Frau Merkel, mach' Dich nackisch!

Schon komisch, wie manche Themen ratzfatz wieder aus der Versenkung auftauchen. Kaum ist man sich in der EU einig geworden, dass man auf die auch hier schon behandelten Nacktscanner verzichten möchte, da lassen Angela Merkel und Wolfgang Schäuble diese Dinger wegen der „terroristrischen Bedrohungslage“ doch wieder testen. Um herauszufinden, ob man sie so einstellen kann, dass man zwar Waffen und Sprengstoff sieht, aber die Fluggäste doch nicht komplett entblößt.

Das ist zunächst eine bittere Nachricht für die dem Vernehmen nach 800 Personen, die sich jüngst um einen Job der Nürnberger Flughafen-Sicherheitskontrolle beworben und wegen der EU-Absage den Rückzug angetreten haben. Die Frage ist halt bloß, wie das gehen soll. Denn Durchblickstrahlung ist ja wohl Durchblickstrahlung.

Gibt es eine automatische Feinripp- oder BH-Funktion, die sich schützend auf jedes Bild legt? Was ist dann, wenn genau dort… Und es soll doch keiner glauben, dass es den kleinen Kinderhänden des pakistanischen Gotteskriegernachwuchses nicht gelingen könnte, Plastiksprengstoff zu kaum sichtbaren Stringtangas zu formen.

Das Unterfangen der Regierung ist also aussichtslos. Nacktscanner sind Nacktscanner – und wer sie durchsetzen will, muss wie in den 80er Jahren handeln, als der Bundeskanzler noch richtig dick und die Minister noch wirklich harte Hunde waren. Als ein Bundesumweltminister Klaus Töpfer durch den nicht so ganz sauberen Rhein schwamm und sein bayerischer Kollege Alfred Dick öffentlich radioaktiv verstrahlte Molke löffelte.

Die Mitglieder der Bundesregierung müssen also als Vorbilder ran. Sie müssen sich noch vor dem Volk scannen lassen. Frau Merkel, mach‘ Dich nackisch! Anschauen müssen wir uns die Bilder ja nicht unbedingt.