Turbo-Kapitalismus ist erledigt. Kommt der Traktor-Markt?

traktor2.jpgAus der Bankenkrise haben wir vor allem eines gelernt: Der Turbo-Kapitalismus ist am Ende, ab sofort gelten seriöse Regeln. Angela Merkel und Peer Steinbrück werden es richten, Wirtschaftsminister Michael Glos wird (müde, wie neuerdings immer) mit dem Kopf nicken.

Zunächst einmal wurden diese Woche die Kleinanleger noch einmal richtig verarscht. Wer das Verkaufen letzte Woche verpasst hatte, setzte all sein Vertrauen in die Macht der Bundesregierung, Börsenmakler auf den Weg zu besseren Kursen zu bringen. Und tatsächlich: Die zuvor böse abgesackten Märkte rauschten nach oben. Der Montag war ein wunderbarer Tag gewesen, als sich Bulle und Dax Gute Nacht sagten.

Was macht da der “kleine Mann”? Er will die Gelegenheit zur Flucht aus dem Aktiengeschäft nutzen, lässt seiner Bank angesichts der wunderbar verbesserten Stimmung eine Verkaufsorder zukommen. Und erfährt dann, dass er zum Crashkurs vom Samstag verkauft hat. Er hat ja kein Limit vorgegeben. Und schon wieder spüren wir, wie es uns ginge, wenn der Sartre`sche Existenzialismus unser Lebensmodus würde. Als freie Menschen, die ganz alleine auf sich selbst gestellt sind. Beschissen wär`s.

Aber weil wir unseren Politikern alles glauben, wissen wir ja, dass das die letzten Zuckungen des entfesselten Kaptialismus sind. Aber was löst den Turbo-Kapitalismus ab? Der Diesel-Kapitalismus? Haut nicht hin. Der nagelt zwar beruhigend, aber hat oft genug den Turbolader drin. Setzen wir auf VW? Eine wahre “Volks-Wirtschaft” im Sinne ines Unternehmens, das Autos für Alle baut? Nette Idee, aber die haben auch Bugatti im Programm. Also einen Hang zum Luxus.

Nehmen wir BMW? Die Bayerische Marktwirtschaft, in der die Tabakindustrie für einen neuen Boom sorgt? Und in der die gleichen Sauereien wie anderswo passieren, aber stets im gemütlichen Tonfall eines Franz Beckenbauer kommentiert werden?

Bringt uns letztlich auch nicht weiter. Wir brauchen vor allem jenes Vertrauen, das dazu führt, dass wir Kleinanleger erst dann verkaufen, wenn die Profis außer Gefahr sind Und das bekommen wir nur durch offensichtliche Langsamkeit. Die Bayerische Landesbank sollte also ihren Sitz in unsere “Slow City” Hersbruck verlegen und von dort einen super-gemütlichen Traktor-Markt gestalten.

Sie finden, das klingt zu stark nach realsozialistischen Betriebskampfgruppen? Na klar. Ich sag’ nur Gesundheitsfonds. Genau in diese Richtung geht es.

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