Usain Bolt – die schnellste Kartoffel der Welt

bolt_1.JPGDrei Mal Gold, drei Mal Weltrekord – wir alle staunen über Jamaikas Sprint-Gott Usain Bolt. Vor allem sein 100-Meter-Lauf, bei dem er ins Ziel trudelte, als hätte er kurz zuvor zu sechs Stunden Bob-Marley-Hits ein paar Joints geraucht, wird immer wieder gerne aus den Archiven der Fernsehstationen geholt werden. Allen ist klar, dass dieser schnellste Mensch der Welt gedopt sein muss. Und Bolts Vater Wellesly gibt das auch noch zu: Es sei die Kraft der Trelawny-Kartoffel, mit der der Sprinter seit seiner Kindheit ernährt würde. Wenn`s stimmt, ist dieser Bolt wirklich ein Held, vor dem sich speziell die Vereinten Nationen verneigen müssen. Denn die Uno hat 2008 als “Jahr der Kartoffel” ausgerufen.

Wer oder was ist eigentlich Trelawny? Es handelt sich um einen Landkreis im Norden Jamaikas. 874 Quadratkilometer groß, also etwa so wie Berlin und 87 000 Einwohner. Man findet dort – Achtung, ein Hinweis auf einen wie Bolt – jene seltenen Vögel, die es nur auf dieser Insel  gibt. Auch der Ritterfalter, als größter Schmetterling der westlichen Hemisphäre eine schillernde Spezies, ist hier zuhause. Benannt ist das Gebiet nach dem britischen Generalgouverneur Edward Trelawny, der ab 1738 auf Jamaika wirkte.

Aber zurück zu Vater Bolts Doping-Eingeständnis. Natürlich haben ihm Journalisten aus den westlichen Nationen kein Wort geglaubt. Ohne die Pülverchen der Pharma-Industrie, dreifachen Blutaustausch in 8000 Metern Höhe oder das Ersetzen der menschlichen Achillessehne durch ein superstraffes High-Tech-Teil (die Sehne ist wg. Schnellkraft für Sprinter extrem wichtig) sei eine Spitzengeschwindigkeit von 43 km/h, bei der sich hierzulande Radfahrer strafbar machen, nicht zu erreichen.

Dabei übersehen sie aber die Kraft der Kartoffel. In Mittel­amerika – das hat ein Leser den Nürnberger Nachrichten mitgeteilt – wachsen Yamsarten, die ähnlich wie die Kartoffel einen hohen Stärkegehalt haben, darü­ber hinaus aber bis zu acht Pro­zent Diosgenin enthalten. Dieser Wirkstoff ist Ausgangssubstanz für die Synthese des Steroid­hormons Cortison und des Sexual­hormons Progesteron.

Aber schauen wir auf unsere Gegend: Kein Kind wird jemals Sauerkraut ernsthaft dem Stopfer(Kartoffelbrei) zur Bratwurst vorgezogen haben. Ein fränkisches Leben ohne Baggers ist schlicht undenkbar. Ohne die kugelrunde sonntägliche Traditions-Sättigungsbeilage würde ein bekannter heimischer Kloßteigfabrikant keinen Ferrari in der Garage haben (Mindestens einen Porsche hat er auch noch). Ohne Kartoffelchips würden die Einschaltquoten während mancher öden TV-Live-Fußballspiele dramatisch sinken. Und: Die Kartoffel hat uns nicht nur Stärke gegeben, sondern auch Frieden gebracht. Der Schriftsteller Heinrich Heine sagte es so: “Luther erschütterte Deutschland – aber Francis Drake (englischer Seefahrer, der Verfasser) beruhigte es wieder: er gab uns die Kartoffel.”

7500 Kartoffelsorten soll es geben, im Ursprungsland Peru sind “Kartoffelläufer” unterwegs, um immer neue Spezies aufzuspüren. Und die Uno will mit ihrem Kartoffel-Jahr die Bedeutung der Erdäpfel für die Welternährung ins Bewusstsein rufen und ein Zeichen für Artenvielfalt setzen.

Fragte sich nur noch dieses: Wie dopt eigentlich Michael Phelps, der Schwimmer mit den acht Goldmedaillen und sieben Weltrekorden. Mit Pommes Frites der Marke McCain?  Das glaubt jetzt aber keiner, oder?

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