Horst Seehofer: Der neue Strauß ist er nicht

seehofer.jpgNeues von der CSU: Horst Seehofer soll also nicht nur Parteivorsitzender, sondern auch neuer bayerischer Ministerpräsident werden. Der Agrarminister mistet den Saustall aus. So denkt man sich das wohl. Endlich gibt es wieder einen starker Mann für die CSU und für Bayern. Und Austragsbauer Edmund Stoiber hilft mit.

Erstmal: Der Mann hat auch gute Seiten. Sein Zitat „Eine bayerische Schweinshaxe ist durchaus mal auch für das persönliche Wohlbefinden was Positives“ weckt Vertrauen. Und weil er ICE-technisch nur ein halbe Stunde von Nürnberg entfernt wohnt, wird er Selbiges bestimmt auch bald vom Schäufele sagen.

Ob er die oberbayerische Sehnsucht nach grundlegender freistaatlicher Orientierung stillen kann, muss aber bezweifelt werden. Damit soll aber nicht drohend auf sein uneheliches Kind angespielt werden. Damit können auch etliche katholische Priester dienen. Und außerdem  ist kein Mensch vor den Reizen des bevorzugten Geschlechts gefeit. Vor allem dann nicht, wenn er einen Politikerjob hat, in dem nur selten Zeit für menschliche Grundbedürfnisse bleibt. Beim Norddeutschen Rundfunk haben sie ihn für die sexualle Befreiuung Bayerns sogar gelobt. Hier nämlich.

Das Hauptproblem: Seehofer ist kein Franz-Josef Strauß. Letzterer war Altphilologe, der vermutliche  künftige Ministerpräsident  hat nach der Mittleren Reife die Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie München als Verwaltungs-Betriebswirt (VWA)  abgeschlossen. Mittlerweile – seit Juni dieses Jahres – ist er Ehrendoktor der Nationalen Agraruniversität der Ukraine. Bonmots im Dutzend, wie von Übervater FJS produziert, sind von ihm aber nicht überliefert. Ob und wie stark ihn seine damals lebensgefährliche Herzerkrankung aus dem Jahr 2002 schädigt, wird man sehen. Unbestritten hat er den  „Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands“ in seiner siebenmonatigen Amtszeit als Präsident kräftig nach vorne gebracht. In seier Amtszeit als Agrarminister sind aber auch die Bauern der CSU in einem Ausmaß davongelaufen wie nie zuvor.

Also, ich wäre für Joachim Herrmann gewesen. Er ist zwar auch nicht immer durch glanzvolle politische Aktionen aufgefallen. Aber er ist Mittelfranken und er er hätte den Harry-Carstensen-Effekt pflegen können. Weil er sich, wie der schleswig-holsteinische Ministerpräsident zum gemütlichen Kuschel-Landesvater hätte entwickeln können.  Probier`s mal mit Gemütlichkeit  für die CSU wäre das doch erstmal nicht so schlecht gewesen.

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