Angela Merkel: Wieviel Langeweile erträgt die Krise?

Ach Frau Merkel, warum immer so langweilig? Bei Anne Will hatte die Regierungschefin am Sonntag ihren Exklusiv-Auftritt. Das machen Menschen ihres Amtes, wenn es schwierig wird. Und auf die Frage, ob sie die richtige Kanzlerin in der Krise sei, antwortete sie: „Ich glaube schon.“ Warum sagt sie nicht einfach: „Logisch. Wer sonst?“.

Wer es gut meint mit Angela Merkel, wird ihre Bescheidenheit rühmen. Es ist ja auch bestimmt so, dass sie  nach einer Wahlniederlage keinesfalls wie Vorgänger Gerhard Schröder angesoffen in einer Elefantenrunde herumpöbeln würde. Aber: Sein Auftritt ist unvergessen. Ein bisschen Show gehört eben auch zur Politik. Meinen Obama und ich.

Bei Angela Merkel habe ich da keine Hoffnung. Allerdings: Das derzeitige Gezeter rund um die Große Koalition ist sowieso unvermeidlich. Unsere Politiker(innen) wissen genau, dass sie gegen die weltweite Wirtschaftskrise wenig oder gar nichts machen können. Also beschäftigen sie sich lieber mit dem Absichern ihrer Macht.

Da geht es dann zu wie beim Schönheitschirurgen. Wo sich, um bei den Männern zu bleiben, der angehende Manager vor dem entscheidenden Bewerbungsgespräch das Kinn auf energisch modellieren lässt. Man muss immer so tun, als ob man alles auch ganz anders machen könnte. Deshalb mault die CSU derzeit so laut herum. Was schlagartig nachlassen wird, falls die Europawahl einigermaßen gut gelaufen ist.

Auch manche Merkel-Lästerer in der CDU täuschen eigenes Profil vor, weil sie vor Wahlen stehen. Aber auch, weil sie denken, dass es den Lieblings-Koalitionspartner FDP stärkt, wenn man die eigene Chefin schwächt. Damit es insgesamt zur Wunschregierung reicht. Schließlich: Man weiß nicht, wie schlimm die Bundestagswahl ausgeht. Es könnte sein, dass ein neuer Kanzler gebraucht wird. Und dann hat eher jemand die Nase vorne, der irgendwann mal anderer Meinung war.

Die Frage aller Fragen beantwortet das nicht. Also:

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