Archiv für März, 2009

März 30th, 2009

Mehdorn geht – Hoeneß muss bleiben

Wenn es um unsere Manager geht, wissen wir auch nicht, was wir wollen. Wie lange haben wir den aalglatten Steuerhinterzieher Zumwinkel hofiert? Hartmut Mehdorn dagegen fanden wir immer irgendwo schlimm. Weil er sich so scheinbar unbeirrt für seine oft unzulänglichen Produkte in die Schlacht geworfen hat. Jetzt geht er. Und ich gebe zu: Mir wird er fehlen.

Vielleicht sehe ich ihn positiv, weil ich – anders als der Kollege vom NN-Pendlerblog – kein Alltags-Bahnfahrer bin. Für mich hatte Mehdorn großen Unterhaltungswert. Er war für mich immer so ein unbeugsamer  Kampfzwerg. Mit all den Eigenschaften, die klein geratene Männer oft so erfolgreich machen. Das Attribut “energisch” schien manchmal untertrieben zu sein.

Aber eben auch mit typischen Anti-Eigenschaften. Der Bahn-Chef ist zu sehr der Manager-Erkenntnis gefolgt, dass in den Top-Jobs  der wirtschaft letztlich nur die Paranoiden überleben. Jene also, die immer zusehen müssen, dass sie alles garantiert unter Kontrolle haben. Und dann wird, weil die Mitarbeiter ja potenzielle Feinde sind, eifrig gespitzelt und unliebsame Post vernichtet. Das kann so nicht gehen.

Tja, hätte Hartmut Mehdorn an dieser Stelle erkannt, dass es nicht immer mit dem Kopf durch die Wand geht. Hätte er bei der Bahn-Stasi aufgeräumt und sich entschuldigt, wäre es für ihn weitergegangen. Aber so etwas  gehört eben nicht zum Wesen eines Hobbyschmieds.

Bald ist er weg, und deshalb stelle ich die für einen Fan des 1.FC Nürnberg eigentlich undenkbare Forderung: Uli Hoeneß muss Manager von Bayern München bleiben. Weil diese Gesellschaft auch ein Feindbild braucht. Aber wie komme ich gerade auf diese beiden? Ein ZDf-Beitrag aus der Zeit des Bahnstreiks erklärt`s.

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März 28th, 2009

Seid nett: Rachsucht macht arbeitlos

“Ich forrrdärä Satisfaktion!” Für Freiherr von Zitzewitz war es eine Selbstverständlichkeit, jenen Bettelstudenten zum Schusswechsel herauszufordern, der das ihm versprochene Frollein ungehörig am runden Gesäß getätschelt hatte. Mit einem Prachtschuss zwischen die Augen erlegte er den Nebenbuhler. Doch wurde er jemals glücklich? Nein, die Liebste wandte sich nach dem Tod des Unterlegenen ab, der Freiherr versumpfte in Eckkneipen und war schließlich völlig weg vom Fenster. Rachsucht schadet nur.

Dieses hat eine aktuelle Studie der Universitäten Bonn und Maastricht nachgewiesen. Wer Unfairness vorzugsweise mit gleicher Münze heimzahlt, ist demnach mit seinem Leben unzufriedener. Er hat weniger Freunde und ist sogar häufiger arbeitslos als andere Menschen.

Das geschieht den Rachsüchtigen recht, andererseits: Das Motto “Wie du mir, so ich dir” ist ja nicht abwegig. Für die Einladung zum Abendessen revanchieren wir uns mit einer Gegeneinladung; dem Freund, der uns beim Umzug half, schleppen wir ein paar Monate später wir die Möbel. Die Kollegin, die uns einen kurzfristigen Urlaub ermöglicht hat, darf ihrerseits auf einen Last-Minute-Flug hoffen. Verhalten wir uns so, sind wir, wie das Wissenschaftler nennen, positiv-reziprok.

Die negative Lebensvariante gibt es auch, und zwar nicht nur strafbewehrt als Revanchefoul beim Fußball. Wir wären doch manchmal auch gerne fies. Wäre doch schön, sich an Herrn Zumwinkel zu rächen, dem Ex-Chef der Hypo Real Estate eins reinzuwürgen oder George W. Bush und Osama bin Laden gleichzeitig abzuwatschen. Aber da kommen wir nicht ran. Und so ein positiver negativ-reziproker Held wie Robin Hood werden wir nie sein. Weil wir keine Witwen und Waisen kennen, die sich von uns rächen lassen wollen.

Nein, unsere Rache geschieht in unserem Dunstkreis. Dann geht uns nach einem Ärger mit Kollegen oder dem Chef der Gaul durch, wir werden zum Saboteur – und fliegen am Ende.

Alsdenn:Die Devise “Auge um Auge, Zahn um Zahn” mag zu Moses`Zeiten richtig gewesen sein. Wir hingegen sind schlau und folgen dem Sprichwort “Vergebung ist die süßeste Rache”. Denn nichts ärgert einen Fiesling  mehr, als wenn man ihn galant abtropfen lässt.

März 26th, 2009

Zumwinkel: “Unterm Strich zähl ich”

Herr Zumwinkel kassiert und lacht sich tot.

Eine Plakat-Variation, die alles sagt: Herr Zumwinkel kassiert und lacht sich tot.

“Unterm Strich zähl ich”, verkündet eine neue Werbekampagne für das Gewinn-Sparen der Postbank. Damit propagiert das laut Bild-Zeitung bald von einem Ein-Euro-Jobber geführte Geldinstitut (Achtung, beschlossen ist nichts) das Bild vom sympathischen Egoisten. Ein Teil der Zinsausschüttung geht ja an die Aktion Mensch.

Dumm ist halt nur, dass der Werbespruch vom früheren Post-Chef Klaus Zumwinkel so überzeugend vorgelebt wurde. Man darf sicher sein, dass sich der kriminelle Steuerhinterzieher so richtig gefreut hat, als die Komplett-Auszahlung seiner Firmenpension von 20 Millionen Euro auf seinem Konto eingegangen ist.

Aber was war eigentlich genau mit dem Zuwinkel? Nicht ganz frisch (22. Januar), aber doch aufschlussreich, ist dieser Beitrag:

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März 25th, 2009

Erotik-Tipp: Ins Bett mit Mintal

Der Traum deutscher Männer? Monica Lierhaus mit Fußballtrikot? F.: dpa

Zur Abwechslung ein ungewöhnliches Thema: Sex, und zwar heterosexuell. Es ist ja nichts Schlechtes dran, wenn sich Frauen fürs Bett bekleidungstechnisch aufhübschen. Aber nach einer neuen Umfrage machen viel den Fehler, dafür sündhaft teure Dessous zu kaufen. Oft würde ein Fußballtrikot reichen.

Das Online-Portal “MyCelebrityFashion” hatte die Idee, Männer nach der aus ihrer Sicht schärfsten Nachtwäsche für ihre Liebste zu fragen. Das Ergebnis wirkt erstaunlich: 34 Prozent der 1900 Befragten gaben an, dass ihre Partnerin ein Trikot ihres Lieblingsclubs tragen sollten. 23 Prozent der Befragten fanden Dessous besonders aufregend, 21 Prozent gar nichts. Noch verblüffender äußerten sich Männer aus Wales. Sie finden Rugby-Trikots besonders sexy. 51 Prozent (!) wollen ihre Frauen darin sehen.

Machen wir uns aber keine Gedanken über Wales, diesen Landstrich mit den unaussprechlichen, superlangen Ortsnamen. Fragen wir uns, was die Umfrage bei uns bedeutet. Wenngleich nämlich in England die Verhältnisse immer etwas seltsam sind, so gibt sie doch einen Hinweis auf die alte Erkenntnis, dass die seelische Bindung eines Mannes zu seinem Fußballverein durch nichts zu überbieten ist. Das Stadion wie auch die Sandplatz-Kampfbahn eines Dorfclubs sind Orte, an denen Männer-Emotionen freigelassen werden, wie nirgends sonst. Mancher, der sonst in Gesprächen sorgfältig die Worte wägt, wird an der Seitenlinie zum Tier. Und holt sich zum Beispiel diesen Kommentar von Beobachtern ab: “Wenigstens ist klar, dass er nachher seine Frau nicht schlägt.”

Aber welches Trikot soll man nehmen? Soll die Frau ie Arbeitskleidung des von ihrem Mann besonders verehrten Starspielers tragen oder nimmt man das Bekleidungsstück eines Kickers, den Frauen schön finden? Klar, Club-Fans wären bei einem Mintal-Trikot immer gut drauf. Doch der ist ja nicht der sexiest man alive, keinVergleich zu David Beckham, dem Erfinder der metrosexuellen Bananenflanke.

Nach der Männersicht sollte man aber eh nicht gehen.Denn Bestnoten der Experten bekommt ja fast immer ein gewisser Franck Ribery. Zweifellos ein genialer Kicker und ein lustiger Typ. Aber auch objektiv hässlich. Wenn den die mit dem  Nachtgewand Beschenkte sieht, ist die Beziehungskrise garantiert. Das gönnen wir den Bayern-Fans von Herzen. Aber: Gibt es schöne Fußballer  in Nürnberg oder Fürth? So auf Anhieb weiß ich keinen.

März 24th, 2009

Angela Merkel: Wieviel Langeweile erträgt die Krise?

Ach Frau Merkel, warum immer so langweilig? Bei Anne Will hatte die Regierungschefin am Sonntag ihren Exklusiv-Auftritt. Das machen Menschen ihres Amtes, wenn es schwierig wird. Und auf die Frage, ob sie die richtige Kanzlerin in der Krise sei, antwortete sie: “Ich glaube schon.” Warum sagt sie nicht einfach: “Logisch. Wer sonst?”.

Wer es gut meint mit Angela Merkel, wird ihre Bescheidenheit rühmen. Es ist ja auch bestimmt so, dass sie  nach einer Wahlniederlage keinesfalls wie Vorgänger Gerhard Schröder angesoffen in einer Elefantenrunde herumpöbeln würde. Aber: Sein Auftritt ist unvergessen. Ein bisschen Show gehört eben auch zur Politik. Meinen Obama und ich.

Bei Angela Merkel habe ich da keine Hoffnung. Allerdings: Das derzeitige Gezeter rund um die Große Koalition ist sowieso unvermeidlich. Unsere Politiker(innen) wissen genau, dass sie gegen die weltweite Wirtschaftskrise wenig oder gar nichts machen können. Also beschäftigen sie sich lieber mit dem Absichern ihrer Macht.

Da geht es dann zu wie beim Schönheitschirurgen. Wo sich, um bei den Männern zu bleiben, der angehende Manager vor dem entscheidenden Bewerbungsgespräch das Kinn auf energisch modellieren lässt. Man muss immer so tun, als ob man alles auch ganz anders machen könnte. Deshalb mault die CSU derzeit so laut herum. Was schlagartig nachlassen wird, falls die Europawahl einigermaßen gut gelaufen ist.

Auch manche Merkel-Lästerer in der CDU täuschen eigenes Profil vor, weil sie vor Wahlen stehen. Aber auch, weil sie denken, dass es den Lieblings-Koalitionspartner FDP stärkt, wenn man die eigene Chefin schwächt. Damit es insgesamt zur Wunschregierung reicht. Schließlich: Man weiß nicht, wie schlimm die Bundestagswahl ausgeht. Es könnte sein, dass ein neuer Kanzler gebraucht wird. Und dann hat eher jemand die Nase vorne, der irgendwann mal anderer Meinung war.

Die Frage aller Fragen beantwortet das nicht. Also:

März 22nd, 2009

Unsere Miss, DSDS-Vanessa und Beckstein

Vor einer Woche hatte ich gefragt: “Wer ist diese Miss?”. Es ist Zeit für die Auflösung.

Meine Leser(innen) sind der Wahrheit in dieser Umfrage nicht so richtig nahe gekommen. Genau 50 Prozent der Teilnehmer(innen) waren der Meinung, dass das Bild aus der Coyote Bar “Franconias Drag Queen of the Year”. Diese gibt es aber erstens gar nicht und zweitens ist das Mädchen echt. Transe stimmt also ebenso wenig wie der zweitliebste Lösungsvorschlag “Bayerische Milchkönigin” (19 Prozent). “Miss Peitsche”, wie von 14 Prozent vermutet , ist es auch nicht.

Die Dame mit dem strengen Blick ist vielmehr “Miss Rubensengel 2008″, Cornelia Gitter. Elf Prozent lagen richtig. Sie war nach Nürnberg gekommen, um die Bewerberinnen um ihre Nachfolge, auf die Wahl vorzubereiten. Inzwischen steht die Siegerin fest: Die Sarländerin Tanya Gouraige ist die neue XXL-Miss.

Weiterhin auf dem Weg zum Superstar-Ruhm ist unsere Nürnberger DSDS-Kandidatin Vanessa Neigert. Nach einer – wie Dieter Bohlen zurecht kritisierte – mäßigen Gesangsleistung musste sie zwar “nach vorne”, schaffte es aber unter die besten sieben Kandidatinnen. Als ihr Schutzpatron war in der Samstagabend-Show das Ballermann-Fossil Jürgen Drews im Saal.

An Intrigen herrscht bei DSDS inzwischen kein Mangel. Aber so funktionieren das Leben im Allgemeinen sowie Showbusiness und die Politik im Besonderen. Ex-Ministerpräsident Günther Beckstein äußerte sich im Fernsehen zu den Tagen nach der CSU-Pleite nach der Landtagswahl so: “Alle Parteifreunde standen hinter mir. Aber nicht alle in guter Absicht.” Nettes Zitat…

März 20th, 2009

Bitte Michael, keine Moonwalk-Plastinierung

dpa

Und jetzt Alle: Lebt denn der alte Pop-Michel noch? Foto: dpa

Suizid verhindert! Es tut immer gut, eine solche Schlagzeile zu lesen.  Und ich will jetzt auch einmal ein Leben retten. Das von Michael Jackson. Denn der hat, glaube ich, was Schlimmes vor.

Über die “Bild”-Zeitung wurde ruchbar, dass sich der – alles in allem betrachtet sehr zweifelhafte – “King of Pop” von Gunther von Hagens plastinieren lassen will. Sie wissen schon, von diesem hageren Typen mit dem irren Blick und dem Humphrey-Bogart-Hut, der Leichen das ewige Leben schenkt. “Ein Mitarbeiter von Michael Jackson hat mit uns Kontakt aufgenommen”, bestätigte der Professor dem Boulevardblatt, das ihn zärtlich “Dr. Tod” nennt.

Nun fragt man sich doch, warum jemand, der schon seit vielen Jahren wie ein Gespenst aussieht, unbedingt auch noch nach seinem Tod auf die Bühne will. Wenn man Bilder von Michael Jackson sieht, kann man Zweifel bekommen, ob es ihn überhaupt geben kann. Und ob es ihn je gegeben hat. Seine legendären Interviews (“Love you” – Ende – hab ich selbst im Münchner Olympiastadion erlebt) hätte auch ein Roboter von Sony geben können. Und die Frage, ob er bis hierhin irgendeine Art von erstrebenswertem Leben hatte, wird man ja auch eher mit Nein beantworten müssen. Trotz aller Erfolge. Finde ich jedenfalls.

Dieser Sänger, der in den 80er Jahren ein gewalitger Pop-Komet war, seit seinem “Thriller”-Album aber eigentlich nur noch verglüht ist, sieht also angeblich in Hagens “postmortalem Schönheitssalon der Moderne” (so Meister von Hagens über sein Labor) die allerletzte Chance auf ewigen Ruhm.

Und das macht mir Sorgen, denn: Am 8. Juli startet Michael Jackson in London seine Comeback-Konzertreihe. In der gleichen Stadt zeigt Professor von Hagens bis 23. August die Ausstellung „Körperwelten“.

Plant da also einer den ganz großen Abgang? Einen realen Bühnentod mit anschließender Moonwalk-Plastinierung?

Tu`s nicht Michael, Dein Plan ist hiermit aufgeflogen und somit uninteressant. Und wenn doch: Frag Tatjana Gsell, ob sie sich dazustellt.

März 19th, 2009

Gib Aids eine Chance – sagt der Papst

dpa

Lustige Mütze: Was darunter abgeht, ist weniger nett. Foto: dpa

Ich geb`s ja zu: Als vor knapp vier Jahren dieser kleine weißhaarige Mann auf dem Balkon des Petersdoms auftauchte und lustig beidhändig in die Kamera winkte, habe ich “Papa Ratzinger” sympathisch gefunden. Dann kam die Sache mit den Pius-Brüdern. Und jetzt fährt er also nach Afrika und verkündet dort, dass Kondome abzulehnen seien, weil sie das Aids-Problem nur noch verschärften. NN-Karikaturist Haitzinger brachte die Botschaft exakt auf den Punkt: “Gib Aids eine Chance”.

Man fragt sich doch, was einen alten Mann, der aus beruflichen Gründen vor Urzeiten der fleischlichen Lust abgeschworen hat, dazu treibt, sich genau zu diesem Thema zu äußern. Und mit welcher grandiosen Logik! Übertragen auf andere Lebensbereiche würde Benedikts Denken zum Beispiel bedeuten, dass der Gebrauch von Handschuhen die Gefahr von Erfrierungen an Fingern steigert.

Das Tragen von Sturzhelmen erhöht das Risiko von tödlichen Motorradunfällen. Wer auf seinem PC eine Firewall installiert, macht das Problem mit den Viren und Trojanern nur noch schlimmer. Und wer ein Kaufhaus mit Kameras überwachen lässt, lockt die Ladendiebe in Scharen an.

Einfach nur krank, unser unheiliger Vater.

März 18th, 2009

Heike Makatsch – viel dünner als ein Presssack

dpa

Heike Makatsch: Sympathisch, aber spindeldürr. Foto:dpa

Wie sind die Promis eigentlich so aus der Nähe? Diese Frage höre ich öfters. Also mal los.

Vergangene Woche durfte ich mit Schauspielerin Heike Makatsch an einem Tisch sitzen. Auf der Promo-Tour für ihren Film “Hilde” machte sie im Cinecittá Station. Ihre Augen – selbstverständlich schaue ich zuerst nur dort hin - sind ein Wahnsinn. Man merkte ihr aber auch an, dass sie von den Journalisten zuletzt nicht immer allerliebst behandelt worden ist. Sie war schon auf Distanz bedacht. Sie ließ durchblicken, dass ihr die Meinung den Kritiker egal ist, wenn nur das Publikum nett zu ihr ist.
Weil ich mir dann doch gerne ein Bild vom ganzen Menschen mache, muss ich allerdings anmerken, dass ich Heike Makatsch erschreckend dünn finde. Sie hat die Figur einer appetitlosen Veganerin. Was beim Termin im Cinecittá deshalb besonders auffiel, weil sie von einem äußerst dicken Produzenten begleitet wurde. Verraten hat sie ihr Lieblingslied von Hildegard Knef. “So oder so ist das Leben”.
Fußball-Startrainer Ottmar Hitzfeld wiederum hat sich in Nürnberg so präsentiert, wie man ihn einschätzt. Er redet ruhig, jedes Wort ist durchdacht, witzige Anmerkungen lässt er bleiben. Wer wissen will, was er wirklich meint, muss genau hinhören und klug interpretieren.
Indirekt erklärt hat er, warum Trainer von Bayern München – erst er, jetzt Klinsmann – so tiefe Falten im Gesicht haben: Als Schweizer Nationaltrainer habe er 90 Prozent weniger Stress als in München. Der Druck sei einfach enorm. Bevor er aufgehört habe, habe er sich überlegt, ob er seine Jugend oder sein Alter verlängern sollte. “Ich habe mich für das Alter entschieden.”
Aus Nürnberger Sicht gibt es eine Menge weiterer Gründe, Bayern München nicht zu trainieren. Die Falten im Gesicht sind aus hiesiger Sicht ein gerechter Bestandteil des Gehalts.
Günter Distler

Typisch Franken: Wenn kein Promi da ist, ist der Presssack der Star. Foto: Günter Distler

Wie aber kommt es zur Überschrift dieses Blogs? Weil ich selbst nicht so prominent bin, muss ich durch gewisse Niederungen. So etwa als Juror beim Presssackwettbewerb des Landkreises Roth auf der Freizeitmesse. Was für einen echten Franken auch wieder eine Ehre ist. Diese Brotzeitwurst jedenfalls ist wahrlich Geschmacksache, besteht sie doch zu 20 bis 40 Prozent aus Schweineblut. Ich esse sie freiwillig nie – und habe trotzdem richtig abgestimmt. Meine drei Favoriten waren auch die drei Sieger. Der Eiweiß-Schock nach von 54 Stückchen Presssack zum Frühstück war allerdings gewaltig. Heike Makatsch hätte mir helfen sollen. Ihr hätte es gut getan.

  

März 14th, 2009

Das kleine Ratespiel: Wer ist diese Miss?

Welche Miss isses?

Welche Miss isses?

Ich habe gerade eingeschränkte Handlungsmöglichkeiten, weil ich daheim einem Telefonanbieter gekündigt habe, aber der Nachfolger noch nicht da ist. Festnetz und Internet sind also abgestellt.

Aber dieses Bild hat mich doch fasziniert. Es handelt sich um eine Miss, deren Nachfolgerin am 15. März in einem Hotel auf der Nürnberg/Fürther Stadtgrenze gesucht wird. Ich finde, hier lohnt ein Ratespiel. Wobei ich klar feststellen möchte, dass das Bild nicht von mir ist. Ich kann nichts für diesen Blick.

März 13th, 2009

Das große Leid der Superreichen

dpa

Längst auch reich an Falten: The next Dagobert Duck, Bill Gates

 Dieses Leid ist unermesslich. Das Geld schmilzt dahin wie Butter in der Sonne. Nein, nicht auf den Sparkassenkonten von Hinz und Kunz, sondern in den Depots der Superreichen. Die Not ist riesengroß.

Nehmen wir den Inder Anil Ambani: Er büßte im vergangenen Jahr 32 Milliarden Dollar ein, weil die Anteile seine Konzerns Reliance zwei Drittel ihres Wertes verloren. Damit kommt er  im “Forbes”-Ranking jetzt noch auf ein Vermögen von nur noch rund zehn Milliarden Dollar. Und US-Investoren-Legende Warren Buffet muss es hinnehmen, dass der hässliche Emporkömmling Bill Gates wieder an ihm vorbeigezogen ist und sich wieder reichster Mann der Welt nennen darf. Buffet hat 37 Milliarden Dollar, Gates 40. Womit bewiesen wäre, dass es keiner herausragenden Qualität bedarf, um richtig reich zu werden und zu bleiben.

Die Forbes-Liste führt 54 deutsche Unternehmer und Erben aus Firmendynastien als Milliardäre auf. Und diese haben binnen eines Jahres zusammen fast 80 Milliarden US-Dollar verloren. “Na und, es bleibt doch genug übrig”, möchte man sagen. Doch das ist Quatsch. Denn um einen warmen Teller Suppe geht es gar nicht. In New York gibt es – wirklich, Ehrenwort – einen Psychotherapeuten, der sich auf das Seelenheil von Superreichen spezialisiert hat. Er hat in einem “Zeit”-Interview erklärt, dass es für die Psyche ab der vierten Milliarde gefährlich wird. Dann geht es nämlich nicht mehr um die Absicherung des Daseins als solchem. Sondern ums Renomée. 

Darum, dass alle, die vorher neidisch auf das viele Geld gestarrt haben, nun Jauchefässer voller Häme über den reichen Verlierern ausgießen. Und das sei, so der Therapeut, unheimlich schwer zu ertragen.

Nehmen wir doch Maria Elisabeth Schaeffler. Sie hat, so mutmaßt Forbes, von ihrem Vorjahresvermögen von 5,6 Milliarden Euro glatt die Hälfte verloren. Sie erreicht somit nur noch Platz 17 in der Liste der reichsten Deutschen ein. In der Öffentlichkeit steht sie eh schon da wie ein Paradefall für TV-Schuldnerberater Peter Zegart. Sie muss es aber auch hinnehmen, dass ein Windenergie-Unternehmer namens Aloys Wobben neuerdings ebenso vor ihr geführt wird wie Drogerie-Unternehmer Anton Schlecker. Und  Billigschuh-Händler Horst Deichmann bedrängt sie unmittelbar, nachdem er  um 700 Millionen auf 2,7 Milliarden Euro zugelegt hat. Wer die schönsten Wälzlager und die high-techichsten Reifen der Welt herstellt, muss da doch verzweifeln.

Haben wir also Mitleid. Und achten wir auf den Namen Joaquin Guzman Loera. Der Mexikaner ist mit einem Vermögen von 1,0 Milliarden Dollar neu in die Forbes-Liste eingestiegen. Der Mann ist Drogenhändler. Allmählich zeigt sich, welche Branchen wirklich krisensicher sind.

März 10th, 2009

Barbie ist 50 – am Anfang war die Spülmaschine

Eine Frau zum Geschirrspülen? Niemals, signalisierte schon diese erste Barbie der Welt.

Eine Frau zum Geschirrspülen? Niemals, signalisierte schon diese erste Barbie der Welt.

Nein, das darf nicht vergessen werden: Barbie ist am 9. März 50 Jahre alt geworden. Nachträglich alles Gute. Die große Frage zu diesem Anlass ist: Wie war ein solches Spielzeug möglich? Oder anderes gefragt: Hat das sein müssen?

Dazu hat Dr. Jana Rückert-John vom Kompetenzzentrum für Gender und Ernährung der Universität Hohenheim eine famose Theorie: Barbie als Idealfrau fürs Kinderzimmer gibt es nur, weil die Spülmaschine erfunden wurde. Durch die Technologisierung des Haushalts in den 50-er Jahren seien Frauen von vielen zeitaufwändigen und schmutzigen Arbeiten befreit worden. Auf einmal, so die Theorie, konnte die Hausfrau neben Haushalt und Kindern auch noch schick sein, sich schön machen und ihre Freizeit gestalten.
Bauknecht weiß also wirklich, was Frauen wünschen? Wie wichtig war die Mikrowelle für den Erfolg von Alice Schwarzer? Darüber wissen wir nichts. Sicher ist: Barbie ist mit ihren endlosen Beinen und ihrer ansich extrem ungesunden Wespentaille ein schlechtes Beispiel. Als Idol der Mädchen hat sie eine Bulimie-Figur erster Ordnung. Aber mal ehrlich: Welche Frau will Proportionen, die so unmöglich ist, dass sie selbst mit stützenden Stöckelschuhen nicht mehr stehen kann? Kluge Mädchen jedenfalls werden weit vor der Pubertät damit beginnen, das Wohnmobil in Schweinchenrosa blöd zu finden.
Wobei Barbie eine Superfrau ist. Sie hat den Pilotenschein, ist Managerin und erscheint uns sogar in einer Art Angela-Merkel-Variante. Aber: Das haut doch nicht hin. Zwar ist Barbie genauso kinderlos geblieben wie unsere  Kanzlerin.  Aber Frau Merkel als Puppe zu bezeichnen, ist grob diffamierend. Ihr und den Puppen gegenüber. Sie ist längst nicht mehr “Kohls Mädchen”, sondern hat sich mittlerweile zum Phantom der Krise gewandelt.
So wie eine Barbie, die am Ende der Pubertät für alle Zeiten unauffindbar in einer Kiste verstaut wird. Genau, das ist die Frage dieser Krisentage: Wo ist eigentlich Angela Merkel?

März 9th, 2009

Keiner kocht mehr – schuld ist Kohl

Man nehme einen Bund Petersilie, eine Prise Salz… Alles Quatsch. In unseren Küchen lautet die Devise “Man nehme ein Tütchen Fertigfraß”. Gekocht wird ungern und selten – auch wenn es um unseren eigenen Herd geht, sind wir zur Zuschauerdemokratie verkommen.

Das denkt man sich doch eigentlich anders. Die Zahl der Kochsendungen ist in den letzten Jahren massiv gewachsen. Man hört von Bekannten, dass man gerade mit Freunden “Das perfekte Dinner” nachspielt. Die Küchen in den Möbelprospekten werden immer größer und teurer.

Aber gekocht wird immer weniger. Das hat mir vor einem halben Jahr schon Fernsehkoch Johann Lafer bei einem Gespräch klargemacht. Und jetzt hat Nestlé, die größte Lebensmittelfabrik der Welt, als Ergebnis einer Befragung bekanntgegeben, dass die meisten berufstätigen Deutschen unter der Woche überhaupt nicht mehr kochen. Wenn, dann wird genauso zeitsparend agiert – wie wir das auch beim Essen tun. Kinder lernen von ihren Eltern vor allem, wie man Pülverchen in Wasser auflöst. Laut Nestlé hat ein Drittel der Berufstätigen  überhaupt keine geregel­ten Mahlzeiten mehr. 85 Prozent ga­ben an, nicht das zu essen, was sie ei­gentlich wollen und für richtig halten.

Und wer ist schuld an dieser Misere? Ich behaupte, Helmut Kohl. Er war es doch, der als zentralen Aspekt seiner geistig-moralischen Wende die Einführung des Privatfernsehens forciert hat. Und so sind wir zur Zuschauerdemokratie geworden. Wir schauen sieben Mal pro Woche Fußball, treten selbst aber nie gegen einen Ball. Wir hängen an den Lippen 16-jähriger Möchtegern-Superstars sind aber viel zu verklemmt, um selbst einmal vor Publikum zu singen.

Das Schlimmste aber ist: Wir schimpfen auf die Politik und alles Mögliche, haben aber gar keine Zeit, um selbst etwas zu bewegen. Weil wir ja dringendst echten deutschen Köchen zusehen müssen…

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März 7th, 2009

Wo gibt`s Gerechtigkeit – außer in Frankreich?

dpa

Er bereut nichts: Edel-Pleitier Georg Funke. Foto: dpa

“Eher findest du bei einer Hure die Unschuld als im Leben Gerechtigkeit.” Dieser tiefsinnige Satz stammt nach meiner Erinnerung entweder von Tatort-Kommissar Horst Schimanski oder als Krakelei von der Herrentoilette einer mittelfränkischen Kleinkunstbühne. Und sie ist ja auch schwierig zu beantworten - die Frage nach der Gerechtigkeit.

Nehmen wir nur zwei aktuelle Fälle: Da verliert eine Supermarkt-Kassiererin ihre Klage gegen eine fristlose Kündigung. Ihr Arbeitgeber hatte behauptet, dass sie Getränkebons im Wert von 1,30 Euro zu ihren Gunsten abgerechnet hatte. Aber jetzt wird bekannt, dass der ehemalige Chef der Hypo Real Estate überhaupt nicht einsieht, dass er gefeuert wurde. Georg Funke fordert vor Gericht Gehaltszahlungen in Höhe von 3,5 Millionen Euro. Selbstverständlich besteht er auch auf seinen kompletten Pensionsansprüchen.

Im Grunde genommen müsste man jeder Frau gratulieren, die ihren Job bei einem Discounter nicht mehr machen muss. Gut, es gibt Unterschiede. Aldi gilt als korrekter Arbeitgeber, Lidl hat sich ein bisschen gebessert, Schlecker ist bislang ein Schrottbetrieb geblieben. Das mit dem Ausbeuten, Überwachen und dem Rauswurf nach kleinsten Schwierigkeiten geht aber nur, weil viele Frauen auf solche Jobs angewiesen sind. Und weil sich selten jemand darum kümmert, wenn der Bezirks- oder Filialleiter den Daumen senkt.

Einer wie Georg Funke verortet sich da ganz anders. Er hat zwar eine halbe Volkswirtschaft durcheinandergebracht und dafür gesorgt, dass 102 Milliarden Euro an Steuergeldern zur Rettung seines Institutes bereitgestellt werden. Aber er hat ja schließlich sein sonstiges Lebens lang die Pfandbriefe abgesichert – und somit Großes für Volk und Vaterland geleistet. Und: War sein Versagen eigentlich nicht ”marktüblich”?

Zum Glück gibt es noch andere Nachrichten. Eine französische Wurstverkäuferin, die angeblich 40 Cent auf ihre eigene Kunden-Treuekarte geschrieben hatte, wurde von ihrem Arbeitgeber, einem Discounter, fristlos gefeuert.  Sie ging vor das Arbeits-Schiedsge­richt in Versailles. Und dieses hat ihr nun rund 16 600 Euro Schadenersatz wegen einer „Kündigung ohne sachlichen Grund“ zugesprochen. Weitere 1380 Euro muss der Discounter der Frau wegen der demütigenden Umstände der Ent­lassung zahlen.

Wunderbar, hier hat die Gerechtigkeit gesiegt. Leider bloß in Frankreich. Herrn Real-Estate-Funke wiederum wünsche ich etwas ganz anderes: Ein klärendes Gespräch mit Kommissar Schimanski. Wenn’s sein muss, auf der Toilette einer Kleinkunstbühne.

März 5th, 2009

Tatjana Gsell: Standesgemäße Höllenfahrt

Daut

Das Bild von einem Event des Fachhändlers zeigt: Tatjana Gsell passt zu einem Porsche. Foto: Daut

Ja, ja, jetzt meckern sie wieder, über unsere Jet-Set-Schlampe Tatjana Gsell. Weil sie in Frankfurt mit einem einzigen Unfall vier Autos verschrottet hat. Dabei zeigt dieses Ereignis: Die Frau hat Stil.

Sie hat ihr grausames Werk mit einem Porsche verrichtet. Das war standesgemäß, das macht klar, dass sie immer noch dort ist, wo sich Männer mit dicken Geldbeuteln oder großzügigen Kreditlinien herumtreiben. Was wäre denn über Tatjana Gsell hereingebrochen, wenn sie in einem Opel Corsa gesessen wäre? Die dreifache, die vierfache Häme. Die Schlagzeile hätte gelautet: “Gsell: Wie arm ist sie wirklich?”.

Nein, der Status ist gewahrt, zumal sie mit einem Skoda, einem Mercedes und einem Volvo drei Fahrzeuge unterlegener Marken zusammengedonnert hat.

Und die 1,43 Promille? Ist doch normal. Die Gsell verkehrt in Champagner-Kreisen, in denen gerne nochmal nachgeschenkt wird, wenn der Stoff am Dekolleté nach unten rutscht. Wer wie sie immer eingeladen wird, passt sich an und sagt nicht leichtfertig Nein. Außerdem geht`s bei einem zierlichen Persönchen schneller mit Rausch.

Die Botschaft “Ich bin noch da und zu allen Schandtaten bereit” ist jedenfalls nachhaltig angekommen. Wenngleich man sagen muss, dass Tatjana Gsell selbst kein Porsche ist. Sie kostet viel Geld, stimmt schon. Aber auf einem zweifellos stromlinienförmigen Körper thront ein Gesicht, das dem verblichenen Schnippel-Gatten Franz eher missraten ist. So als würde man die Frontpartie eines koreanischen Mittelklassewagens an ein schnittiges Sportcoupé schrauben.

Und damit sind wir bei einem anderen Opfer der Schönheitschirurgie: Michael Jackson. Der einstige “King of Pop” mit dem brüchigen Näschen plant angeblich ein ganz großes Comeback. Aber wer will ihn eigentlich noch seine Quiek-Stimme hören und sein 80er-Jahre-Gezappel sehen?

Wenn er denn mal wieder einen großen Auftritt braucht, dann helft ihm: Füllt ihn ab und gebt ihm einen Porsche…