Was wird jetzt aus der schönen Gaby?

gaby.jpgGabriele Pauli zurück in die CSU? So hat das gerade ein Hirndübel-Leser aus der Gegend von Deggendorf kommentiert. Sie könne ja ihre vielen Stimmen mitnehmen und wäre dank dieses Polsters in ihrer Ex- und Wieder-Partei für höchste Ämter qualifiziert.

Netter Gedanke, aber das wird nicht funktionieren. Wenn man nämlich den derzeitigen Rückfall der Schwarzen in die Oberbayern-Nostalgie beobachtet, ist das völlig undenkbar. Schließlich hat die rote Hex‘ den Stoibers Edi gemeuchelt. Im Moment ist die schöne Gaby eher schon das größte denkbare Hindernis für eine CSU/FW-Koalition. Es sei denn, man erfindet ein Ministerium für Politikerneuerung oder sprituellen Parlamentarismus, in dem sie sich auf der Suche nach einer „anderen Politik“ austoben kann. Berlusconi würde sowas aufmachen, wenn es ihm nützen würde. Aber ein Seehofer, Herrmann oder Goppel?

Punkt zwei der Misere ist, dass Pauli an der Rückkehr in alte glamouröse Zeiten arbeitet. In der Wahlnacht mied sie die offzielle Wahlparty der Freien Wähler im Merkur-Hotel und stellte stattdessen in Gebersdorf ihr eigenes Partyzelt auf. Zur ersten Sitzung ihrer neuen Kollegen von den Freien Wählern in München kam sie (Kick it like Beckstein) 20 Minuten  zu spät. Und dank ihres neuen Verehrers, der 49-jährigen Harley-Davidson- und Range-Rover-Fahrers Richard „Richie“ Ungerhofer aus Salzburg hat sie es gerade wieder großformatig in die Bild-Zeitung geschafft.

Im Internet arbeitet ein Fan unter dem Motto „Tolle Bilder der schönsten deutschen Politikerin“ an der Gründung einer Verehrer-Community. Mäßig erfolgreich bisher. Für Huldigungen gibt es ja schon ihre eigene Homepage. Aktuelle Beispiele aus dem Gästebuch: „Ich (22) möchte Ihnen auf diesem Weg unbedingt einmal sagen das Sie für mich die mit Abstand attraktivste Frau Deutschlands sind. Sie sehen mindestens 20 Jahre jünger aus als Sie eigentlich sind.“;  „Ich halte Sie nicht nur für eine sehr attraktive Frau, sondern für eine aussergewöhnliche Persönlichkeit.“; „Wenn es nur mehr aufrichtige und authentische Politiker wie Sie gäbe!“ und „Intelligenz gepaart mit Schönheit setzt sich durch!“.

Man sieht: Gabriele Pauli hat nach wie vor großes Potenzial. Also finde ich, sie sollte die bayerische Ypsilanti geben. Jene Streiterin für „neue Politik“, die die bis heute undenkbare Koalition jenseits der CSU herbeiführen könnte.

Was mich zur Frage bringt, wie man eine solche Koalition nennen würde. Wir haben da Rot, Grün und Gelb – aber welche Farbe haben die Freien Wähler? Sind es die Blauen? Dann könnten wir an eine Portugal– oder Eritrea-Koalition denken. Sehen Sie sich eher als die wahren Schwarzen mit weißer Weste, wären wir beim Simbabwe-Bündnis, bestehen sie auf ihrer betont verwendeten Farbe Gelb, würden wir von der Kamerun-Koalition reden.
Man sieht es gibt nach dieser Landtagswahl noch viele spannende Fragen.