Schau an: Wetterfrosch Kachelmann ist ein halber Franke

kachel.jpgWenn uns Franken etwas mürrisch macht, dann ist es eine wie immer geartete Vernachlässigung gegenüber anderen Gebieten. Schon die CSU hat vor dieser Wut kapituliert und einen Mittelfranken zum Ministerpräsidenten ernannt. Und neuerdings steht ARD-Wettermann Jörg Kachelmann am Pranger. Ein Leser beklagt, dass dieser in seinem Tagesthemen-Wetterbericht niemals Messwerte aus Nürnberg bringe. Der Gescholtene weist das zurück. Er ist ja auch was wir bisher nicht wussten ein halber Franke.
Wenn es einem beim Betrachten des Wettberichtes nicht völlig gelingt, die Augen von der flotten blonden Moderatorin Claudia Kleinert zu wenden oder sich nicht von ihrem fröhlichen Kollegen Sven Plöger irritieren zu lassen, kann man leicht den Eindruck unseres Lesers haben. Denn auf dem eingeblendeten Laufband, das während des Moderatorengeplauders auch Temperaturen aus wirklich unbedeutenden Käffern bringt, taucht Nürnberg tatsächlich niemals auf.
Man sieht die Höchst- und Tiefstwerte von Orten wie Parchim, Borkum, Wiedel/Harz oder Ormont — und dann denkt man sich, wie irrelevant die Wetterlage auf der Insel Hiddensee für uns ist. Sie ist schließlich weiter von Nürnberg weiter entfernt als Venedig oder Paris.
Aber: Die Benachteiligung Frankens durch den ARD-Wetterzulieferer „Meteomedia“ gibt es gar nicht. Dies versichert der Chef des Unternehmens, Jörg Kachelmann. Nürnberg stehe nämlich, so der Schweizer Meteorologe und Journalist, immer auf der großen Deutschland-Karte hinter den Moderatoren.
Und da gehöre die Noris aus seiner Sicht auch unbedingt hin. Schließlich sei er, so Kachelmann, ein halber Franke. Sein Vater sei Bamberger, er sei auch direkt verwandt mit den Eigentümern einer dort noch bestehenden Firma. Ob es nun Zahnräder-Kachelmann oder Heizungsbau-Kachelmann sei, könne er aber nicht sagen. Er wisse nur, dass sein Großvater Adam geheißen habe und Künstler gewesen sei.
Völlig abwegig sei auch das Gerücht, „Meteomedia“ fehle eine Messstation in Nürnberg und Umgebung. Man greife zum einen auf die Werte der Messstation des Deutschen Wetterdienstes am Flughafen zurück. Und man habe in Nürnberg eigene Wetterbeobachter — zum Beispiel auf 368 Metern Höhe im Stadtteil Netzstall.
„Ich wette, dass sie diesen Ort selber nicht kennen“, fährt Kachelmann in seiner Verteidigung fort. Und da kann man nur sagen: Respekt, gut gekontert. Wer nicht in der Gegend von Brunn und vom Birkensee auf dem Fahrrad unterwegs ist, kommt da wirklich nicht hin.

Kachelmann mag also Nürnberg. Ob unser Wetter deshalb besser ist als anderswo muss aber bezweifelt werden.

2 Kommentare in “Schau an: Wetterfrosch Kachelmann ist ein halber Franke

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  2. Die Angelegenheit Kachelmann ist wahrhaft kein Ruhmesblatt für die deutsche Justizgewalt. Wäre er nicht bekannt, wäre das nie und nimmer ein so langer Prozess geworden. Ein Ende ist ja bis jetzt nicht absehbar. Ich weiss auch nicht, ob er schuldig ist oder nicht, aber das ganze Verfahren läuft unter sehr fragwürdigen Umständen ab.

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