Gabriele Pauli reloaded

puali.jpgSchau an, da ist sie wieder: Gabriele Pauli, Stoiber-Meuchlerin und 18 Jahre lang “schöne Landrätin” von Fürth-Land, ist zurück in der Politik. Sie kandidiert bei der Landtagswahl für die Freien Wähler. Im Stimmkreis Nürnberg-Nord, als direkte Konkurrentin von Ministerpräsident Günther Beckstein.

Online-Medien lieben diese Frau. Mit ihrer Präsenz in den Bildergalerien von Anbietern wie “focus online” hat sie die dortigen Werbepreise in die Höhe getrieben. Ihr jetziger Wechsel von der CSU über die Parteilosigkeit zu den Freien Wählern ist aber schon ein Umsteigen von der Staatsbühne ins Bauerntheater. Da es Pauli immer verstanden hat, aus einem mutmaßlich riesigen Kleiderschrank stets das passende Outfit zum jeweiligen Anlass zu tragen, wird man sie wohl häufiger in Dirndl oder in fränkischer Festtagstracht sehen. Denn: “Ich bin doch vom Land” , lautete einer ihrer Ausrufe in der Pressekonferenz, bei der die Freien Wähler ihren neuen Medienstar vorführten (Bild von Karlheinz Daut).

Es war ein Auftritt nach ihrem Geschmack. Fotografen und Kameraleute hatten von der Treppe aus die Eingangstüre ins Visier genommen, als Pauli mit standesgemäßen zehn Minuten Verspätung von ihrem Landeschef Hubert Aiwanger (im Bild links) und dem Kreisvorsitzenden Jürgen Horst Dörfler in den Marmorsaal des Presseclubs geführt wurde. Die Stühle, die für 80 Vertreter der Weltpresse gereicht hätten, waren immerhin zu einem Drittel besetzt.

Aber: Was in aller Welt will Pauli, die “Bild”-Kolumnist Franz-Josef Wagner nach der Latex-Affäre als “die durchgeknallteste Frau, die ich kenne” bezeichnet hat, bei den Freien Wählern? Politiker wird man in dieser Gruppierung ja nicht, weil man Visionen hat. Eher schon als Bauunternehmer, der bemerkt, dass es nicht schaden kann, wenn man am Flächennutzungsplan mitarbeitet und die Auftragslage kennt. Im Laufe der Zeit erweist sich dieser Mann sogar als brauchbarer als die rot-grüne Studienratsriege und als die schwarzen machtbewussten Selbstdarsteller. Kleinunternehmer und/oder Feuerwehrkommadant, der mit dem, was er für den gesunden Menschenverstand hält, pragmatisch Politik macht – das ist ein Freier Wähler.

In der Pressekonferenz stellte sich der Unterschied zwischen Denkerin und FW-Mann mit Stallgeruch so dar. “Ich will, dass die Menschen glücklich werden”, sagte Gabriele Pauli über das Ziel ihrer Politik. “Das Leben muss nicht nur erträglich, sondern auch finanzierbar sein”, meint FW-Landesvorsitzender Hubert Aiwanger zum gleichen Thema.

Wenn die Freien Wähler zugeben würden, dass sie wie eine Partei arbeiten, müsste man an dieser Stelle von einer Glaubwürdigkeitslücke reden. Das dementieren sie aber heftig. Also bleibt mir nur noch die Prognose, dass die Kandidatin Erfolg haben wird. Der Erststimmenanteil der Freien Wähler lag 2003 im Nürnberger Norden bei 1,5 Prozent. Mehr Zustimmung hatte sie zuletzt isogar in der CSU. Ich tippe auf drei Prozent.

5 Kommentare in “Gabriele Pauli reloaded

  1. Gar nicht mal schlecht formuliert. Aber nur drei Prozent für Frau Pauli?
    Da wird sich der Hirndübel noch umschauen.

  2. er hat sich getäuscht ! Dr. Gabriele Pauli hat ihr Mandat!

    Die Wahlen sind geschlagen, die CSU auch.

    Das Triumvir/feminat nimmt derzeit seine/ihre Hüte!

    Wie wird es weitergehen ?
    Es gibt einige Szenarios … Schwarz-Gelb (FDP oder FW) … Rot-Grün-Gelb-Gelb
    (Im Moment erinnern mich die Verhandlungen an “Verbotene Liebe” oder die St. Pauli Nachrichten aus den 70ern)

    Eine wohl auch zu überlegende Konstellation wäre es, wenn Frau Dr.Pauli wieder zurückkonvertiert zur CSU, ihr Mandat und ihre Stimmen mitnimmt und plötzlich die CSU wieder die absolute Mehrheit bekommt an Sitzen und im Landtag.

    Ein verlockendes Angebot – da braucht es keine Pheromone oder sonstige Lockstoffe, denn das Ministerpräsidentinnen-Amt wäre ihr sicher. Ein geschickter Schachzug jedenfalls,
    um auch dem Herrn Dr. Stoiber eine Rückkehr zu vermiesen:
    Das wäre nämlich der CSU-mäßige-Super-GAU!

    …wir werden es erfahren, wie es mit Bayern und der CSU weitergehen wird.

    herzlichst, Josef Rosner
    Karikatur zur Dr. Ede Stoiber – Meuchelei aus 2007

  3. Tja, da habe ich die schöne Gaby wohl dramatisch unterschätzt. Drei Prozent habe ich als Erststimmenergebnis erwartet, über sieben Prozent sind es geworden.
    Ich bekunde Respekt – und schau mich auf jeden Fall um, wie ihre Geschichte weitergeht.

  4. Pingback: Hirndübel » Blog Archive » Was wird jetzt aus der schönen Gaby?

  5. Gabriele wird immer einen Platz in der Oeffentlichkeit finden, (Politik oder Showgeschaeft) sie hat eine Austrahlung, Ihr Laecheln, Ihre Augen und der einmalige feine Schnitt Ihres Mundes. Ich habe sie im DW TV gesehen in der Sendung`Hart aber fair`und bin fasziniert von Ihrer Erscheinung. Es sollte Lebensaufgabe eines Mannes sein, diese Frau gluecklich zu machen gemaess ihres Zitats:`Ich will, dass Menschen gluecklich werden`.
    Ich wuerde mich gluecklich schaetzen dieser Mann sein zu duerfen, aber ich bin nicht ihre Altersklasse und bin gluecklich seit 40 Jahren verheiratet. Alles Liebe, Gute und Erfolg auf Deinem weiteren Lebensweg Gabriele
    UG Canada

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