Mehdorn geht – Hoeneß muss bleiben

Wenn es um unsere Manager geht, wissen wir auch nicht, was wir wollen. Wie lange haben wir den aalglatten Steuerhinterzieher Zumwinkel hofiert? Hartmut Mehdorn dagegen fanden wir immer irgendwo schlimm. Weil er sich so scheinbar unbeirrt für seine oft unzulänglichen Produkte in die Schlacht geworfen hat. Jetzt geht er. Und ich gebe zu: Mir wird er fehlen.

Vielleicht sehe ich ihn positiv, weil ich – anders als der Kollege vom NN-Pendlerblog – kein Alltags-Bahnfahrer bin. Für mich hatte Mehdorn großen Unterhaltungswert. Er war für mich immer so ein unbeugsamer  Kampfzwerg. Mit all den Eigenschaften, die klein geratene Männer oft so erfolgreich machen. Das Attribut „energisch“ schien manchmal untertrieben zu sein.

Aber eben auch mit typischen Anti-Eigenschaften. Der Bahn-Chef ist zu sehr der Manager-Erkenntnis gefolgt, dass in den Top-Jobs  der wirtschaft letztlich nur die Paranoiden überleben. Jene also, die immer zusehen müssen, dass sie alles garantiert unter Kontrolle haben. Und dann wird, weil die Mitarbeiter ja potenzielle Feinde sind, eifrig gespitzelt und unliebsame Post vernichtet. Das kann so nicht gehen.

Tja, hätte Hartmut Mehdorn an dieser Stelle erkannt, dass es nicht immer mit dem Kopf durch die Wand geht. Hätte er bei der Bahn-Stasi aufgeräumt und sich entschuldigt, wäre es für ihn weitergegangen. Aber so etwas  gehört eben nicht zum Wesen eines Hobbyschmieds.

Bald ist er weg, und deshalb stelle ich die für einen Fan des 1.FC Nürnberg eigentlich undenkbare Forderung: Uli Hoeneß muss Manager von Bayern München bleiben. Weil diese Gesellschaft auch ein Feindbild braucht. Aber wie komme ich gerade auf diese beiden? Ein ZDf-Beitrag aus der Zeit des Bahnstreiks erklärt`s.

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