnisse bringen will. Seit dem gestrigen Sonderparteitag ihrer neuen Partei gibt es ein Indiz mehr.  Die Meinungsverschiedenheiten zwischen ihren Anhhängern und ihren Kritikern entluden sich in Beinahe-Handgreiflichkeiten.

Das können die Italiener noch besser. Im Palrament in Rom geben sich die ehrenwerten Volksvertreter gelegentlich vor laufender Kamera kräftig eins auf die Mütze. In Celle stürzte ein Delegierter mit Geschrei und bedrohlichen Gesten zum Podium. Gabriele Pauli wirkte – wie das Foto zeigt – deeskalierend. Sie blickte ins Leere.

Worum es bei dem Streit ging? Zwei ehemalige Vorstandsmitglieder warfen Pauli einen undemokratischen Führungsstil vor, zudem hielten sie den Bundesparteitag für rechtswidrig. Die Mehrheit der Mitglieder – knapp 200 Menschen waren zum Parteitag gekommen – stützte Pauli jedoch.  Die 52-Jährige wurde nach ihren eigenen Angaben mit 93 Prozent der Stimmen wieder zur Bundesvorsitzenden gewählt. Journalisten konnten die Wahl teils nicht mitverfolgen, sie wurden einige Zeit von der Versammlung ausgesperrt.

Aber was interessieren die Inhalte? Die Freie Union wird bei der Bundestagswahl mangels Unterstützer-Unterschriften wohl nur in Bayern antreten müssen. Da kommt ins gesamt nicht viel rüber. Eigentlich nicht berichtenswert.

Womit bewiesen wäre: Wo Pauli ist, sind die Journalisten.

Nächstes Thema.

Der lange Schatten des Hitlerzwergs

Ein Zwerg,der so ist , wie viele von uns...

Ein Zwerg,der so ist , wie zu viele von uns...

Auch das muss mal gesagt werden: Früher waren unsere Kunst-Skandale besser. Man denke nur an Olaf Metzels Stuhlskulptur rund um den Schönen Brunnen. Die Volksseele kochte wahrhaftig. Der Wirt des WM-Biergartens, Hermann Murr, der dem Künstler zwecks ähnlicher Statur und gleicher Glatze ähnlich sieht, wurde von einem Passanten mit dem Ausruf “Dou kummd die Sau!” auf dem Hauptmarkt begrüßt.

Auch Otmar Hörl darf als Meister des Aufregens angesehen werden. Der Präsident der Akademie der Bildenden Künste steht dafür, dass er Meisterwerke oder Banales zu Plastikstatuen verarbeitet, So pflasterte er die Stadtmitte mit Nachbildungen von Dürerhasen zu oder produzierte Eulen für Athen. Damit hat er sich und die Stadt berühmt gemacht und ordentlich Geld verdient.

Sein neuestes Meisterwerk ist ein “Poisoned Gnome”, auf deutsch “Hitlerzwerg”. Er zeigt einen Gartenzwerg, von dem nur sehr naive Zeitgenossen glauben, dass er gerade die Höhe des Grases misst. Der Gnom macht den Hitlergruß. Womit der Künstler ironisch ausdrücken will, dass deutsche Kleingeisterei ganz nah dran ist am faschistischen Denken.

Die Staatsanwaltschaft hat jetzt mal überprüft, ob Hörl wegen der Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole ein Strick zu drehen sei. Sie hat es verneint, der Zwergverkauf läuft prima. Alles in Butter also?

Doch nicht so, finde ich. Hörls Botschaft ist sicher richtig. Aber so richtig famos kann man dieses Werk nicht nennen.  Wenn ein Künstler lediglich immer wieder die eine, gleiche Grundidee reproduziert, reicht das zurecht nicht mehr zum ganz großen Skandal.

Anderen lokalen Akteuren fällt freilich gar nichts Prickelndes ein – was wiederum den Beweis für diesen Dichter-Satz hergibt: “Wenn die Sonne der Kultur tief steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten.”

Glückliche Parteien: Wählen mit Demenz ist erlaubt

Diese Nachricht sollte unsere Parteien freuen: Die Diagnose Demenz ist fürs Wählen im Grundsatz kein Hinderungsgrund.

Allein aufgrund dieser Diagnose dürften keine Grundrechter eingeschränkt werden, erklärt Joachim Gust, Berater beim Alzheimer Forum in der Zeitschrift “Pro Alter” des Kuratoriums Deutsche Altershilfe in Köln. Das Wahlrecht verfalle aus Krankheitsgründen erst dann, wenn die Demenz so gravierend sei, dass ein Mensch zur Besorgung all seiner Angelegenheiten einem Betreuer unterstellt werde,, erläuterte eine Sprecherin des Bundeswahlleiters.

Prima für die Politik, denn vergessliche Wähler sind immer noch die besten Wähler. Denken wir nur an die Ankündigung der Union, trotz Irrsinnsschulden die Steuern zu senken. Das wird – meine Prognose – spätestens im November kein Thema mehr sein. Und da müsste man sich, ein gutes Gedächtnis vorausgesetzt, ja mächtig ärgern.

Vielleicht ist es aber auch so, dass sich Politik und Volk in der Demenz am ähnlichsten sind. Oder gibt es etwas, was noch schneller vergessen wird, als manches Wahlversprechen?

Zigaretten – in Bayern die Fackeln der Freiheit

Hurra, wir sind wieder frei!!!
Hurra, wir sind wieder frei!!!

Ach, wie doch die Zeit vergeht: Es ist schon wieder fast eineinhalb Jahre her, dass in Bayern die Schonzeit für Raucher geendet hat und der “Ziggi-Igel” zur Skulptur der Neuzeit wurde.

Angetrieben vom verkniffenen Rauchfrei-Fundamentalisten Georg Schmid (“Schüttel-Schorsch”) hatte die CSU das härteste Rauchverbot aller Zeiten erlassen. Dann aber im Vorfeld der Frühlings-Volksfeste schnell wieder aufgeweicht.
Seitdem haben sich die Menschen eigentlich gut an das auch von mir als eher unnötig freiheitsraubende Regelung angesehene Gesetz gewöhnt. Die Nichtraucher waren zufriedener, die Raucher lernten mehr Rücksichtnahme.  Oder zogen in ihre Reservate um.
Jetzt aber liefern CSU und FDP als Koalitionspartner in der Landesregierung ein Meisterstück an Regierungskunst ab, wie es die Welt auch noch nicht erlebt hat. Obwohl sich ein Gesetz offenkundig bewährt hat, wird es entschärft. Und das, obwohl die Europäische Union in nicht allzu ferner Zeit Regeln für den Nichtraucherschutz aufstellen wird, die ungleich härter sind.
Na gut, entwöhnen, neu anfangen, entwöhnen – das kennen viele Raucher ja bestens. Aber hinter diesem Vorgehen steckt doch wohl nur eins: Wenn schon kommt, was kommen wird, ist man es wenigstens nicht gewesen. Der Aschenbecher wird zum EU-Traktorsitz des Bierzeltes, die brennende Zigarette zur letzten Fackel der Freiheit gegen das Wüten der Bürokraten.
Recht so, geben wir der Zigarette noch einmal eine Chance. Wo uns die Tabakindustrie doch so wunderbare Werbeslogans geschenkt hat. Denken wir nur an “Dafür geh ich meilenweit” (Camel), “Welch ein Vergnügen” (Stuyvesant), “Es war schon immer etwas teurer, einen besonderen Geschmack zu haben” (Attika) oder der unverwüstliche Spruch “Der Geschmack von Freiheit und Abenteuer” (Marlboro).
Aber dann ist da noch ein Werbespruch aus der Zeit der Wiedervereinigung: “Unser Kandidat ist käuflich.” So sollte 1990 der Absatz der Marke “Lucky Strike” gesteigert werden. Kann es sein, dass da mit dem Texter die Wahrheit durchgegangen?
Aber niemals nicht. Das würde ja bedeuten, dass die Tabaklobby Einfluss nehmen und sich mit Spenden für die Wahlkampfkassen bestimmter Parteien revanchieren kölnnte. Und sowas – das wissen wir – ist doch völlig ausgeschlossen.   

Sein Pech: Seehofer denkt wie Bayern München

Tja, das war nicht so toll für HHorst Seehofer, beim CSU-Parteitag.

Tja, das lief nicht so toll für Horst Seehofer, beim CSU-Parteitag.

Wie bitte, Politik soll wie Fußball sein? Gut, so ganz genau stimmt das natürlich nicht. Aber es gibt Parallelen. Etwa bei unserem Ministerpräsidenten, Seehofer Horst. Er wurde auf dem CSU-Parteitag mit 88,09 Prozent als Vorsitzender wiedergewählt – und war ganz offensichtlich beleidigt. Weil das ja, wie Beobachter meinten, ein “Denkzettel” sei.

Tja, und solche Reaktionen gibt es zum Beispiel bei Bayern München. 88,09 Prozent, das entspräche auf die Bundesliga-Tabelle umgerechnet, Platz 3 mit leichter Tendenz zu Platz 4. Also ein Abschneiden zwischen Champions-League-Relegation und “Döner-Cup”. Völlig klar, dass in diesem Fall Köpfe rollen müssten. Schließlich feuert man bei den Bayern den Trainer ab Platz zwei – was auf die CSU umgerechnet 94,45 Prozent der Stimmen entspräche. Partei-Pressesprecher möchte man jetzt nicht sein.

Tief getroffen hat das Abschneiden Seehofers ganz bestimmt dessen Vor-Vorgänger Edmund Stoiber. Dieser sonnte sich besonders gerne im volksnahen Glanz der Bayern-Herrscher und hat deren Denken vorzüglich verinnerlicht. In seinen Reden bediente er sich gerne an Einträgen aus dem Fußball-Wörterbuch. Sofern das zwischen drei Ääääähs noch aufgefallen ist.

Das Fußballgeschäft zieht die Politiker jedenfalls an wie Motten das Licht. Nehmen wir nur den 1. FC Nürnberg, wo unter anderem OB Ulrich Maly als Aufsichtsratsmitglied den Brückenschlag zwischen Profifußball und Kommunalpolitik erleichtert.

Und in diesem Gremium hat er schon Trainerwechsel gemeinsam mit Markus Söder abgesegnet. Dieser wiederum bekam bei der Vorstandswahl 436 Stimmen, also 59,9 Prozent der Stimmen.

Sie finden das schlecht? Nein, das stimmt so nicht, denn nach unserer Bundesliga-Rechnung entspräche das Platz 9 mit Tendenz zu Platz 10. Das wäre als Saisonergebnis für den Club doch völlig in Ordnung.

Andererseits: Hat Söder beim Thema Donauausbau nicht eine verheerende Niederlage erlitten? Bei der nur 12 Delegierte seiner Meinung waren? So käme der Club nicht mal in die Relegation. Aber Quatsch, das passiert nicht. So viel hat Fußball mit Politik auch nicht zu tun….

Kader Loth – ein großer Coup

Kader Loth, die perfekte Frauenbeauftragte

Kader Loth, zweifellos die perfekte Frauenbeauftragte

Jetzt geht`s los! Der Bundestags-Wahlkampf wird unterhaltsam. Und dies schafft – wer sonst? – Gabriele Pauli. Sie hat die ehemalige “Miss Penthouse” Kader Loth zur Frauenbeauftragten ihrer Partei “Freie Union” gemacht.

Da sagt man(n) doch erstmal ganz arg “Danke”. Schließlich waren wir eingestellt auf eher dröge Rededuelle der Kanzlerin und ihres Stellvertreters. Zweier Menschen, die Konkurrenten sind, aber zuvor eigentlich alles gemeinsam geregelt hatten.  Außerdem war mit einer hyperventilierenden Nervensäge Guido Westerwelle zu rechnen. So kurz vor der Machtübernahme. Aber jetzt kommt Farbe ins Spiel.

Kader Loth könnte man als die intelligentere Ausgabe von Tatjana Gsell bezeichnen. Lippen wie Schlauchboote und eine im Laufe ihres Lebens zusehends gewachsene Oberweite sind ein Aspekt. So wurde sie vor zehn Jahren “Pet of the Year” der “Penthouse”-Leser. Andererseits hat sie auf “Tier TV” eine Literatursendung moderiert und hat bei der Schwachsinns-Reality “Die Alm” das Publikum auch  deshalb begeistert, weil sie den Männern die Zähne gezeigt hat.

Sie also hat sich dem Landesverband Berlin der Freien Union “aus freien Stücken” angeboten , wie Gabriele Pauli ihr Büro verlautbaren lässt. Dort sei sie ehrenamtlich als Leiterin des Arbeitskreises Frauenrechte in Abstimmung mit dem Berliner Arbeitskreiskoordinator und dem Landesvorstand Berlin tätig. Es handle sich somit “um eine rein Berliner Angelegenheit”.

Heißt das, das Pauli die Personalie peinlich wäre? Glaub’ ich nicht, weiß aber nicht genau, was sie sich dabei denkt. Eine Überlegung wäre, dass die Ex-Landrätin längst ins kabarettistische Fach gewechselt ist. Sie will nur Spaß machen und lacht sich insgeheim darüber tot, dass es immer noch Menschen gibt, die ihre Arbeit für Politik halten.

Oder sie kopiert ein überragend erfolgreiches Politikmodell – nämlich Silvio Berlusconi. Der ist ja irgendwo ein Clown und hat es im vergangenen Jahr gewagt, das schön Ex-Nackt-Model Maria Rosaria Carfagna zur Frauenministerin zu machen. Wir erinnern uns. Ergebnis: Er ist der mit Abstand beliebteste Politiker Italiens.

Sollte Gabriele Pauli vorhaben, die Lufthoheit über die Stammtische gewinnen wollen, ist ihr ein großer Coup gelungen. Überzeugende weitere Personalien sind nach unseren Informationen in Vorbeitung: In Paulis Schattenkabinett sollen Lukas Podolski als Bildungs- und Franjo Pooth als Finanzminister fest eingeplant sein…

Söder – ein hinterlistiger Klimakiller?

Was will er wirklich?

Solarmann Markus Söder: Was will er wirklich?

Im Lehrbuch für Medienarbeit ist es vermutlich entweder die Präambel oder aber Paragraph 1, Absatz 1: Nachrichten sind dann am erfolgreichsten platziert, wenn sie in die Zeit passen. Soll heißen: Es hat wenig Sinn, im Juni von der heilenden Wirkung von Lebkuchen zu schwärmen. Es bringt auch nichts, im Januar über die Wasserqualität der Bade-Seen zu berichten.

Hat unser “Lebensminister” Markus Söder also nicht aufgepasst, als bei der Hans-Seidel-Stiftung der Kurs “Polit-PR für Fortgeschrittene” gegeben wurde? Denn wie sonst kann es sein, dass er gerade jetzt darüber orakelt, dass dem wasserarmen Franken durch den Klimawandel künftig verstärkt Trockenzeiten und Dürreperioden drohen?

„Klimasimulationen zeigen: Auf die Region können extreme Wetterereig­nisse zukommen“, sagte der Umweltminis­ter Söder. Deshalb müsse man frühzeitig gegensteuern, forderte er anlässlich einer Prognose zum Klimawandel in Franken für den Zeitraum von 2021 bis 2050. Laut dieser Prognose sei in Franken ab 2021 neben den Dürreperioden auch mit trockeneren Sommern zu rechnen.

Damit kommt er gerade jetzt daher. In diesem Juli, in dem die Sonne meistens gar nicht zu sehen ist und in dem es immer wieder regnet. Dieses Wetter soll uns Angst vor dem Klimawandel machen. Quatsch, wir schauen zum Fenster hinaus und beten: “Herr, lass es ganz schnell 2021 werden!”

Man könnte aber auch ein Verdacht haben: Ebenfalls aus dem Lehrbuch für Medienarbeit stammt der Hinweis, dass man Widerstände wecken kann, indem man Nachrichten absichtlich zur falschen Zeit lanciert. Man weiß von Markus Söder, dass er gelegentlich mit List und Tücke agiert. Will er also den Widerstand gegen seine Mahnung herausfordern – ist er ein Klimakiller im grünen Gewand????

Wir sollten ihn beobachten….